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6 StR 142/24 ECLI:DE:BGH:2024:280524B6STR142.24.0 KI-generiert

Cannabis dealing conviction reclassified under new Cannabis Act with reduced sentencing framework

Geschäftsnummer 6 StR 142/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice partially allowed the defendant’s appeal, modifying the conviction for dealing with cannabis to reflect the new legal framework, vacating the five-year juvenile sentence, and remanding the case to the Regional Court of Saarbrücken for new proceedings on sentencing, while rejecting the remainder of the appeal. The dispute concerned a juvenile convicted of four counts of dealing with controlled substances, where the defendant challenged the classification and severity of the sentence following the entry into force of the new Cannabis Act (KCanG) on April 1, 2024, which had not been applied by the lower court at the time of its decision. Citing the principle of applying the most favorable law under § 2(3) StGB in conjunction with § 354a StPO, the court determined that the underlying acts are now exclusively governed by § 34 KCanG, resulting in a reduced statutory maximum penalty for an adult offender and rendering one of the four charged acts (possession of 0.9 grams) non-punishable, thereby necessitating a reassessment of the juvenile sentence.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 2 Abs. 3 StGB, § 354a StPO; Cannabis dealing conviction reclassified under new Cannabis Act with reduced sentencing framework: The dispute concerned a juvenile convicted of four counts of dealing with controlled substances, where the defendant challenged the classification and severity of the sentence following the entry into force of the new Cannabis Act (KCanG) on April 1, 2024, which had not been applied by the lower court at the time of its decision. Citing the principle of applying the most favorable law under § 2(3) StGB in conjunction with § 354a StPO, the court determined that the underlying acts are now exclusively governed by § 34 KCanG, resulting in a reduced statutory maximum penalty for an adult offender and rendering one of the four charged acts (possession of 0.9 grams) non-punishable, thereby necessitating a reassessment of the juvenile sentence.

Schlagwörter

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Strafzumessung Widerhandlungen betreffend Hanf E-Justice Inkrafttreten Cannabiskonsum Landesrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Procedural rule cited in the dispositive to ground the partial success of the revision and the subsequent modification and remittal of the judgment.

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Volltext

Strafbares Handeltreiben mit Cannabis nach neuem Recht

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 18. Dezember 2023

a) dahin geändert, dass der Angeklagte des Handeltreibens mit Cannabis in vier Fällen schuldig ist,

b) im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

3. Die weitergehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in vier Fällen unter Einbeziehung eines anderen Urteils zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die hiergegen gerichtete Revision des Angeklagten hat mit der Sachrüge im Umfang der Beschlussformel Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist sie unbegründet gemäß § 349 Abs. 2 StPO.

1. Der Schuldspruch bedarf der Änderung. Zwar lässt das Urteil nach dem zur Zeit der Entscheidung geltenden Recht insoweit keinen Rechtsfehler erkennen. Allerdings ist am 1. April 2024 das Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis (KCanG, BGBl. I Nr. 109) in Kraft getreten; dies ist nach § 2 Abs. 3 StGB i.V.m. § 354a StPO bei der Revisionsentscheidung zu berücksichtigen. Nunmehr ist der Umgang mit Konsumcannabis abschließend im neuen KCanG geregelt, so dass damit im Zusammenhang stehende Straftaten allein nach § 34 KCanG zu bewerten sind (vgl. BT-Drucks. 20/8704, S. 130).

2. Der Strafausspruch hat keinen Bestand. Die Jugendkammer hat bei der Bemessung der Jugendstrafe berücksichtigt, dass „jede einzelne verfahrensgegenständliche Tat des Angeklagten im Erwachsenenstrafrecht nach dem Regelstrafrahmen der Verbrechensqualifikation des § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr belegt ist“. Dies trifft nach dem Inkrafttreten des KCanG nicht mehr zu. Vielmehr wäre bei einem erwachsenen Straftäter – ausgehend vom Regelfall – von einem Strafrahmen von drei Monaten bis zu fünf Jahren auszugehen (§ 34 Abs. 3 Satz 1 KCanG). Hinzu kommt, dass die Jugendkammer zu Lasten des Angeklagten berücksichtigt hat, dass er „teilweise einschlägig mit Betäubungsmitteldelikten vorbelastet“ sei. Bei einer der beiden im Wortlaut wiedergegebenen Taten beschränkte sich das Tun des Angeklagten indes auf den Besitz von 0,9 Gramm Marihuana und wäre nach nunmehr geltendem Recht nicht mehr strafbar (§ 34 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a KCanG). Angesichts dieser Erwägungen vermag der Senat nicht auszuschließen, dass die Jugendkammer zu einer milderen Strafe gelangt wäre.

Feilcke

Tiemann

Fritsche

von Schmettau

Arnoldi