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5 StR 376/24 ECLI:DE:BGH:2024:081024B5STR376.24.0 KI-generiert

Reclassification of drug trafficking offense under new Consumer Cannabis Act and mandatory remand for lenient sentencing

Geschäftsnummer 5 StR 376/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's appeal, modifying the conviction from aiding and abetting drug trafficking in a non-trivial quantity to aiding and abetting trade in cannabis, and quashed the two-year six-month prison sentence for remittal to a different panel of the Landgericht Berlin for new sentencing, while rejecting the remainder of the appeal. The dispute concerned whether the conviction should be adjusted following the entry into force of the Consumer Cannabis Act (KCanG) on April 1, 2024, which superseded the previous regulatory framework under the Narcotics Act (BtMG). Relying on the principle that the more lenient law applicable at the time of the decision must be considered pursuant to § 2 Abs. 3 StGB, the court determined that the milder statutory penalties under §§ 34 Abs. 1 and 3 KCanG required a correction of the legal characterization under § 354 StPO and the invalidation of the original sentence, as the lower court might have imposed a lesser term under the new provisions.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 2 Abs. 3 StGB, § 354a StPO, § 265 Abs. 1 StPO, § 353 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1 StPO; Reclassification of drug trafficking offense under new Consumer Cannabis Act and mandatory remand for lenient sentencing: The dispute concerned whether the conviction should be adjusted following the entry into force of the Consumer Cannabis Act (KCanG) on April 1, 2024, which superseded the previous regulatory framework under the Narcotics Act (BtMG). Relying on the principle that the more lenient law applicable at the time of the decision must be considered pursuant to § 2 Abs. 3 StGB, the court determined that the milder statutory penalties under §§ 34 Abs. 1 and 3 KCanG required a correction of the legal characterization under § 354 StPO and the invalidation of the original sentence, as the lower court might have imposed a lesser term under the new provisions.

Schlagwörter

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Strafzumessung wegen Drogenhandels Betäubungsmittelgesetz Verbraucherrecht Gehilfenschaft prozessleitende Verfügungen E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 354 Abs. 1 StPO

Procedural basis cited in the first order to justify the modification of the conviction (Schuldspruch) due to the changed legal assessment.

§ 354a StPO

Procedural basis cited in conjunction with § 354 Abs. 1 StPO to modify the conviction.

§ 353 Abs. 2 StPO

Procedural basis cited in the third order to allow the existing factual findings to remain in force after the partial quashing of the sentence.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Berlin I vom 15. Februar 2024

a) im Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte der Beihilfe zum Handeltreiben mit Cannabis schuldig ist,

b) im Strafausspruch aufgehoben.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

3. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hiergegen wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Sachrüge gestützten Revision. Diese hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

1. Der Schuldspruch bedarf der Korrektur, weil sich die Beihilfe des Angeklagten auf den Handel mit Marihuana und damit auf Cannabis im Sinne von § 1 Nr. 8 des am 1. April 2024 in Kraft getretenen Konsumcannabisgesetzes (KCanG, BGBl. I 2024 Nr. 109) bezog, das den Umgang mit zum Konsum bestimmten Cannabis nunmehr abschließend regelt. Da sich die hier in Betracht kommende Strafdrohung nach § 34 Abs. 1 und 3 KCanG als milder erweist als diejenige des vom Landgericht zur Anwendung gebrachten § 29a Abs. 1 BtMG, hat der Senat das nach § 2 Abs. 3 StGB auch im Revisionsverfahren zu berücksichtigen. Dies führt entsprechend § 354 Abs. 1 iVm § 354a StPO zur Änderung des Schuldspruchs. Die Vorschrift des § 265 Abs. 1 StPO steht dem nicht entgegen, weil sich der Angeklagte nicht wirksamer als geschehen hätte verteidigen können.

2. Die aus dem Strafrahmen des § 29a Abs. 1 BtMG zugemessene Strafe kann angesichts der deutlich milderen Strafdrohungen nach § 34 Abs. 1 und 3 KCanG keinen Bestand haben, weil der Senat nicht ausschließen kann, dass die Strafkammer auf eine niedrigere Freiheitsstrafe erkannt hätte. Die Feststellungen sind von der durch die Gesetzesänderung bedingten Aufhebung nicht betroffen; sie können deshalb bestehen bleiben (§ 353 Abs. 2 StPO).

Cirener Gericke Köhler

Resch Werner