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1 StR 269/24 ECLI:DE:BGH:2024:190824B1STR269.24.0 KI-generiert

Subsidiarity of sexual harassment to child sexual abuse in ideal concurrence; exclusion of concurrent conviction for sexual harassment under § 184i StGB when § 176 StGB applies

Geschäftsnummer 1 StR 269/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's appeal, ordering the Landgericht Ravensburg to remove the concurrent conviction for sexual harassment from the judgment, while the remaining convictions and the total twelve-year imprisonment sentence for 52 counts of severe child sexual abuse, among other offenses, remain in force. The dispute concerned a challenge to the sentencing and classification of multiple sexual offenses against minors and juveniles, specifically whether sexual harassment under § 184i Abs. 1 StGB could be punished concurrently with child sexual abuse under § 176 Abs. 1 StGB in cases of ideal concurrence. The court ruled that the offense of sexual harassment is statutory subsidiary to child sexual abuse, meaning it cannot be charged simultaneously for the same conduct, leading to a correction of the guilty verdict via § 354 Abs. 1 StPO analog, without affecting the specific three-and-a-half-year sentence imposed for that individual incident due to numerous aggravating circumstances.

Legislator-Regeste

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§ 354 Abs. 1 StPO, § 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO; Subsidiarity of sexual harassment to child sexual abuse in ideal concurrence; exclusion of concurrent conviction for sexual harassment under § 184i StGB when § 176 StGB applies: The dispute concerned a challenge to the sentencing and classification of multiple sexual offenses against minors and juveniles, specifically whether sexual harassment under § 184i Abs. 1 StGB could be punished concurrently with child sexual abuse under § 176 Abs. 1 StGB in cases of ideal concurrence. The court ruled that the offense of sexual harassment is statutory subsidiary to child sexual abuse, meaning it cannot be charged simultaneously for the same conduct, leading to a correction of the guilty verdict via § 354 Abs. 1 StPO analog, without affecting the specific three-and-a-half-year sentence imposed for that individual incident due to numerous aggravating circumstances.

Schlagwörter

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sexuelle Belästigung Kindsmisshandlung Strafzumessung geringfügige Übertretung erschwerender Tatumstand E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 354 Abs. 1 StPO

Procedural provision cited in the reasoning to legally support the modification of the conviction regarding the concurrent sexual harassment charge, which constitutes the main operative ground for the partial amendment of the verdict.

§ 349 Abs. 4 StPO

Cited in the reasoning to characterize the limited success of the revision, serving as the legal basis for the court's decision to partially grant the appeal.

§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the reasoning to justify the dismissal of the remainder of the appeal as unfounded.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Ravensburg vom 27. November 2023 im Schuldspruch im Fall II. A. 3. b) der Urteilsgründe dahingehend abgeändert, dass die tateinheitliche Verurteilung wegen sexueller Belästigung entfällt.

2. Die weitergehende Revision des Angeklagten wird als unbegründet verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägerinnen im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 52 Fällen, wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen, wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit Herstellen von kinderpornographischen Schriften und mit sexueller Belästigung sowie wegen Herstellens von kinderpornographischen Schriften zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt, wobei zwei Monate dieser Gesamtstrafe wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung als vollstreckt gelten. Weiter hat das Landgericht die Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung angeordnet. Die gegen seine Verurteilung gerichtete Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung formellen und materiellen Rechts beanstandet, hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen geringen Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

1. Die vom Angeklagten erhobenen Verfahrensrügen greifen aus den Gründen der Zuschrift des Generalbundesanwalts nicht durch.

2. Der Schuldspruch bedarf nur im Fall II. A. 3. b) der Urteilsgründe hinsichtlich der tateinheitlichen Verurteilung des Angeklagten wegen sexueller Belästigung (§ 184i Abs. 1 StGB) der Korrektur. Insoweit hat das Landgericht nicht berücksichtigt, dass der Tatbestand der sexuellen Belästigung bereits dem Gesetzeswortlaut nach subsidiär gegenüber dem des sexuellen Missbrauchs von Kindern (§ 176 Abs. 1 StGB) ist (BGH, Beschluss vom 4. April 2024 – 1 StR 451/23 Rn. 5). Der Senat ändert den Schuldspruch deshalb in diesem Fall dahingehend ab, dass die tateinheitliche Verurteilung wegen sexueller Belästigung entfällt (§ 354 Abs. 1 StPO analog).

3. Die mit Blick auf § 265 StPO unbedenkliche Schuldspruchänderung im Fall II. A. 3. b) der Urteilsgründe gefährdet den Bestand der insoweit verhängten Einzelfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten nicht. Auf Grund der vom Landgericht im Rahmen der konkreten Strafzumessung berücksichtigten Vielzahl von strafschärfenden Umständen schließt der Senat aus, dass das Landgericht bei zutreffender konkurrenzrechtlicher Würdigung eine niedrigere Einzelfreiheitsstrafe festgesetzt hätte.

Jäger Wimmer Bär

Leplow Munk