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IV ZR 290/21 ECLI:DE:BGH:2022:210922BIVZR290.21.0 KI-generiert

Business closure insurance coverage for COVID-19-related suspensions and admissibility of revision despite subsequent legal clarification

Geschäftsnummer IV ZR 290/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice intends to dismiss the plaintiff's revision by order, upholding the lower courts' judgments that rejected the claim. The dispute concerned whether a business closure insurance policy covered the suspension of a restaurant's operations during the COVID-19 pandemic, with the plaintiff seeking benefits for 40 days of mandatory closure. The court determined that the admissibility of the revision for fundamental legal questions had lapsed because a prior decision by the same Senate clarified that coverage is limited to closures ordered to prevent the spread of diseases listed in an exhaustive catalog within the policy terms, which did not include SARS-CoV-2 or COVID-19. Citing this precedent, the court held that the policy clause withstands judicial review under §§ 305c and 307 BGB, finding no ambiguity, lack of transparency, or unreasonable disadvantage, and thus concluded the revision had no prospect of success; the case was ultimately resolved by the plaintiff's withdrawal of the appeal.

Legislator-Regeste

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§ 552a ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 552a Satz 1 ZPO, § 305c Abs. 2 BGB, § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB; Business closure insurance coverage for COVID-19-related suspensions and admissibility of revision despite subsequent legal clarification: The dispute concerned whether a business closure insurance policy covered the suspension of a restaurant's operations during the COVID-19 pandemic, with the plaintiff seeking benefits for 40 days of mandatory closure. The court determined that the admissibility of the revision for fundamental legal questions had lapsed because a prior decision by the same Senate clarified that coverage is limited to closures ordered to prevent the spread of diseases listed in an exhaustive catalog within the policy terms, which did not include SARS-CoV-2 or COVID-19. Citing this precedent, the court held that the policy clause withstands judicial review under §§ 305c and 307 BGB, finding no ambiguity, lack of transparency, or unreasonable disadvantage, and thus concluded the revision had no prospect of success; the case was ultimately resolved by the plaintiff's withdrawal of the appeal.

Schlagwörter

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Versicherungsschutz Betriebsschliessung Versicherungsleistungsentzug Pflichtleistung Unternehmenspolitik Revision eines Entscheids

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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IV ZR 144/21
Business closure insurance: Exhaustive list of notifiable diseases excludes pandemic-related closures
I ZR 255/02
Januar 2005 - I ZR 255/02, NJW-RR 2005, 650 unter II 1 [juris Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 552a ZPO

Serves as the procedural basis for the court's intention to dismiss the revision by order due to the lack of prospects of success.

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Volltext

Der Senat beabsichtigt, die Revision des Klägers gegen das Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 26. August 2021 gemäß § 552a ZPO zurückzuweisen.

Die Parteien erhalten Gelegenheit, hierzu binnen

eines Monats

Stellung zu nehmen.

[GRUENDE]

I. Die Parteien streiten darüber, ob dem Kläger gegen die Beklagte Ansprüche aus einer bei dieser gehaltenen Betriebsschließungsversicherung wegen der Schließung seines Restaurants im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zustehen.

Das Landgericht hat die Klage, mit welcher der Kläger Versicherungsleistungen für 40 Tage, an denen er sein Restaurant schließen musste, geltend macht, abgewiesen; das Oberlandesgericht hat die Berufung des Klägers zurückgewiesen. Dagegen richtet sich seine Revision, mit der er sein Begehren weiterverfolgt.

II. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision im Sinne von § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO liegen nicht mehr vor und das Rechtsmittel hat auch keine Aussicht auf Erfolg (§ 552a Satz 1 ZPO).

Mit Urteil vom 26. Januar 2022 (IV ZR 144/21, VersR 2022, 312-318) hat der Senat entschieden, dass bei einer Bedingungslage wie der dort maßgeblichen Versicherungsschutz nur für Betriebsschließungen besteht, die zur Verhinderung der Verbreitung von meldepflichtigen Krankheiten oder Krankheitserregern angeordnet werden. Die meldepflichtigen Krankheiten oder Krankheitserreger ergeben sich aus dem in dem Klauselwerk aufgeführten Katalog (dort in § 2 Nr. 2 der "Zusatzbedingungen für die Versicherung von Betrieben gegen Schäden aufgrund behördlicher Anordnung nach dem Infektionsschutzgesetz (Betriebsschließung) - 2008" (ZBSV 08)), der abschließend ist und weder die Krankheit COVID-19 noch den Krankheitserreger SARS-CoV-2 aufführt. Die dortigen Ausführungen gelten im Streitfall entsprechend, dem im Wesentlichen identische Bedingungen zugrunde liegen.

Damit ist die hier entscheidungserhebliche Frage von rechtsgrundsätzlicher Bedeutung geklärt, und der im Zeitpunkt der Entscheidung des Berufungsgerichts gegebene Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung ist entfallen.

Die Revision hat auch in der Sache keine Aussicht auf Erfolg. Das Berufungsurteil steht in Einklang mit dem vorgenannten Senatsurteil. Gesichtspunkte, die eine abweichende Entscheidung rechtfertigen könnten, sind nicht ersichtlich. Dies gilt gleichfalls für die hilfsweise geltend gemachten Rügen der Revision, das Berufungsgericht habe die Anwendung der Unklarheitenregelung des § 305c Abs. 2 BGB rechtsfehlerhaft für nicht einschlägig gehalten und eine Intransparenz der Klausel nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB rechtsfehlerhaft verneint. Auch eine unangemessene Benachteiligung im Sinne des § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 2 BGB liegt entgegen der Ansicht der Revision nicht vor. Der Senat hat auch insoweit mit Urteil vom 26. Januar 2022 bereits entschieden, dass es keiner Anwendung der Unklarheitenregelung des § 305c Abs. 2 BGB bedürfe (aaO Rn. 15-22) und eine solche Klausel der Inhaltskontrolle gemäß § 307 Abs. 1 und 2 BGB standhalte, insbesondere ein Verstoß gegen das Transparenzgebot und eine unangemessene Benachteiligung nicht vorliege (aaO Rn. 23-44). Entsprechendes gilt für die hier verwendete Klausel.

Die grundsätzliche Klärung entscheidungserheblicher Rechtsfragen erst nach Einlegung der Revision steht einer Revisionszurückweisung durch Beschluss nicht im Wege (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 20. Januar 2005 - I ZR 255/02, NJW-RR 2005, 650 unter II 1 [juris Rn. 6 f.]).

Prof. Dr. Karczewski

Dr. Brockmöller

Dr. Bußmann

Dr. Bommel

Piontek

Hinweis: Das Revisionsverfahren ist durch Zurücknahme der Revision erledigt worden.