Allocation of burden of proof for lawfulness of state restriction measures in public liability claims
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) dismissed the plaintiff's complaint against the non-admission of appeal, upholding the prior judgment which had allowed revision only in favor of the defendant. The case involved a state liability claim challenging the allocation of the burden of proof for the lawfulness of restriction measures ordered and executed by a public authority. The court held that the lower court's specific grant of revisional jurisdiction was limited to the defendant's interest regarding whether the state bears the primary burden of proving the lawfulness of such measures or if it only faces a secondary burden due to lack of disclosure from informants; because this legal issue did not favor the plaintiff, who attacked the judgment on different grounds, the plaintiff could not access the appellate instance. Consequently, the BGH rejected the complaint for lack of fundamental legal significance or need for uniform case law under § 543 Abs. 2 ZPO, leaving the lower court's ruling in force.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 544 Abs. 1 ZPO, § 543 Abs. 1 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 97 Abs. 1 ZPO; Allocation of burden of proof for lawfulness of state restriction measures in public liability claims: The case involved a state liability claim challenging the allocation of the burden of proof for the lawfulness of restriction measures ordered and executed by a public authority. The court held that the lower court's specific grant of revisional jurisdiction was limited to the defendant's interest regarding whether the state bears the primary burden of proving the lawfulness of such measures or if it only faces a secondary burden due to lack of disclosure from informants; because this legal issue did not favor the plaintiff, who attacked the judgment on different grounds, the plaintiff could not access the appellate instance. Consequently, the BGH rejected the complaint for lack of fundamental legal significance or need for uniform case law under § 543 Abs. 2 ZPO, leaving the lower court's ruling in force.
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KI-generiertEstablished the admissibility of the complaint against non-admission of revision, serving as the procedural basis for reviewing the lower court's refusal to allow the appeal.
Ground for dismissing the complaint as unfounded due to the absence of fundamental significance or need for uniform jurisprudence.
Basis for ordering the appellant to bear the costs of the proceedings due to the dismissal of the complaint.
Volltext
Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 11. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 3. Mai 2024 - I-11 U 133/22 - wird zurückgewiesen.
Zwar ist die - hilfsweise eingelegte - Beschwerde statthaft (§ 544 Abs. 1 ZPO), weil die vom Kläger vorrangig eingelegte selbstständige Revision mangels Zulassung durch das Berufungsgericht unstatthaft und damit unzulässig ist (§ 543 Abs. 1 ZPO). Denn das Berufungsgericht hat die Revision nur zugunsten der Beklagten zugelassen, wie sich aus den Entscheidungsgründen des angefochtenen Urteils ergibt.
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann sich eine Beschränkung der Revisionszulassung nicht nur aus der Entscheidungsformel, sondern auch aus den Urteilsgründen des Berufungsurteils ergeben, wenn sie sich diesen mit der erforderlichen Eindeutigkeit entnehmen lässt. Zwar kann die Revision nicht auf einzelne Rechtsfragen oder Anspruchselemente beschränkt werden. Die gebotene Auslegung der Urteilsgründe kann aber eine Beschränkung der Zulassung der Revision auf einzelne Prozessparteien ergeben, sofern Grund der Zulassung eine bestimmte Rechtsfrage war, die das Berufungsgericht zum Nachteil nur einer Prozesspartei entschieden hat. Die Zulassung wirkt in diesem Fall nicht zugunsten der gegnerischen Partei, die das Urteil aus einem anderen Grund angreift (vgl. Senat, Urteil vom 10. Januar 2019 - III ZR 109/17, NJW-RR 2019, 428 Rn. 14; BGH, Urteil vom 11. Dezember 2019 - IV ZR 8/19, NJW 2020, 982 Rn. 33; Beschluss vom 17. August 2021 - VIII ZR 378/19, juris Rn. 8; jew. mwN).
So liegt der Fall hier. Das Berufungsgericht hat die Revision in den Urteilsgründen zugelassen, "weil die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat und die für den Streitfall entscheidenden Rechtsfragen, ob die Beklagte im Rahmen eines Amtshaftungsprozesses die Darlegungs- und Beweislast für die Rechtmäßigkeit von ihr angeordneter und vollzogener Beschränkungsmaßnahmen trägt und, falls nicht, ihr wegen fehlender Freigabeerklärungen ihrer Nachrichtengeber nur eine eingeschränkte sekundäre Darlegungslast obliegt, - soweit erkennbar - bislang nicht höchstrichterlich entschieden worden sind" (S. 24 des angefochtenen Urteils).
Damit ist lediglich der Beklagten, zu deren Nachteil das Berufungsgericht diese Fragen beantwortet hat, der Weg in die Revisionsinstanz eröffnet. Die Zulassung wirkt nicht zugunsten des Klägers, der das Urteil aus einem anderen Grund angreift. Soweit das Berufungsgericht die Darlegungs- und Beweislast zum Teil auch beim Kläger gesehen hat, betrifft dies nicht die vom Berufungsgericht als Zulassungsgrund angeführte Darlegungs- und Beweislast für die Rechtmäßigkeit der Beschränkungsmaßnahmen, sondern die nach seiner Auffassung für die Bemessung der Höhe der Geldentschädigung relevanten Gesichtspunkte des Umfangs und der Intensität der Eingriffe.
Die Beschwerde ist jedoch unbegründet, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Insoweit wird von einer näheren Begründung gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.
Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).
Streitwert: 190.000 €
Herrmann Remmert