Refusal to hear overseas witnesses in terrorist organization case and extraterritorial application of German criminal law to acts committed in Iraq
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (3rd Criminal Senate) dismissed the defendant’s revision as unfounded, upholding the Oberlandesgericht Düsseldorf’s conviction and ordering the appellant to bear the costs of the appeal. The dispute concerned the trial court’s refusal to hear two witnesses residing in Iraq and the application of German criminal law to offenses committed abroad; the defendant challenged the evidentiary limitations and jurisdictional basis. The court held that the trial court’s rejection of witness requests under § 244 Abs. 5 Satz 2 StPO was legally error-free, as the existing evidence—including validity of membership lists—sufficiently proved the defendant's participation in a terrorist organization from June 2014 to May 2017, rendering the additional testimony immaterial. Furthermore, the court affirmed the extraterritorial application of German criminal law to the acts committed in Iraq pursuant to § 7 Abs. 2 Nr. 2 StGB.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO; Refusal to hear overseas witnesses in terrorist organization case and extraterritorial application of German criminal law to acts committed in Iraq: The dispute concerned the trial court’s refusal to hear two witnesses residing in Iraq and the application of German criminal law to offenses committed abroad; the defendant challenged the evidentiary limitations and jurisdictional basis. The court held that the trial court’s rejection of witness requests under § 244 Abs. 5 Satz 2 StPO was legally error-free, as the existing evidence—including validity of membership lists—sufficiently proved the defendant's participation in a terrorist organization from June 2014 to May 2017, rendering the additional testimony immaterial. Furthermore, the court affirmed the extraterritorial application of German criminal law to the acts committed in Iraq pursuant to § 7 Abs. 2 Nr. 2 StGB.
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KI-generiertCited as the main ground for dismissing the revision because the review found no legal error to the defendant's disadvantage.
Volltext
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 21. Mai 2025 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
1. Die vom Oberlandesgericht auf § 244 Abs. 5 Satz 2 StPO gestützte Ablehnung der Anträge der Verteidigung auf Vernehmung von zwei im Irak lebenden Zeuginnen ist rechtsfehlerfrei. In den Begründungen der beanstandeten Entscheidungen sind die Bedeutung und der Beweiswert der in Rede stehenden Aussagen der benannten Zeuginnen vor dem Hintergrund des bisherigen Beweisergebnisses umfassend gewürdigt worden (vgl. zu den Anforderungen im Einzelnen etwa BGH, Beschluss vom 19. Dezember 2023 – 3 StR 160/22, NStZ 2024, 312 Rn. 66 f. mwN; BVerfG, Beschluss vom 24.
August 2025 – 2 BvR 64/25, juris Rn. 60 ff.). Der dem Tatgericht dabei eröffnete Ermessensspielraum ist nach den konkreten Umständen des Falles nicht überschritten. Hierbei ist insbesondere einzustellen, dass das Oberlandesgericht nach seinen näheren Ausführungen eine mitgliedschaftliche Beteiligung des Angeklagten an der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ von Mitte Juni 2014 bis in den Mai 2017 durch für valide erachtete Listen als nach seinerzeitigem Beweisstand erwiesen angesehen hat. Es hat unter Berücksichtigung der Bedeutung des Tatvorwurfs und eines behaupteten Alibis detailliert dargelegt, aus welchen Gründen es den Angeklagten für die in den Listen aufgeführte Person hält und die Aussagen der Zeuginnen selbst bei Bestätigung der Beweisbehauptungen an dem Beweisergebnis nach einer Gesamtschau nichts änderten.
Dies hält einer revisionsrechtlichen Prüfung auch eingedenk dessen statt, dass sich der gesamte vom Tatvorwurf betroffene Sachverhalt im Ausland abspielte (vgl. BGH, Beschlüsse vom 27. Juni 2006 – 3 StR 403/05, wistra 2006, 426, 428; vom 28. Januar 2010 – 3 StR 274/09, BGHSt 55, 11 Rn. 37).
2. Deutsches Strafrecht findet auf die im Irak begangene Straftat gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 2 StGB Anwendung (vgl. BGH, Beschlüsse vom 19. Dezember 2023 – 3 StR 160/22, NStZ 2024, 312 Rn. 75 ff.; vom 16. Januar 2025 – AK 102/24, juris Rn. 15 mwN).
Schäfer Hohoff Anstötz
Kreicker Voigt