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5 StR 464/22 ECLI:DE:BGH:2022:221122B5STR464.22.0 KI-generiert

Violent attacks on police officers as qualifying "serious unlawful acts" for mandatory psychiatric commitment

Geschäftsnummer 5 StR 464/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Justice dismissed the defendant's revision as unfounded, upholding the Berlin Regional Court's sentence placing him in a psychiatric hospital for committing serious unlawful acts involving physical attacks on police officers. The case centered on whether violent assaults against police constituted "serious unlawful acts" sufficient to mandate involuntary psychiatric commitment under German law. The court ruled that while police officers are professionally trained to handle conflicts and possess specific protective equipment, this does not exempt them from being protected potential victims under § 63 StGB, nor does it render physical harm inflicted upon them less serious due to their professional status. Relying on the legislative intent behind § 114 StGB, the court affirmed that such attacks qualify as serious offenses, particularly illustrated by the defendant's targeted strikes with metal crutches that caused severe injuries, including a ligament tear, to multiple officers, thereby justifying the lower court's commitment order.

Legislator-Regeste

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§ 63 Satz 1 StGB, § 114 StGB, § 63 StGB; Violent attacks on police officers as qualifying "serious unlawful acts" for mandatory psychiatric commitment: The case centered on whether violent assaults against police constituted "serious unlawful acts" sufficient to mandate involuntary psychiatric commitment under German law. The court ruled that while police officers are professionally trained to handle conflicts and possess specific protective equipment, this does not exempt them from being protected potential victims under § 63 StGB, nor does it render physical harm inflicted upon them less serious due to their professional status. Relying on the legislative intent behind § 114 StGB, the court affirmed that such attacks qualify as serious offenses, particularly illustrated by the defendant's targeted strikes with metal crutches that caused severe injuries, including a ligament tear, to multiple officers, thereby justifying the lower court's commitment order.

Schlagwörter

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Polizeibeamte Gewaltdelikte Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt Opfereigenschaft Sicherheitsausrüstung Revision des Strafurteils

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte

[TENOR]

Die Revision des Beschuldigten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 1. Juli 2022 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Beschuldigten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Entgegen der Auffassung des Landgerichts handelt es sich jedenfalls bei Tat 5 um eine erhebliche rechtswidrige Tat im Sinne des § 63 Satz 1 StGB. Auch tätliche Angriffe gegen Polizeibeamte können derartige erhebliche Anlasstaten sein, was bereits die gesetzgeberische Wertung des § 114 StGB nahelegt (vgl. hierzu bereits BGH, Urteil vom 13. Dezember 2021 – 5 StR 115/21 Rn. 27). Zwar ist bei der Gewichtung von Bedrohungen und einfachen körperlichen Attacken gegen Polizeibeamte in den Blick zu nehmen, dass diese darin ausgebildet sind, professionell mit Konfliktsituationen umzugehen, und zumeist über besondere Hilfs- und Schutzmittel verfügen (vgl. auch BGH, Urteil vom 19. Januar 2019 – 5 StR 466/18). Dies bedeutet aber nicht, dass Polizeibeamte nicht zu den durch § 63 StGB geschützten potentiellen Opfern gehören würden und ihnen zugefügte körperliche Schäden allein aufgrund ihrer beruflichen Stellung weniger erheblich wären.

Dies verdeutlicht hier gerade Fall 5 der Urteilsgründe eindrücklich. Der Beschuldigte, der nach den Feststellungen in Kenntnis des gegen ihn ausgesprochenen Hausverbots immer wieder eine bestimmte Polizeidienststelle aufsuchte und sich jedes Mal gewaltsam gegen seine Verbringung aus dem Dienstgebäude zur Wehr setzte, schlug mit einer Metallkrücke gezielt gegen das Knie eines Polizeibeamten, so dass dieses infolge der starken Prellung sofort anschwoll und der Beamte humpelte. Den Stoß mit einer zweiten Krücke gegen einen anderen Polizeibeamten konnte jener nur durch eine schnelle Reaktion abwehren. Im nachfolgenden Gerangel des Beschuldigten mit insgesamt drei Polizeikräften erlitt der bereits durch den ersten Angriff Verletzte einen Kreuzbandriss im Knie, der medizinisch versorgt werden musste. Insgesamt war er sechs Wochen dienstunfähig.

Gericke

Mosbacher

Resch

von Häfen

Werner