Abusive choice-of-law clause in consumer contracts: Exclusion of mandatory protective provisions under Rome I Regulation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Justice dismissed the plaintiff’s complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the lower court’s judgment in a dispute concerning the validity of a choice-of-law clause in standard business-to-consumer terms. The case centered on whether a clause selecting the law of the trader’s home state, without informing the consumer that the protective mandatory provisions of their habitual residence’s law would still apply under Article 6(2) of the Rome I Regulation, was abusive. The Court held that the plaintiff’s arguments failed because the Court of Justice of the European Union has already clarified that such non-transparent choice-of-law clauses are abusive under Article 3(1) of Directive 93/13/EEW, rendering the chosen law ineffective and mandating the application of the law of the consumer’s habitual residence under Article 6(1) Rome I Regulation when the trader targets that market.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, Art. 267 Abs. 3 AEUV, § 97 Abs. 1 ZPO; Abusive choice-of-law clause in consumer contracts: Exclusion of mandatory protective provisions under Rome I Regulation: The case centered on whether a clause selecting the law of the trader’s home state, without informing the consumer that the protective mandatory provisions of their habitual residence’s law would still apply under Article 6(2) of the Rome I Regulation, was abusive. The Court held that the plaintiff’s arguments failed because the Court of Justice of the European Union has already clarified that such non-transparent choice-of-law clauses are abusive under Article 3(1) of Directive 93/13/EEW, rendering the chosen law ineffective and mandating the application of the law of the consumer’s habitual residence under Article 6(1) Rome I Regulation when the trader targets that market.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertProcedural ground cited in the dispositive to reject the complaint for lack of fundamental significance and failure to meet other requirements for admitting revision.
Provision cited to impose the costs of the complaint proceedings on the plaintiff.
Volltext
Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Kammergerichts - 26. Zivilsenat - vom 6. Dezember 2023 wird zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat, die auf die Verletzung von Verfahrensgrundrechten gestützten Rügen nicht durchgreifen und die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts auch im Übrigen nicht erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).
Eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union nach Art. 267 Abs. 3 AEUV ist nicht veranlasst. In der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union ist geklärt, dass eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Unternehmers enthaltene Klausel, nach der auf den streitigen Vertrag das Recht des Mitgliedstaats anzuwenden ist, in dem der Unternehmer seinen Sitz hat, missbräuchlich im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 93/13/EWG über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen ist, wenn sie - wie Ziffer 20.2 Satz 1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beklagten - den betroffenen Verbraucher nicht darüber unterrichtet, dass er nach Art. 6 Abs. 2 Satz 2 der Verordnung (EG) 593/2008 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (Rom-I-VO) auch den Schutz der zwingenden Bestimmungen des Rechts genießt, das ohne diese Klausel anzuwenden wäre, nämlich diejenigen nach dem Recht des Landes, in dem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (vgl. EuGH, Urteil vom 28. Juli 2016 - C-191/15, GRUR 2016, 1183 [juris Rn. 71] = WRP 2016, 1469 - Verein für Konsumenteninformation; Urteil vom 14. September 2023 - C-821/21, WRP 2023, 1331 [juris Rn. 71 f.] - Club La Costa u.a.). Ist keine gültige Rechtswahl getroffen, ist das anwendbare Recht gemäß Art. 6 Abs. 1 Rom-I-VO zu bestimmen (EuGH, WRP 2023, 1331 [juris Rn. 84] - Club La Costa u.a.). Dies führt zur Anwendbarkeit des Rechts, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, wenn der Unternehmer seine Tätigkeit dort ausübt oder hierauf ausgerichtet hat. Liegen diese Voraussetzungen wie im Streitfall vor, kann sich der Verbraucher nicht, weil möglicherweise das gewählte Recht günstiger ist als das Recht des Mitgliedstaats, in dem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, auf das - unwirksam - gewählte Recht berufen. Wegen des besonderen und abschließenden Charakters der in Art. 6 Rom-I-VO genannten, die Bestimmung des geltenden Rechts betreffenden Regeln darf kein anderes Recht gewählt werden. Dies verstieße zwangsläufig erheblich gegen das allgemeine Erfordernis der Vorhersehbarkeit des anzuwendenden Rechts und somit gegen den Grundsatz der Rechtssicherheit bei Vertragsbeziehungen, an denen Verbraucher beteiligt sind (EuGH, WRP 2023, 1331 [juris Rn. 85 f.] - Club La Costa u.a.).
Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.
Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).
Streitwert: 320.000 €
Koch
Löffler
Schwonke
Feddersen
Schmaltz