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III ZR 89/23 ECLI:DE:BGH:2024:181024BIIIZR89.23.0 KI-generiert

Waiver of court fees for revision proceedings due to procedural error in lower court case severance

Geschäftsnummer III ZR 89/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the plaintiff's objection and ordered that no court fees for the non-admission complaint procedure be collected, effectively prevailing for the plaintiff in this fee-dispute proceeding. The case involved a challenge to the collection of judicial fees arising from a non-admission complaint in a prior action for damages based on alleged breaches of official duty related to the return of a child under the Hague Child Abduction Convention, where the plaintiff incurred double court costs because a lower court erroneously severed and referred the portion of the lawsuit against one defendant despite a recorded procedural statement indicating that court was locally competent. The court ruled that no fees were due under § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG because the fees would not have arisen had the prior instance correctly handled the matter, specifically establishing that a significant procedural error in severing the case that necessitated dual appeals constitutes an incorrect handling of the substance of the case, rendering the fee assessment void.

Legislator-Regeste

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§ 66 Abs. 1 GKG, § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG, § 39 ZPO; Waiver of court fees for revision proceedings due to procedural error in lower court case severance: The case involved a challenge to the collection of judicial fees arising from a non-admission complaint in a prior action for damages based on alleged breaches of official duty related to the return of a child under the Hague Child Abduction Convention, where the plaintiff incurred double court costs because a lower court erroneously severed and referred the portion of the lawsuit against one defendant despite a recorded procedural statement indicating that court was locally competent. The court ruled that no fees were due under § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG because the fees would not have arisen had the prior instance correctly handled the matter, specifically establishing that a significant procedural error in severing the case that necessitated dual appeals constitutes an incorrect handling of the substance of the case, rendering the fee assessment void.

Schlagwörter

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Verfahrenskosten Trennung von Verfahren Rückführung nach dem Haager Übereinkommen Gebührenerhebung Revisionsverfahren richterliche Pflichtverletzung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 66 Abs. 1 GKG
Procedural basis cited in the first dispositive order, which dismisses the plaintiff's objection filed pursuant to this provision regarding the court fees.
§ 21 Abs. 1 Satz 1 GKG
Substantive legal basis cited in the second dispositive order, which determines that court fees for the revision proceedings are not collected.
§ 39 ZPO
Denn die Abtrennung und Verweisung des Rechtsstreits gegen den Beklagten beruhte allein darauf, dass das Landgericht Bonn dessen protokollierte Prozesserklärung übersehen und deshalb verkannt hatte, dass es auch insoweit nach § 39 ZPO örtlich zuständig war.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 66 Abs. 1 GKG

Procedural basis cited in the first dispositive order, which dismisses the plaintiff's objection filed pursuant to this provision regarding the court fees.

§ 21 Abs. 1 Satz 1 GKG

Substantive legal basis cited in the second dispositive order, which determines that court fees for the revision proceedings are not collected.

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Volltext

Auf die Erinnerung des Klägers wird der Kostenansatz aufgehoben.

Gerichtskosten für das Revisionsverfahren werden nicht erhoben.

[GRUENDE]

1. Mit der Erinnerung nach § 66 Abs. 1 GKG beantragt der Kläger, die für das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren vor dem Senat gemäß Kostenrechnung vom 6. September 2024 (Kassenzeichen 780024144180) angesetzten Gerichtskosten gemäß § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG nicht zu erheben.

Der Kläger hatte vor dem Landgericht Bonn die Bundesrepublik Deutschland und den hiesigen Beklagten gesamtschuldnerisch wegen behaupteter Amtspflichtverletzungen des Bundesamts für Justiz und des Oberlandesgerichts Düsseldorf - Familiensenat - im Zusammenhang mit einer von ihm begehrten Kindesrückführung von Deutschland nach Griechenland gemäß dem Haager Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführungen (Haager Kindesentführungsübereinkommen - HKÜ) in Anspruch genommen. Nach Verfahrenstrennung hatte das Landgericht Bonn auf den Hilfsantrag des Klägers den den Beklagten betreffenden Rechtsstreit an das Landgericht Düsseldorf verwiesen, obwohl dessen Prozessbevollmächtigter zuvor in der mündlichen Verhandlung erklärt hatte, die Rüge der örtlichen Zuständigkeit nicht weiter zu erheben. Infolge dessen waren dem in allen drei Instanzen unterlegenen Kläger jeweils doppelte Gerichtskosten entstanden. Die vorinstanzlichen Gerichtskosten im hiesigen Verfahren waren auf seine Erinnerungen gegen den Kostenansatz nach § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG nicht erhoben worden.

2. Das zulässige Rechtsmittel ist begründet.

Gerichtskosten sind für das vorliegende Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren nicht anzusetzen, da sie bei richtiger Sachbehandlung nicht entstanden wären. Eine unrichtige Sachbehandlung liegt auch dann vor, wenn durch eine in erheblichem Maße verfahrensfehlerhafte Prozesstrennung in den Vorinstanzen eine mit doppelten Kosten verbundene zweifache Rechtsmitteleinlegung im Revisionsrechtszug verursacht worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 17. März 1997 - II ZR 314/95, NJW-RR 1997, 831 f Rn. 5). Das ist hier der Fall. Denn die Abtrennung und Verweisung des Rechtsstreits gegen den Beklagten beruhte allein darauf, dass das Landgericht Bonn dessen protokollierte Prozesserklärung übersehen und deshalb verkannt hatte, dass es auch insoweit nach § 39 ZPO örtlich zuständig war.

3. Das Erinnerungsverfahren ist gerichtsgebührenfrei. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Arend