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AnwZ(Brfg) 26/21 ECLI:DE:BGH:2024:021224BANWZ.BRFG.26.21.0 KI-generiert

Reopening recusal proceedings and ECJ referral barred after procedural termination via rejection of hearing objection

Geschäftsnummer AnwZ(Brfg) 26/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) Senate for Legal Professional Matters dismissed the claimant’s application to reopen the recusal proceedings and to refer questions to the European Court of Justice, ruling that the claimant’s actions were unfounded and placing the costs on the claimant, thereby leaving the prior dismissal of the appeal admission in force. The dispute involved a procedural challenge by a legal professional who sought to overturn earlier decisions from the Hessian Court of Law concerning an appeal against a lower court judgment, while simultaneously alleging bias against the presiding judges and demanding a preliminary ruling from the ECJ. The court determined that the recusal applications were inadmissible due to a lack of coherent justification for bias and that the recusal procedure was already concluded by the rejection of a prior hearing objection; consequently, no basis existed for an ECJ referral, and the attempt to challenge procedural pre-decisions via a reopening request was rejected under German legal professional procedure law (§ 112c BRAO) and civil procedure rules (§ 583 ZPO).

Legislator-Regeste

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§ 153 VwGO, § 583 ZPO, § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO, § 154 Abs. 1 VwGO, Art. 267 AEUV, § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154 Abs. 1 VwGO; Reopening recusal proceedings and ECJ referral barred after procedural termination via rejection of hearing objection: The dispute involved a procedural challenge by a legal professional who sought to overturn earlier decisions from the Hessian Court of Law concerning an appeal against a lower court judgment, while simultaneously alleging bias against the presiding judges and demanding a preliminary ruling from the ECJ. The court determined that the recusal applications were inadmissible due to a lack of coherent justification for bias and that the recusal procedure was already concluded by the rejection of a prior hearing objection; consequently, no basis existed for an ECJ referral, and the attempt to challenge procedural pre-decisions via a reopening request was rejected under German legal professional procedure law (§ 112c BRAO) and civil procedure rules (§ 583 ZPO).

Schlagwörter

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Wiederaufnahme des Verfahrens Vorabentscheidungsverfahren Verfahrensrügen Streitgegenstand Ausstandsbegehren Vorentscheid

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154 Abs. 1 VwGO

Cited as the legal basis for the order placing the costs of the dismissed application on the claimant.

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Volltext

Der Antrag des Klägers vom 19. Juli 2024 auf Wiederaufnahme des Ablehnungsverfahrens und seine hiermit verbundenen weiteren Anträge vom selben Tag werden auf seine Kosten verworfen.

[GRUENDE]

Der Senat hat den Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des 1. Senats des Hessischen Anwaltsgerichtshofs vom 12. April 2021 mit Beschluss vom 20. Juni 2022 abgelehnt. Auch die dagegen erhobene Anhörungsrüge, Befangenheitsgesuche sowie weitere Anträge des Klägers hat der Senat abschlägig beschieden. Nunmehr beantragt der Kläger, das Ablehnungsverfahren wiederaufzunehmen, den Senatsbeschluss vom "18. Juni 2024" (gemeint wohl: 21. Juni 2024) aufzuheben und die Sache dem Gerichtshof der Europäischen Union vorzulegen. Zugleich lehnt er die an den vorausgegangenen Entscheidungen beteiligten Mitglieder des Senats für Anwaltssachen wegen der Besorgnis der Befangenheit ab. Sämtliche Anträge haben keinen Erfolg.

1. Der (erneute) Antrag des Klägers, das Ablehnungsverfahren wiederaufzunehmen, ist unstatthaft.

a) Die weiteren Befangenheitsgesuche des Klägers hindern den Senat nicht, über den Wiederaufnahmeantrag in der für das (ursprüngliche) Ablehnungsverfahren zuständigen Besetzung zu entscheiden. Denn diese Gesuche sind mangels schlüssiger Darlegung eines Befangenheitsgrundes unzulässig (vgl. BGH, Beschluss vom 12. Januar 2023 - III ZR 155/22, juris Rn. 1 mwN). Anhaltspunkte für eine willkürliche, offensichtlich unhaltbare Auslegung oder Handhabung des Gesetzes durch die abgelehnten Richter ergeben sich auch aus dem Schriftsatz des Klägers vom 19. Juli 2024 nicht. Vielmehr belegt unter anderem dessen Vorbringen, er habe keinen Grund, den Senat "als Gericht zu betrachten", die von ihm allein verfolgten verfahrensfremden Zwecke (vgl. auch BGH, Beschluss vom 9. November 2020 - 4 StR 654/19, juris Rn. 2 mwN).

b) Mit Beschluss vom 21. Juni 2024 hat der Senat bereits ausgeführt, dass eine Wiederaufnahme, wie sie der Kläger eigens für das Ablehnungsverfahren begehrt, nicht stattfindet. Denn auch Anfechtungsgründe, die eine Vorentscheidung betreffen (vgl. § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 153 VwGO, § 583 ZPO), sind gegen die Endentscheidung geltend zu machen (vgl. allgemein BayVGHE 4, 228; Büscher in Wieczorek/Schütze, ZPO, 5. Aufl., § 583 Rn. 9; BeckOK VwGO/Peters, § 153 Rn. 1 [Stand: 1. Juli 2024]). Aus den Gründen des Beschlusses des Senats vom 10. Juli 2024 hätte der Kläger zudem ohnehin keinen Nichtigkeitsgrund nach § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO in zulässiger Weise dargetan.

c) Die Kostenentscheidung beruht auf § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154 Abs. 1 VwGO.

2. Mit der Verwerfung der Anhörungsrüge des Klägers durch den Senatsbeschluss vom 18. Juni 2024 ist das Ablehnungsverfahren beendet. Bereits deshalb kommt auch eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union gemäß Art. 267 AEUV nicht in Betracht.

3. Der Kläger kann nicht damit rechnen, Antwort auf weitere Eingaben in dieser Sache zu erhalten.

Schoppmeyer Liebert Scheuß

Kau Niggemeyer-Müller