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6 StR 461/25 ECLI:DE:BGH:2025:171225B6STR461.25.0 KI-generiert

Failure to integrate prior confiscation orders when forming aggregate sentence

Geschäftsnummer 6 StR 461/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially upheld the defendant’s revision, setting aside the lower court’s decision to maintain a prior confiscation order while upholding the remaining judgments regarding the aggregate prison sentence and civil compensation, and remanding the case for renewed proceedings on the confiscation issue. The dispute centered on a criminal appeal concerning an aggregate sentence of five and a half years for multiple counts of fraud, breach of trust, computer fraud, and theft, specifically challenging the defendant’s argument that the trial court erred in merging previous convictions without properly integrating the associated prior confiscation orders. Relying on § 55 Abs. 2 StGB, the court held that when an aggregate sentence is formed by incorporating individual sentences from a prior judgment, the corresponding confiscation orders must also be uniformly integrated and recalculated as a single sum, rather than kept separate; because the appellate court lacked information on whether the prior confiscation order related to the incorporated offenses or its enforcement status, it could not correct the error ex officio, necessitating a remand to the Landgericht Saarbrücken to make additional findings on the content and status of the prior order.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 73c Satz 1 StGB, § 55 Abs. 2 StGB, § 55 Abs. 1 StGB, § 353 Abs. 2 StPO; Failure to integrate prior confiscation orders when forming aggregate sentence: The dispute centered on a criminal appeal concerning an aggregate sentence of five and a half years for multiple counts of fraud, breach of trust, computer fraud, and theft, specifically challenging the defendant’s argument that the trial court erred in merging previous convictions without properly integrating the associated prior confiscation orders. Relying on § 55 Abs. 2 StGB, the court held that when an aggregate sentence is formed by incorporating individual sentences from a prior judgment, the corresponding confiscation orders must also be uniformly integrated and recalculated as a single sum, rather than kept separate; because the appellate court lacked information on whether the prior confiscation order related to the incorporated offenses or its enforcement status, it could not correct the error ex officio, necessitating a remand to the Landgericht Saarbrücken to make additional findings on the content and status of the prior order.

Schlagwörter

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strafrechtliche Einziehung Gesamtstrafe strafrechtliches Revisionsverfahren fehlerhafte Strafzumessung zusammenhängende Straftaten bisheriger Rechtsstatus

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Cited in the reasoning immediately preceding the dispositive to justify the partial success of the revision, which directly determines the operative outcome of setting aside the contested portion of the judgment.

§ 349 Abs. 2 StPO

Cited to establish that the remainder of the revision is unfounded and thus must be dismissed.

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Volltext

Anordnung der Einziehung unter einer Einbeziehung einer früheren Einziehungsentscheidung

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 2. Juni 2025 aufgehoben, soweit die Einziehungsanordnung aus dem Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 27. Januar 2025 aufrechterhalten worden ist; die zugehörigen Feststellungen haben Bestand.

2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

3. Die weitergehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Betrugs in 13 Fällen, wegen Untreue in 25 Fällen, wegen Computerbetrugs in 16 Fällen und wegen Diebstahls unter Auflösung einer der beiden Gesamtfreiheitsstrafen und Einbeziehung der Einzelstrafen aus dem Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 27. Januar 2025 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Es hat hinsichtlich der abgeurteilten Taten die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von 144.662 Euro angeordnet sowie die Einziehungsentscheidung aus dem Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 27. Januar 2025 aufrechterhalten. Zudem hat es eine Adhäsionsentscheidung getroffen. Die auf die Rüge der Verletzung sachlichen Rechts gestützte Revision hat in dem aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist sie unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

1. Während der Schuld- und Strafausspruch sowie die Adhäsionsentscheidung keine Rechtsfehler aufweisen, hält die Einziehungsentscheidung revisionsrechtlicher Überprüfung nur teilweise stand.

Die Strafkammer hat tragfähig belegt, dass der Angeklagte durch die abgeurteilten Taten 144.662 Euro im Sinne von § 73 Abs. 1, § 73c Satz 1 StGB erlangte. Sie hat indes nicht berücksichtigt, dass nach § 55 Abs. 2 StGB auf eine einheitliche Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe der Summe der Einziehungsbeträge zu erkennen ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. August 2025 – 6 StR 157/25, Rn. 6; vom 9. Februar 2021 – 6 StR 459/20, Rn. 2; vom 3. April 2019 – 5 StR 87/19, Rn. 25), sondern die Einziehungsentscheidung des Urteils aufrechterhalten, dessen Strafen sie nach § 55 Abs. 1 StGB teilweise einbezogen hat.

Der Senat ist daran gehindert, die Einziehungsentscheidung entsprechend zu ändern, weil er den Urteilsgründen weder entnehmen kann, ob sich die aufrechterhaltene Einziehungsanordnung auf die einbezogenen Straftaten bezieht, noch welchen Inhalt und Vollstreckungsstand sie hat. Schließlich hätte die Einbeziehung zu unterbleiben, wenn die Einziehungsanordnung bereits erledigt wäre (vgl. BGH, Urteil vom 12. Dezember 2024 – 6 StR 238/24, Rn. 23; Beschlüsse vom 6. Februar 2024 – 6 StR 352/23, Rn. 6; vom 9. März 2022 – 1 StR 498/21).

2. Im Umfang der Aufhebung bedarf die Sache neuer Verhandlung und Entscheidung. Die zugehörigen Feststellungen können bestehen bleiben, weil sie von dem Rechtsfehler nicht berührt sind (§ 353 Abs. 2 StPO). Ergänzende, den bisherigen nicht widersprechende Feststellungen sind möglich und zum Inhalt der Einziehungsentscheidung und ihrem Vollstreckungsstand auch geboten.

Bartel Fritsche von Schmettau

Arnoldi Dietsch