Transfer of jurisdiction for mandatory defense counsel replacement upon indictment under § 142 Abs. 3 Nr. 3 StPO
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Bundesgerichtshof (BGH) 3rd Criminal Senate held that it lacked jurisdiction to decide the accused’s immediate complaint regarding the denial of a mandatory defense counsel change, ordering instead to transfer the matter as a renewed application to the presiding judge of the trial senate at the Munich Higher Regional Court. The dispute arose after the BGH’s Investigating Judge rejected the accused’s request to replace his assigned mandatory counsel due to a broken trust relationship; the accused filed an immediate complaint against this rejection, but the General Public Prosecutor subsequently indicted the accused before the Munich Higher Regional Court. Decisively, the court applied § 142 para. 3 No. 3 of the Code of Criminal Procedure (StPO), which mandates that upon the filing of an indictment, exclusive authority over decisions concerning mandatory defense counsel—including changes in counsel—transfers from the investigating judge to the presiding judge of the court handling the main trial proceedings, thereby extinguishing the BGH’s appellate jurisdiction over the pre-indictment decision.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 142 Abs. 3 Nr. 3 StPO; Transfer of jurisdiction for mandatory defense counsel replacement upon indictment under § 142 Abs. 3 Nr. 3 StPO: The dispute arose after the BGH’s Investigating Judge rejected the accused’s request to replace his assigned mandatory counsel due to a broken trust relationship; the accused filed an immediate complaint against this rejection, but the General Public Prosecutor subsequently indicted the accused before the Munich Higher Regional Court. Decisively, the court applied § 142 para. 3 No. 3 of the Code of Criminal Procedure (StPO), which mandates that upon the filing of an indictment, exclusive authority over decisions concerning mandatory defense counsel—including changes in counsel—transfers from the investigating judge to the presiding judge of the court handling the main trial proceedings, thereby extinguishing the BGH’s appellate jurisdiction over the pre-indictment decision.
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KI-generiertThe dispositive order to transfer the matter to the presiding judge of the Oberlandesgericht München is based on this provision, which grants exclusive authority for mandatory defense counsel decisions to the trial court upon the filing of an indictment.
Volltext
Zuständigkeit für Entscheidungen über Pflichtverteidigerwechsel
[TENOR]
Die Sache wird zur Entscheidung über den Antrag des Angeschuldigten auf Pflichtverteidigerwechsel dem Vorsitzenden des mit der Hauptsache befassten Strafsenats des Oberlandesgerichts München vorgelegt.
[GRUENDE]
I. Der Angeschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft aufgrund Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 11. April 2024. Bei diesem hatte er beantragt, die Bestellung seines Pflichtverteidigers wegen eines endgültig zerrütteten Vertrauensverhältnisses aufzuheben und ihm stattdessen Rechtsanwalt L. aus F. als Pflichtverteidiger zu bestellen. Mit Beschluss vom 24. September 2024 hat der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof den Pflichtverteidigerwechsel abgelehnt. Gegen diesen Beschluss wendet sich der Angeschuldigte mit der sofortigen Beschwerde. Zwischenzeitlich hat der Generalbundesanwalt Anklage zum Oberlandesgericht München erhoben.
II. Der Senat ist zu einer Entscheidung über die sofortige Beschwerde des Angeschuldigten nicht mehr berufen. Sie ist in einen (erneuten) Antrag auf Pflichtverteidigerwechsel umzudeuten und dem Vorsitzenden des nunmehr mit der Sache befassten Strafsenats des Oberlandesgerichts München vorzulegen.
Voraussetzung für die Beschwerdezuständigkeit des Bundesgerichtshofs gegen Entscheidungen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs über Pflichtverteidigerbestellungen ist dessen fortbestehende Zuständigkeit. Mit Erhebung der Anklage ist die ausschließliche Befugnis für Bestellungen von Pflichtverteidigern jedoch gemäß § 142 Abs. 3 Nr. 3 StPO auf den Vorsitzenden des mit dem Erkenntnisverfahren befassten Gerichts übergegangen. Die Vorschrift knüpft an § 141 Abs. 4 StPO aF an und umfasst - wie bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Neuregelung des Rechts der notwendigen Verteidigung vom 10.
Dezember 2019 (BGBl. I S. 2128 ff.) anerkannt war - Entscheidungen über einen Pflichtverteidigerwechsel (BGH, Beschlüsse vom 26. Februar 2020 - StB 4/20, NStZ 2021, 60 Rn. 3 mwN; vom 5. März 2020 - StB 6/20, NJW 2020, 1534 Rn. 7). Für Beschwerden gegen insoweit ergangene Beschlüsse des Ermittlungsrichters hat dies zur Folge, dass sie nur bis zur Anklageerhebung in die Zuständigkeit des Beschwerdegerichts fallen. Danach entfällt dessen Entscheidungskompetenz, und die Sache ist dem erkennenden Gericht vorzulegen (so insgesamt BGH, Beschluss vom 12.
November 2020 - StB 34/20, BGHR StPO § 142 Abs. 3 Zuständigkeit 1 Rn. 3 ff. mit eingehender Begründung; zur alten Rechtslage vgl. OLG Celle, Beschluss vom 19. August 2010 - 1 Ws 419/10, NStZ-RR 2010, 381; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 62. Aufl., § 141 Rn. 6a; zur neuen Rechtslage vgl. Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 67. Aufl., § 142 Rn. 18; vgl. zum Zuständigkeitswechsel nach Vorlage an die Berufungskammer auch OLG Stuttgart, Beschluss vom 9. Juli 2007 - 4 Ws 223/07, NStZ-RR 2008, 21).
Schäfer Hohoff Anstötz