Aggregation of extraterritorial penalty barred by principle of specialty under European Convention on Extradition
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Criminal Sixth Senate partially allowed the defendant's revision, vacating the lower court's aggregate sentence and remanding the case for the defendant to serve a fixed-term imprisonment of five years and five months for the offense of aggravated robbery in concurrence with grievous bodily harm, while the defendant bore the costs of the appeal. The dispute concerned a procedural challenge to the lower court's decision to aggregate a prior monetary fine imposed by a different court with the new custodial sentence arising from extradition proceedings. The decisive legal basis was the principle of specialty under Article 14(1) of the European Convention on Extradition, which prohibited the inclusion of the earlier monetary fine in the aggregate sentence because the extradition authorization did not extend to its enforcement and the defendant had not waived this protection; consequently, the aggregate sentence was severed, leaving only the custodial penalty for the extradition-covered offense in force.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 4 StPO, § 473 Abs. 4 StPO; Aggregation of extraterritorial penalty barred by principle of specialty under European Convention on Extradition: The dispute concerned a procedural challenge to the lower court's decision to aggregate a prior monetary fine imposed by a different court with the new custodial sentence arising from extradition proceedings. The decisive legal basis was the principle of specialty under Article 14(1) of the European Convention on Extradition, which prohibited the inclusion of the earlier monetary fine in the aggregate sentence because the extradition authorization did not extend to its enforcement and the defendant had not waived this protection; consequently, the aggregate sentence was severed, leaving only the custodial penalty for the extradition-covered offense in force.
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KI-generiertCited in the text immediately following the operative orders to justify the partial success of the revision and the resulting modification of the sentence.
Cited as the legal basis for the allocation of costs to the appellant in order 3 of the dispositive.
Volltext
1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 26. Mai 2025 im Ausspruch über die Gesamtstrafe aufgehoben. Damit ist der Angeklagte wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und fünf Monaten verurteilt.
2. Die weitergehende Revision wird verworfen.
3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung unter Einbeziehung einer am 2. August 2024 gegen ihn verhängten Geldstrafe zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt und eine Entscheidung über den Anrechnungsmaßstab für erlittene Auslieferungshaft getroffen. Die auf die Rüge der Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat mit der Sachrüge in dem aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist sie unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).
1. Die Verfahrensbeanstandungen versagen aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts. Der Schuldspruch und die für die abgeurteilte Tat verhängte Freiheitsstrafe von fünf Jahren und fünf Monaten halten sachlich-rechtlicher Nachprüfung stand.
2. Demgegenüber unterliegt die unter Einbeziehung der Geldstrafe aus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen vom 2. August 2024 gebildete Gesamtstrafe der Aufhebung. Dieser Einbeziehung steht der Grundsatz der Spezialität (Art. 14 Abs. 1 EurAlÜb) entgegen, weil sich die Auslieferungsbewilligung nicht auf die Vollstreckung dieser Geldstrafe erstreckt und der Angeklagte nicht auf die Beachtung des Spezialitätsgrundsatzes verzichtet hat (vgl. BGH, Beschlüsse vom 13. Mai 2025 – 6 StR 621/24 mwN; vom 9. Juli 2025 – 6 StR 197/25). Dies führt zum Wegfall des Ausspruchs über die Gesamtstrafe; es verbleibt bei der Freiheitsstrafe von fünf Jahren und fünf Monaten wegen der von der Auslieferungsbewilligung erfassten Tat. Dies war zur Klarstellung auszusprechen (vgl. BGH, Beschluss vom 11. März 2025 – 5 StR 646/24, Rn. 2).
3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 473 Abs. 4 StPO; der geringfügige Erfolg des Rechtsmittels lässt es nicht unbillig erscheinen, den Angeklagten insgesamt mit dessen Kosten zu belasten.
Bartel Fritsche von Schmettau
Arnoldi Dietsch