Tax evasion via invoice manipulation: materiality of supplier’s motive in arbitral estimation and consistency of findings across parallel judgments
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant’s appeal as unfounded, upholding the verdict of the Regional Court of Munich I and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The dispute concerned a criminal conviction for tax evasion, specifically the manipulation of invoices for a gastronomy business to underreport output turnover, which the defendant challenged via a comprehensive complaint (Inbegriffsrüge) under Section 261 of the Code of Criminal Procedure (StPO), arguing that the court’s findings contradicted a separate, prior final judgment regarding a co-conspirator’s benefit from tax reductions. The court held that the alleged contradiction did not constitute a procedural error because the motive of the supplier and its internal bookkeeping treatment of the initial invoices were immaterial to the defendant’s conviction; the decisive factor was the defendant’s active participation in an illicit agreement to create incorrect secondary invoices to avoid discrepancies between input and output turnover, which rendered the prior judgment’s specific findings on the supplier’s personal tax benefits irrelevant to the defendant’s liability.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO; Tax evasion via invoice manipulation: materiality of supplier’s motive in arbitral estimation and consistency of findings across parallel judgments: The dispute concerned a criminal conviction for tax evasion, specifically the manipulation of invoices for a gastronomy business to underreport output turnover, which the defendant challenged via a comprehensive complaint (Inbegriffsrüge) under Section 261 of the Code of Criminal Procedure (StPO), arguing that the court’s findings contradicted a separate, prior final judgment regarding a co-conspirator’s benefit from tax reductions. The court held that the alleged contradiction did not constitute a procedural error because the motive of the supplier and its internal bookkeeping treatment of the initial invoices were immaterial to the defendant’s conviction; the decisive factor was the defendant’s active participation in an illicit agreement to create incorrect secondary invoices to avoid discrepancies between input and output turnover, which rendered the prior judgment’s specific findings on the supplier’s personal tax benefits irrelevant to the defendant’s liability.
Schlagwörter
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KI-generiertCited as the legal basis for dismissing the defendant's revision as unfounded.
Volltext
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts München I vom 25. März 2024 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.
Zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts ist ergänzend auszuführen:
Die vom Angeklagten erhobene Inbegriffsrüge (§ 261 StPO) dringt jedenfalls deswegen nicht durch, weil das Urteil auf einem etwaigen Widerspruch zu dem verlesenen, in einem anderen Strafverfahren am 9. August 2023 ergangenen Urteil nicht beruhen würde (§ 337 Abs. 1 StPO). Der Angeklagte beanstandet insoweit, die Feststellung im angefochtenen Urteil, die Betreiber der G. GmbH hätten aus der „Umwidmung“ der ordnungsgemäßen, unter anderem an die vom Angeklagten betriebene A. GmbH übergebenen Ausgangsrechnungen in nicht mehr nachvollziehbare Barzahlungsvorgänge keine eigenen Vorteile erzielt (UA S. 15 f.;
S. 11 f.), dies sei nur eine „Kundendienstleistung“ gewesen, widerspreche der Feststellung im anderen Urteil, der mittlerweile rechtskräftig verurteilte P. habe dadurch Steuern zum Vorteil der Lieferantin (Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer) sowie zum eigenen Vorteil (Einkommensteuer) verkürzt. Damit wird kein durchgreifender Verfahrensfehler aufgezeigt. Denn für die Überzeugung von dieser Hilfstatsache als Einstieg in die Schätzung ist ersichtlich nur maßgeblich, dass der Angeklagte daran mitwirkte, um die Eingangsumsätze nicht vollständig in der Buchhaltung der A.
GmbH zu erfassen und dadurch ein auffälliges Missverhältnis zu den tatsächlichen Ausgangsumsätzen des Gastronomiebetriebs zu vermeiden. Für die Stimmigkeit der von der Leistungsempfängerin manipulierten Buchhaltung ist der Beweggrund der Lieferantin und der Behandlung der ersten Rechnungen in deren Buchhaltung tatsächlich bedeutungslos. Entscheidend ist, dass beide Urteile übereinstimmend von einer entsprechenden „Unrechtsvereinbarung“ über das Erstellen einer zweiten unrichtigen Rechnung ausgehen (vgl. insbesondere UA S. 9 vierter Absatz, S. 19 f. des Urteils vom 9.
August 2023). Für die vom Angeklagten mit der Inbegriffsrüge intendierte Mutmaßung, P. könnte die Ausgangsumsätze der G. GmbH zwar unter Ausnutzung der an die A. GmbH vergebenen Kundennummer, aber ohne Kenntnis des Angeklagten nicht vollständig in der Buchhaltung der Lieferantin erfasst haben, hat ersichtlich kein tragfähiger Anhaltspunkt bestanden; damit musste sich das Landgericht nicht weitergehend auseinandersetzen (vgl. BGH, Urteil vom 15. August 2024 – 5 StR 104/24 Rn. 28 mN).
Jäger Leplow Allgayer
Munk Welnhofer-Zeitler