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5 StR 306/24 ECLI:DE:BGH:2024:250924B5STR306.24.0 KI-generiert

Admissibility of reference to file volumes for technical processing of encrypted communications data in challenging refusal of evidence collection

Geschäftsnummer 5 StR 306/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant’s appeal as unfounded, upholding the lower court’s judgment and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The dispute concerned the admissibility and merits of procedural objections challenging the trial court’s refusal to order evidence collection for the technical processing of data from encrypted communication platforms, specifically EncroChat and SkyECC. The Court found the procedural objections inadmissible because the defendant failed to meet the requirements of § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO by merely referencing police data delivery reports and attaching special volumes of the case file without specifically identifying and citing the essential documents or excerpts necessary to substantiate the claim. Furthermore, the Court deemed the allegations of bias in the judge’s expertise unfounded, as the defendant did not demonstrate that an expert witness was specifically interrogated in the preliminary investigation (Freibeweis) to circumvent the strict evidence requirements of the main trial to justify rejecting an expert report request.

Legislator-Regeste

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§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; Admissibility of reference to file volumes for technical processing of encrypted communications data in challenging refusal of evidence collection: The dispute concerned the admissibility and merits of procedural objections challenging the trial court’s refusal to order evidence collection for the technical processing of data from encrypted communication platforms, specifically EncroChat and SkyECC. The Court found the procedural objections inadmissible because the defendant failed to meet the requirements of § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO by merely referencing police data delivery reports and attaching special volumes of the case file without specifically identifying and citing the essential documents or excerpts necessary to substantiate the claim. Furthermore, the Court deemed the allegations of bias in the judge’s expertise unfounded, as the defendant did not demonstrate that an expert witness was specifically interrogated in the preliminary investigation (Freibeweis) to circumvent the strict evidence requirements of the main trial to justify rejecting an expert report request.

Schlagwörter

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Ermittlungsakten Verfahrensrügen Verfahren vor dem Untersuchungsrichter Beweiswürdigung Vorlage zur Vorabentscheidung E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Revisionsbegründung im Strafverfahren: Zulässigkeit des Verweises auf ein Aktenkonvolut zur Begründung der Verfahrensrüge

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 16. Januar 2024 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die beiden Verfahrensrügen, mit denen sich der Beschwerdeführer gegen die Ablehnung beantragter Beweiserhebungen zur technischen Aufbereitung der im Urteil verwerteten Daten aus EncroChat- und SkyECC-Kommunikation wendet, erweisen sich bereits als unzulässig. Die Revision nimmt hierzu mehrfach auf polizeiliche Datenlieferungsberichte Bezug, ohne diese näher zu bezeichnen und ihren Inhalt in einer den Anforderungen des § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO genügenden Weise vorzutragen. Stattdessen werden zwei Sonderbände der Verfahrensakten zur EncroChat- und zur SkyECC-Kommunikation lediglich als Konvolut beigefügt und zu ihrem Inhalt mitgeteilt, dass dort „umfangreiche Informationen zur Erhebung, Verarbeitung und Aufbereitung des verfahrensgegenständlichen Datenbestands“ enthalten seien. Erforderlich wäre jedoch gewesen, die nach der jeweiligen Angriffsrichtung der Rüge wesentlichen Schriftstücke oder Aktenstellen im Einzelnen zu bezeichnen und – in der Regel durch wörtliche Zitate beziehungsweise eingefügte Abschriften oder Ablichtungen – zum Bestandteil der Revisionsbegründung zu machen (BGH, Beschlüsse vom 16. Februar 2023 – 4 StR 93/22 mwN, NStZ 2023, 443; vom 9. April 2024 – 5 StR 86/24).

Auf der Basis des vorhandenen Vortrags erweisen sich beide Rügen zudem aus den in der Zuschrift des Generalbundesanwalts genannten Gründen als unbegründet. Auch soweit die Revision gegenüber der unter anderem auf eigene Sachkunde gestützten Ablehnung eines Antrags auf Einholung eines Sachverständigengutachtens rügt, dass sich das Gericht seine Sachkunde möglicherweise „gezielt im Freibeweisverfahren beschafft“ habe, zeigt sie einen Rechtsfehler nicht mit Bestimmtheit auf. Insbesondere ist ein Fall, in dem ein Sachverständiger zur Umgehung der Anforderungen des Strengbeweisverfahrens eigens freibeweislich befragt wurde, um dank der so erlangten Sachkunde einen erwarteten oder bereits gestellten Beweisantrag ablehnen zu können (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 16. Dezember 2021 – 3 StR 302/21 Rn. 28 f., NStZ 2022, 372; KK-Krehl, StPO, 9. Aufl., § 244 Rn. 198 mwN) weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.

Cirener Gericke Mosbacher

Resch Werner