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3 StR 292/22 ECLI:DE:BGH:2022:181022B3STR292.22.0 KI-generiert

Criminal appeal justification deadline starts upon receipt of judgment by counsel despite delayed return of receipt acknowledgment

Geschäftsnummer 3 StR 292/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Justice dismissed the defendant's application for the revision court to decide the case, thereby upholding the lower court's order to dismiss the appeal as inadmissible, with costs imposed on the defendant. The dispute concerned the timeliness of a justification for a criminal appeal filed against a sentence of five years' imprisonment for multiple offenses; the defense argued the appeal was timely, but the lower court rejected it as filed late after the statutory deadline expired. The decisive legal basis was Section 345, paragraph 1, sentences 1 and 3 of the Code of Criminal Procedure (StPO), under which the one-month justification period began on the date the defense counsel received the judgment (June 8, 2022), rather than the date the receipt acknowledgment was faxed back (June 10, 2022), meaning the deadline expired on July 8, 2022, before the justification was filed on July 11, 2022.

Legislator-Regeste

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§ 346 Abs. 2 Satz 1 StPO, § 346 Abs. 1 StPO, § 345 Abs. 1 Satz 3 StPO; Criminal appeal justification deadline starts upon receipt of judgment by counsel despite delayed return of receipt acknowledgment: The dispute concerned the timeliness of a justification for a criminal appeal filed against a sentence of five years' imprisonment for multiple offenses; the defense argued the appeal was timely, but the lower court rejected it as filed late after the statutory deadline expired. The decisive legal basis was Section 345, paragraph 1, sentences 1 and 3 of the Code of Criminal Procedure (StPO), under which the one-month justification period began on the date the defense counsel received the judgment (June 8, 2022), rather than the date the receipt acknowledgment was faxed back (June 10, 2022), meaning the deadline expired on July 8, 2022, before the justification was filed on July 11, 2022.

Schlagwörter

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gesetzliche Frist Strafprozessordnung Strafzumessung Revision eines Entscheids ungerechtfertigte Verzögerung der Strafverfolgung E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Volltext

Der Antrag des Angeklagten auf Entscheidung des Revisionsgerichts gegen den Beschluss des Landgerichts Zwickau vom 18. Juli 2022, mit dem die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Zwickau vom 11. Mai 2022 als unzulässig verworfen worden ist, wird auf seine Kosten verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen mehrerer Straftaten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren unter Einbeziehung der Strafen aus einem früheren Urteil verurteilt. Der Angeklagte hat eine Woche nach der Urteilsverkündung Revision eingelegt. Die schriftlichen Urteilsgründe sind dem Verteidiger am 8. Juni 2022 ausweislich des per Telefax am 10. Juni 2022 dem Landgericht übermittelten Empfangsbekenntnisses zugestellt worden. Nachdem der Verteidiger die Revision am 11. Juli 2022 begründet hatte, hat das Landgericht das Rechtsmittel durch Beschluss als unzulässig verworfen. Hiergegen wendet sich der Angeklagte und beantragt die Entscheidung des Rechtsmittelgerichts.

Der nach § 346 Abs. 2 Satz 1 StPO zulässige Antrag auf die Entscheidung des Revisionsgerichts ist unbegründet. Das Landgericht hat die Revision zu Recht als unzulässig verworfen (§ 346 Abs. 1 StPO), da die Revisionsbegründungsfrist (§ 345 Abs. 1 Satz 1 und 3 StPO) nicht gewahrt ist. Hierzu hat der Generalbundesanwalt zutreffend ausgeführt:

"Maßgeblich für den Beginn der Revisionsbegründungsfrist war gemäß § 345 Abs. 1 Satz 3 StPO der Tag der Urteilszustellung, mithin der Zeitpunkt, zu dem der Verteidiger als Zustellungsadressat das Dokument empfangsbereit entgegengenommen hat (vgl. Löwe/Rosenberg/Graalmann-Scheerer, StPO, 27. Aufl. 2016, § 37 Rn. 42). Dies war hier der 8. Juni 2022, wie sich aus den unzweideutigen Angaben im Empfangsbekenntnis ergibt, gegen dessen Wirksamkeit keine durchgreifenden Bedenken bestehen (…). Dass die Rücksendung des Empfangsbekenntnisses erst am 10. Juni 2022 veranlasst wurde, lässt die vorangegangene Entgegennahme unberührt. Mit Ablauf des 8. Juli 2022 (einem Freitag) war die Revisionsbegründungsfrist somit verstrichen."

Dem schließt sich der Senat an.

Schäfer

Berg

Hohoff

Anstötz

Voigt