Omission of subsequent aggregate sentence merging unexecuted monetary penalty with freedom sentence
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) partially allowed the defendant's revision, vacating the Magdeburg Regional Court's second-instance judgment solely with respect to the omission of a subsequent aggregate sentence, and referred the determination of the aggregate sentence and procedural costs to a follow-up proceeding, while rejecting the remainder of the appeal. The dispute concerned the sentencing phase of a criminal conviction for assisting in drug trafficking in a significant quantity, where the defendant challenged the lower court's refusal to form a subsequent aggregate freedom of punishment under § 55 Abs. 1 StGB by incorporating a prior, unexecuted monetary penalty from a separate judgment. The BGH held that while the lower court correctly cited the prohibition of unfavorable modification (§ 358 Abs. 2 StPO) as a reason to avoid maintaining the monetary penalty under § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB, it erroneously concluded that this barred the mandatory formation of an aggregate freedom of punishment when both types of penalties coincide; consequently, the court utilized its authority under § 354 Abs. 1b StPO to transfer the aggregation decision to a subsequent proceeding under §§ 460, 462 StPO.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 55 Abs. 1 StGB, § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB, § 358 Abs. 2 StPO, §§ 460, 462 StPO; Omission of subsequent aggregate sentence merging unexecuted monetary penalty with freedom sentence: The dispute concerned the sentencing phase of a criminal conviction for assisting in drug trafficking in a significant quantity, where the defendant challenged the lower court's refusal to form a subsequent aggregate freedom of punishment under § 55 Abs. 1 StGB by incorporating a prior, unexecuted monetary penalty from a separate judgment. The BGH held that while the lower court correctly cited the prohibition of unfavorable modification (§ 358 Abs. 2 StPO) as a reason to avoid maintaining the monetary penalty under § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB, it erroneously concluded that this barred the mandatory formation of an aggregate freedom of punishment when both types of penalties coincide; consequently, the court utilized its authority under § 354 Abs. 1b StPO to transfer the aggregation decision to a subsequent proceeding under §§ 460, 462 StPO.
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KI-generiertProcedural rule designating the follow-up proceeding for the decision on the aggregate sentence and costs, as ordered in the dispositive.
Volltext
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Magdeburg vom 26. April 2022 aufgehoben, soweit eine nachträgliche Gesamtstrafenbildung unterblieben ist. Die Entscheidung hierüber und über die Kosten des Rechtsmittels ist nach §§ 460, 462 StPO zu treffen.
Die weitergehende Revision wird verworfen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat nach Aufhebung des Strafausspruchs durch Beschluss des Senats vom 26. Januar 2022 den Angeklagten wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge im zweiten Rechtsgang erneut zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die auf die Rügen der Verletzung formellen und sachlichen Rechts gestützte Revision des Angeklagten erzielt den aus der Beschlussformel ersichtlichen geringen Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.
1. Soweit das Landgericht die Bildung einer nachträglichen Gesamtfreiheitsstrafe (§ 55 Abs. 1 StGB) abgelehnt hat, hält das Urteil rechtlicher Nachprüfung nicht stand.
a) Das Amtsgericht Halle verurteilte den Angeklagten mit Strafbefehl vom 22. Juli 2020, rechtskräftig seit dem 18. August 2020, wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen. Nach den Feststellungen war die Geldstrafe im Zeitpunkt der früheren Verurteilung durch das Landgericht noch nicht vollstreckt. Das Landgericht hat die Geldstrafe nicht nach § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB aufrechterhalten, sondern sich allein mit Blick auf das Verschlechterungsverbot an der Bildung einer nachträglichen Gesamtstrafe gehindert gesehen.
b) Die nachträgliche Bildung einer Gesamtfreiheitsstrafe unter Einbeziehung der Geldstrafe nach § 55 Abs. 1 StGB verstößt unter den hier gegebenen Umständen nicht gegen § 358 Abs. 2 StPO (vgl. BGH, Beschlüsse vom 7. Dezember 2016 – 1 StR 358/16, und vom 11. Februar 1988 – 4 StR 516/87, NStZ 1988, 284, 285); wenn – wie hier – Freiheitsstrafe und Geldstrafe zusammentreffen, ist in der Regel eine Gesamtfreiheitsstrafe zu bilden (vgl. BGH, Beschluss vom 3. Dezember 2007 – 5 StR 504/07, NStZ 2009, 27; Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 6. Aufl., Rn. 1220).
2. Der Senat macht von der Möglichkeit des § 354 Abs. 1b Satz 1 StPO Gebrauch, die Entscheidung über die nachträglich zu bildende Gesamtstrafe dem Nachverfahren gemäß §§ 460, 462 StPO zuzuweisen.
Sander
RiBGH Dr. Feilckeist urlaubsbedingt ander Unterschrift gehindert.
Dr. Tiemann
Sander
Fritsche
von Schmettau