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5 StR 562/24 ECLI:DE:BGH:2024:191124B5STR562.24.0 KI-generiert

Insufficient secure transmission via EGVP without qualified electronic signature renders criminal appeal inadmissible

Geschäftsnummer 5 StR 562/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Justice dismissed the defendant's appeal as inadmissible and ordered the defendant to bear the costs of the proceedings and necessary expenses for the auxiliary plaintiff. The dispute concerned a conviction for rape, severe sexual abuse of a child, and bodily injury, where the defendant challenged the judgment via a substantive appeal. The decisive legal basis was the non-compliance with statutory form requirements for electronic legal document transmission; because the appeal and its justification were not secured by a qualified electronic signature, the use of a simple signature over the secure electronic portal (EGVP) without utilizing a specific secure transmission method mandated by § 32a Abs. 3 and 4 StPO rendered the submissions ineffective, leading to the rejection of the appeal despite the court's finding that it would have been meritless on the substantive grounds had it been admissible.

Legislator-Regeste

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§ 32d Satz 2 StPO, § 32a Abs. 4 Nr. 2 StPO; Insufficient secure transmission via EGVP without qualified electronic signature renders criminal appeal inadmissible: Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Schlagwörter

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E-Justice Gültigkeit der Unterschrift Elektronische Signatur Aktenübermittlung qualifizierte Vergewaltigung Fehlen materieller Voraussetzungen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Formerfordernisse bei elektronischer Übermittlung einer Revision

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin I vom 6. Juni 2024 wird als unzulässig verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes und mit Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Die mit der Sachrüge geführte Revision des Angeklagten ist unzulässig.

Der Verteidiger des Beschwerdeführers hat sowohl die Einlegung als auch die Begründung der Revision – jeweils nicht mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen – „per EGVP“ an das Landgericht übermittelt. Dies genügt den Formerfordernissen nicht. Zwar sind die Einlegung wie auch die Begründung der Revision als elektronische Dokumente übermittelt worden (§ 32d Satz 2 StPO). Bei Dokumenten, die wie hier nach § 341 Abs. 1 Alt. 2 StPO und § 345 Abs. 2 Alt. 1 StPO schriftlich abzufassen sind, genügt dies allein aber nicht. Ist das Dokument nicht mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen, bedarf es neben der einfachen Signatur der verantwortenden Person der Verwendung eines sicheren Übermittlungsweges (§ 32a Abs. 3 StPO). Der Verteidiger des Beschwerdeführers hat sich keines der in § 32a Abs. 4 StPO abschließend aufgezählten Übermittlungswege (vgl. BT-Drucks. 18/9416, S. 45) bedient. Insbesondere hat er die Dokumente nicht über ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach im Sinne des § 32a Abs. 4 Nr. 2 StPO übermittelt. Die Nichteinhaltung dieser Formvorschriften bewirkt die Unwirksamkeit der Erklärung (vgl. BGH, Beschluss vom 8. September 2022 − 3 StR 251/22, NStZ 2023, 54, 55).

Einen Wiedereinsetzungsantrag hat der Beschwerdeführer nicht gestellt. Eine Wiedereinsetzung von Amts wegen ist nicht veranlasst.

Ungeachtet der Unzulässigkeit der Revision wäre sie aber auch unbegründet gewesen.

Gericke Mosbacher Köhler

Resch von Häfen