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4 StR 174/22 ECLI:DE:BGH:2022:131022B4STR174.22.0 KI-generiert

Sentencing error on general prevention and vague aggravating factors inapplicable due to offsetting severity of victim harm

Geschäftsnummer 4 StR 174/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Justice dismissed the defendant's appeal, thereby upholding the lower court's sentence of eight years' imprisonment. The dispute concerned the legality of specific aggravating factors used in sentencing, where the appellate court noted that the trial court's reliance on "metaphorical" dead-end dynamics and general preventive considerations regarding public security were legally erroneous due to a lack of concrete tie to the specific offense. However, the court determined that these legal errors did not affect the final outcome because the severe concrete consequences for the victim were independently sufficient to justify the imposed penalty. The decisive legal basis involves § 349 Abs. 2 StPO, which allows the dismissal of a revision if identified legal errors did not disadvantage the defendant, and § 46 StGB principles prohibiting abstract general prevention and emotional or moralizing reasoning in sentencing.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Sentencing error on general prevention and vague aggravating factors inapplicable due to offsetting severity of victim harm: The dispute concerned the legality of specific aggravating factors used in sentencing, where the appellate court noted that the trial court's reliance on "metaphorical" dead-end dynamics and general preventive considerations regarding public security were legally erroneous due to a lack of concrete tie to the specific offense. However, the court determined that these legal errors did not affect the final outcome because the severe concrete consequences for the victim were independently sufficient to justify the imposed penalty. The decisive legal basis involves § 349 Abs. 2 StPO, which allows the dismissal of a revision if identified legal errors did not disadvantage the defendant, and § 46 StGB principles prohibiting abstract general prevention and emotional or moralizing reasoning in sentencing.

Schlagwörter

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fehlerhafte Strafzumessung Revision des Strafurteils schwerer Fall Gefängnisstrafe E-Justice Opfermitverantwortung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

The provision cited in the dispositive as the legal basis for dismissing the appeal as unfounded because the review revealed no legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Erfolg einer Revision bei mangelnder Auswirkung von rechtsfehlerhaften Erwägungen bei Bemessung der Strafe

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 16. Dezember 2021 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die insoweit durch das Adhäsionsverfahren entstandenen besonderen Kosten und die dem Neben- und Adhäsionskläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Soweit das Landgericht bei der konkreten Strafzumessung zu Lasten des Angeklagten berücksichtigt hat, dass er in Kenntnis der Eskalation aggressiv in den Konflikt gezogen sei, die Geschehnisse kein gutes Ende haben nehmen können und die Beteiligten nicht nur tatsächlich „sondern auch im metaphorischen Sinn“ immer weiter in eine Sackgasse geraten seien, an deren Ende nur eine „Schlacht“ habe stehen können, bleibt unklar, welchen anerkannten Strafzumessungsgesichtspunkten zur Beurteilung von Tat und Täter diese Erwägungen zuzuordnen sind. Vielmehr liegt die Annahme nahe, dass sich das Landgericht an dieser Stelle auf unklare, weil gefühlsmäßig bestimmte oder moralisierende Gründe gestützt hat (vgl. BGH, Beschluss vom 3. August 2021 – 2 StR 217/21 Rn. 5 mwN; Beschluss vom 22. Oktober 2020 – 2 StR 232/20; Beschluss vom 6. Februar 2018 – 2 StR 173/17).

Die weitere strafschärfend berücksichtigte Wertung der Strafkammer, die Tat gefährde das Sicherheitsgefühl der Allgemeinheit, lässt besorgen, dass sich das Landgericht rechtsfehlerhaft von generalpräventiven Erwägungen zur Verteidigung der Rechtsordnung leiten ließ und ihm damit der erforderliche Bezug zur konkreten Tat aus dem Blick geraten ist (vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 2018 – 1 StR 477/18 Rn. 12; BGH, Urteil vom 3. Oktober 1989 – 1 StR 372/89 Rn. 15, BGHSt 36, 255-259, BGHR StGB § 46 I Generalprävention 4). Die Annahme, die Tat gefährde das Sicherheitsgefühl der Allgemeinheit, ist im Übrigen auch nicht – etwa durch die Feststellung einer gemeinschaftsgefährlichen Zunahme solcher oder dem Tatbild nach ähnlicher Taten – hinreichend belegt (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 17. Februar 1993 – 2 StR 31/93, BGHR StGB § 46 I Generalprävention 7 mwN; Beschluss vom 5. April 2005 – 4 StR 95/05).

Der Senat kann jedoch angesichts des Tatbildes und der mit besonderem strafschärfendem Gewicht berücksichtigten schwerwiegenden Folgen für den Geschädigten ausschließen, dass sich die rechtsfehlerhaften Erwägungen bei der Bemessung der Freiheitsstrafe von acht Jahren ausgewirkt haben.

Quentin

Bartel

Rommel

Messing

Weinland