Confiscation of a vehicle under § 74 StGB instead of § 74b StGB for a non-culpable offender subject to psychiatric detention
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's revision, ordering that the confiscation of a vehicle used in the commission of a crime be set aside and the corresponding decision annulled, while the remainder of the lower court's judgment—including the mandatory detention in a psychiatric hospital—remains in force as the defendant's further revision was rejected. The case concerned a criminal conviction against an offender deemed not guilty due to lack of culpability, where the Landgericht Stuttgart had initially ordered the seizure of the vehicle used as a tool of the offense under § 74 Abs. 1 StGB. The decisive legal error lay in the application of the wrong statutory basis; the BGH held that for non-culpable offenders, confiscation is permissible only under § 74b Abs. 1 StGB, which requires a prognostic assessment of whether the object endangers the public or will serve future unlawful acts, a condition not met without an additional expert opinion regarding the duration of the expected detention.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 421 Abs. 1 Nr. 3 StPO, § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO; Confiscation of a vehicle under § 74 StGB instead of § 74b StGB for a non-culpable offender subject to psychiatric detention: The case concerned a criminal conviction against an offender deemed not guilty due to lack of culpability, where the Landgericht Stuttgart had initially ordered the seizure of the vehicle used as a tool of the offense under § 74 Abs. 1 StGB. The decisive legal error lay in the application of the wrong statutory basis; the BGH held that for non-culpable offenders, confiscation is permissible only under § 74b Abs. 1 StGB, which requires a prognostic assessment of whether the object endangers the public or will serve future unlawful acts, a condition not met without an additional expert opinion regarding the duration of the expected detention.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertProcedural provision applied to allow the court to dispense with the confiscation decision for procedural economic reasons.
Provision cited as the basis for the order that the defendant bears the costs of the legal remedy.
Volltext
1. Von der Einziehung des Fahrzeugs VW-Bus mit dem amtlichen Kennzeichen wird abgesehen; die Einziehungsentscheidung entfällt.
2. Die weitergehende Revision des Beschuldigten gegen das Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 7. Mai 2024 wird als unbegründet verworfen.
3. Der Beschuldigte hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet und eine Einziehungsentscheidung getroffen (§ 413 StPO nF). Die mit der Sachrüge geführte Revision des Beschuldigten hat nach einer Verfahrensbeschränkung allein betreffend den Ausspruch über die Einziehung Erfolg; im Übrigen ist sie unbegründet.
1. Der Senat sieht mit Zustimmung des Generalbundesanwalts gemäß § 421 Abs. 1 Nr. 3 StPO aus verfahrensökonomischen Gründen von der Einziehung des vom Beschuldigten bei der Tat verwendeten Fahrzeugs VW-Bus mit dem amtlichen Kennzeichen ab. Das Landgericht hat die Einziehung des Fahrzeugs auf § 74 Abs. 1 StGB gestützt. Die Einziehung von Tatmitteln kann jedoch bei – wie hier – schuldlos Handelnden nur nach § 74b Abs. 1 Nr. 1 StGB angeordnet werden, sofern der fragliche Gegenstand die Allgemeinheit gefährdet (§ 74b Abs. 1 Alternative 1 StGB) oder die Gefahr besteht, dass er der Begehung rechtswidriger Taten dienen wird (§ 74b Abs. 1 Alternative 2 StGB). Im Rahmen der zu treffenden Ermessensentscheidung ist prognostisch zu prüfen, ob der Beschuldigte auch künftig Straftaten unter Verwendung des fraglichen Fahrzeugs begehen wird (vgl. zum Ganzen BGH, Beschluss vom 7. Februar 2023 – 3 StR 501/22 Rn. 3 mwN). Hierfür wäre insbesondere angesichts der zur erwartenden Unterbringungsdauer gegebenenfalls ein ergänzendes Sachverständigengutachten erforderlich.
2. Im Übrigen hat die auf die Sachrüge gebotene Nachprüfung keinen den Beschuldigten belastenden Rechtsfehler ergeben. Auf die Ausführungen des Generalbundesanwalts in der Antragsschrift vom 4. September 2024 wird Bezug genommen.
3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO. In der Konstellation des § 421 StPO kommt eine gesonderte Entscheidung über die Auslagen und Kosten, die die Einziehung betreffen, nicht in Betracht (vgl. BGH, Beschlüsse vom 26. Mai 2021 – 5 StR 458/20 Rn. 4 f. und vom 8. Dezember 2021 – 5 StR 296/21 Rn. 7 f.).
Fischer Leplow Allgayer
Munk Welnhofer-Zeitler