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II ZA 2/24 ECLI:DE:BGH:2025:220125BIIZA2.24.0 KI-generiert

Denial of legal aid for leap revision and legal aid objections due to lack of admissible remedy and prospect of success

Geschäftsnummer II ZA 2/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The BGH 2nd Civil Senate dismissed the defendant's application for legal aid (Prozesskostenhilfe), rejecting her request to overturn prior judgments and dismiss the plaintiff's claim. The dispute arose from an insolvency administrator's suit compelling a spouse to consent to the release of escrowed funds from the auction of marital real property, where both the district court and the appellate court had previously denied the defendant's requests for legal aid. The Supreme Court held that legal aid was unavailable because the intended defense lacked a sufficient prospect of success: the request to overturn the district court judgment was inadmissible as a "leap revision" without statutory grounds or consent, and no admissible appellate remedy existed against the appellate court's denial of legal aid, as immediate appeal under § 127 Abs. 2 S. 2 ZPO applies only to first-instance decisions and the statutory prerequisites for a subsequent "Rechtsbeschwerde" under § 574 ZPO were not met. The court emphasized that legal aid cannot be granted if the sole issue is the lack of success in the underlying claim, and noted that the non-admission of such an appeal is not itself subject to review.

Legislator-Regeste

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§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 566 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, § 544 Abs. 6 ZPO, § 574 Abs. 2 ZPO, § 544 ZPO; Denial of legal aid for leap revision and legal aid objections due to lack of admissible remedy and prospect of success: The dispute arose from an insolvency administrator's suit compelling a spouse to consent to the release of escrowed funds from the auction of marital real property, where both the district court and the appellate court had previously denied the defendant's requests for legal aid. The Supreme Court held that legal aid was unavailable because the intended defense lacked a sufficient prospect of success: the request to overturn the district court judgment was inadmissible as a "leap revision" without statutory grounds or consent, and no admissible appellate remedy existed against the appellate court's denial of legal aid, as immediate appeal under § 127 Abs. 2 S. 2 ZPO applies only to first-instance decisions and the statutory prerequisites for a subsequent "Rechtsbeschwerde" under § 574 ZPO were not met. The court emphasized that legal aid cannot be granted if the sole issue is the lack of success in the underlying claim, and noted that the non-admission of such an appeal is not itself subject to review.

Schlagwörter

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Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege Zahlungsunfähigkeit Revision eines Entscheids Zivilrechtsstreitigkeit gesetzliche Voraussetzungen unbewegliches Vermögen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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VIII ZR 298/83
Mai 1984- VIII ZR 298/83, BGHZ 91, 311, 312; Beschluss vom 8.
VI ZB 49/03
Juni 2004 - VI ZB 49/03, BGHZ 159, 263, 265).
BGHZ 159, 263
Juni 2004 - VI ZB 49/03, BGHZ 159, 263, 265).
I ZB 12/11
Denial of legal aid for legal appeal against dismissal of appeal as unrepresented in land court proceedings
VI ZB 76/04
Dezember 2005 - VI ZB 76/04, VersR 2006, 718).
II ZB 12/24
Unavailability of legal remedy against non-admission of legal appeal in family law proceedings
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO

Primary statutory basis cited for the rejection of the application for legal aid due to the lack of a sufficient prospect of success in the intended defense.

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Volltext

Der Antrag der Beklagten auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgelehnt.

[GRUENDE]

I. Die Klägerin ist Insolvenzverwalterin über das Vermögen des Ehemanns der Beklagten. Das Landgericht hat die Beklagte antragsgemäß verurteilt, der Auszahlung hinterlegter Gelder zuzustimmen, die aus der Versteigerung gemeinschaftlichen Immobilieneigentums stammen, und ihre Anträge auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für die Rechtsverteidigung zurückgewiesen. Den Antrag der Beklagten, ihr Prozesskostenhilfe für das Berufungsverfahren zu bewilligen, hat das Berufungsgericht zurückgewiesen. Mit an den Bundesgerichtshof gerichtetem Anwaltsschreiben hat die Beklagte beantragt, "ihr PKH zu gewähren, den Unterzeichner ihr beizuordnen, die gesamten bisherigen Entscheidungen von dem Landgericht … und dem OLG … aufzuheben und die Klage zurückzuweisen".

II. 1. Der Senat legt den Antrag der Beklagten in ihrem Kosteninteresse insgesamt als Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe aus.

2. Prozesskostenhilfe kann der Beklagten nicht bewilligt werden, da die von ihr beabsichtigte Rechtsverteidigung vor dem Bundesgerichtshof keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO).

a) Die von der Beklagten beabsichtigte Rechtsverteidigung ist ohne Aussicht auf Erfolg, soweit sie sich gegen die Entscheidungen des Landgerichts wendet. Soweit sie die Aufhebung des Urteils des Landgerichts begehrt, wäre dies dem Bundesgerichtshof nur auf Sprungrevision möglich, die hier sowohl mangels Einwilligung des Gegners (§ 566 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO) als auch deshalb unstatthaft wäre, weil keiner der im Gesetz (§ 566 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 4 Satz 1 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt, nach denen der Senat die Sprungrevision zulassen darf. Der Rechtsstreit der Parteien hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert er eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung; von einer näheren Begründung wird insoweit entsprechend § 544 Abs. 6 Satz 2,Halbsatz 2 ZPO abgesehen (vgl. - zur entsprechenden Anwendung von § 544 Abs. 6 ZPO - BeckOK ZPO/Kessal-Wulf, Stand 1.12.2024, § 566 Rn. 14). Für sofortige Beschwerden gegen die Beschlüsse, mit denen das Landgericht die Bewilligung von Prozesskostenhilfe abgelehnt hat, für die ohnehin das Oberlandesgericht zuständig wäre (§ 119 Abs. 1 Nr. 2 GVG), kann nicht ihrerseits Prozesskostenhilfe bewilligt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 30. Mai 1984- VIII ZR 298/83, BGHZ 91, 311, 312; Beschluss vom 8. Juni 2004 - VI ZB 49/03, BGHZ 159, 263, 265).

b) Auch soweit sich die Beklagte gegen die Zurückweisung ihres Prozesskostenhilfegesuchs durch das Oberlandesgericht wendet, hat ihre Rechtsverteidigung keine Aussicht auf Erfolg. Soweit § 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Möglichkeit der sofortigen Beschwerde gegen eine Prozesskostenhilfe verweigernde Entscheidung eröffnet, betrifft dies - wie sich aus § 567 Abs. 1 ZPO ergibt - allein erstinstanzliche Entscheidungen (etwa BGH, Beschluss vom 17. März 2011- I ZB 12/11, juris Rn. 3). Das Rechtsmittel der Rechtsbeschwerde ist gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 ZPO nur statthaft, wenn dies im Gesetz ausdrücklich bestimmt ist oder das Beschwerdegericht es in dem angefochtenen Beschluss zugelassen hat. Beide Voraussetzungen liegen hier nicht vor. Die Zulassungs-voraussetzungen des § 574 Abs. 2 ZPO können bei der Bewilligung von Prozesskostenhilfe zudem nur vorliegen, wenn es um Fragen des Verfahrens der Prozesskostenhilfe oder der persönlichen Voraussetzungen ihrer Bewilligung geht. Hängt die Bewilligung der Prozesskostenhilfe, wie im vorliegenden Fall, allein von der Frage ab, ob die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet, kommt eine Rechtsbeschwerde dagegen nicht in Betracht (BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2005 - VI ZB 76/04, VersR 2006, 718). Die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde ist im Gegensatz zu den Regelungen der Revision (§ 544 ZPO) auch nicht anfechtbar (etwa BGH, Beschluss vom6. November 2024 - II ZB 12/24, juris Rn. 2 mwN).

Born Wöstmann Bernau

von Selle C. Fischer