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1 StR 110/25 ECLI:DE:BGH:2025:101225U1STR110.25.0 KI-generiert

Criminal revision: rejection of murder charges based on low personal motives due to panic and depression of pregnancy rather than selfishness

Geschäftsnummer 1 StR 110/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the appeals filed by both the Public Prosecution Service and the auxiliary plaintiff against the judgment of the Heilbronn Regional Court, thereby confirming the defendant's conviction and the imposed sentence. The underlying dispute concerned whether the defendant's actions constituted manslaughter or murder motivated by low personal motives, specifically a charge of brutal selfishness related to concealing a pregnancy; however, the appellate court found the original evidentiary assessment robust, noting that panic, confusion, and despair were the primary driving factors rather than self-interest. Legally, the court applied § 349(2) Code of Criminal Procedure to declare the factual revision claims manifestly unfounded, rejecting arguments that the trial court erred in its appraisal of the defendant's mental state and its sentencing assessment regarding the particularly burdensome nature of pre-trial detention.

Legislator-Regeste

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Criminal revision: rejection of murder charges based on low personal motives due to panic and depression of pregnancy rather than selfishness: Das Landgericht hat die Angeklagte wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die hiergegen gerichteten Revisionen der Staatsanwaltschaft und des Nebenklägers, die jeweils mit der Sachrüge eine Verurteilung wegen Mordes unter dem Merkmal der niedrigen Beweggründe erstreben, sind offensichtlich unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

Schlagwörter

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Mord Revision des Strafurteils Strafverfolgung Haftstrafe psychiatrische Beweismittel Justizirrtum
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Volltext

Die Revisionen der Staatsanwaltschaft und des Nebenklägers gegen das Urteil des Landgerichts Heilbronn vom 3. Juli 2024 werden verworfen.

Der Staatskasse werden die Kosten des Rechtsmittels der Staatsanwaltschaft sowie die hierdurch und durch die Revision des Nebenklägers der Angeklagten entstandenen notwendigen Auslagen sowie die Hälfte der im Revisionsverfahren entstandenen gerichtlichen Auslagen auferlegt. Die andere Hälfte trägt der Nebenkläger, der auch die weiteren Kosten seines Rechtsmittels zu tragen hat.

Von Rechts wegen

[GRUENDE]

Das Landgericht hat die Angeklagte wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die hiergegen gerichteten Revisionen der Staatsanwaltschaft und des Nebenklägers, die jeweils mit der Sachrüge eine Verurteilung wegen Mordes unter dem Merkmal der niedrigen Beweggründe erstreben, sind offensichtlich unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

Die vermisste Auseinandersetzung mit „der Aufrechterhaltung der bloßen Fassade einer (nunmehr) erfolgreichen jungen Frau“ findet sich insbesondere eingangs der Gesamtwürdigung auf UA S. 100 („nicht zu ihrer Planung passte“). Auch ansonsten beruht die Wertung des Landgerichts, dass eine „krasse Selbstsucht“ in der konkreten Tatsituation „nicht handlungsleitend war“, auf einer tragfähigen Beweiswürdigung, insbesondere auf dem – mit Sachverständigenbeweis belegten und auch vom Terminsantrag nicht in Abrede genommenen – Umstand, dass die Angeklagte ihre Schwangerschaft bis zur Geburt verdrängte. Vielmehr waren für den Tötungsentschluss Panik, Ratlosigkeit und Verzweiflung prägend, ohne dass weitere Beweggründe handlungsleitend waren. Diese tatgerichtliche Würdigung ist mangels Rechtsfehler in der Revisionsinstanz hinzunehmen.

Bei der Strafzumessung hat das Landgericht begründet, warum der Vollzug der Untersuchungshaft für die Angeklagte besonders belastend ist (UA S. 103). Auch insoweit ist die hiervon abweichende eigene Wertung der Staatsanwaltschaft im Revisionsverfahren unbehelflich.

Jäger Wimmer Bär

Allgayer Welnhofer-Zeitler