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3 StR 428/21 ECLI:DE:BGH:2022:120122B3STR428.21.0 KI-generiert

Scope of appeal under § 349(2) StPO and interpretation of unannounced appellate motions despite prosecution's assumption of restricted review

Geschäftsnummer 3 StR 428/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Reference (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, confirming the lower court's conviction for murder in concurrent perpetration with attempted murder and grievous bodily injury, and ordering the defendant to bear the procedural costs and the victims' necessary expenses. The dispute centered on a procedural ambiguity where the prosecution, in its application for dismissal, mistakenly assumed the appeal was restricted to the sentencing portion based on the appellate attorney's conduct, despite the defendant's filed brief containing an unlimited motion for annulment. The court held that an appellate motion must be interpreted as covering the most extensive grounds for review in doubt, and that the appellate court is not bound by the prosecution's erroneous characterization of the scope when deciding under Section 349(2) of the Code of Criminal Procedure; this provision allows for a decision without an oral hearing if both the prosecution and the court independently conclude the appeal is manifestly unfounded, a standard met here as the guilty verdict and evidence were legally sound.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Scope of appeal under § 349(2) StPO and interpretation of unannounced appellate motions despite prosecution's assumption of restricted review: The dispute centered on a procedural ambiguity where the prosecution, in its application for dismissal, mistakenly assumed the appeal was restricted to the sentencing portion based on the appellate attorney's conduct, despite the defendant's filed brief containing an unlimited motion for annulment. The court held that an appellate motion must be interpreted as covering the most extensive grounds for review in doubt, and that the appellate court is not bound by the prosecution's erroneous characterization of the scope when deciding under Section 349(2) of the Code of Criminal Procedure; this provision allows for a decision without an oral hearing if both the prosecution and the court independently conclude the appeal is manifestly unfounded, a standard met here as the guilty verdict and evidence were legally sound.

Schlagwörter

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Kognitionsbefugnis Strafprozessordnung Strafzumessung mündliche Verhandlung Anfechtbarkeit des Rückweisungsentscheids versuchter Mord

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 262/80
Oktober 1980 - 1 StR 262/80, BGHSt 29, 359, 365; vgl.
BGHSt 29, 359
Oktober 1980 - 1 StR 262/80, BGHSt 29, 359, 365; vgl.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Basis for dismissing the appeal without an oral hearing as the court found no legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Strafverfahren: Verwerfung der Revision bei von der Staatsanwaltschaft irrtümlich angenommener Rechtsmittelbeschränkung des Angeklagten

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Oberlandgerichts Dresden vom 21. Mai 2021 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Mit Blick auf den unbeschränkten Aufhebungsantrag in der Revisionsbegründungsschrift ist anzunehmen, dass das Rechtsmittel auf die vollständige Anfechtung des Urteils gerichtet ist. Ein vom Angeklagten eingelegtes Rechtsmittel ist nach ständiger Rechtsprechung im Zweifel so zu verstehen, dass es die umfassendere Nachprüfung erlaubt (BGH, Beschluss vom 21. Oktober 1980 - 1 StR 262/80, BGHSt 29, 359, 365; vgl. auch Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 64. Aufl., § 300 Rn. 3 mwN, § 318 Rn. 2 mwN, § 344 Rn. 6 mwN).

Dass der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift von einem beschränk-ten Rechtsmittel ausgegangen ist, nur den Rechtsfolgenausspruch überprüft sowie auf dieser Basis die Verwerfung der Revision beantragt hat, hindert den Senat nicht, gemäß § 349 Abs. 2 StPO im Beschlusswege zu entscheiden. Denn das Revisionsgericht ist im Rahmen dieser Vorschrift nicht an die Antragsbegründung der Staatsanwaltschaft gebunden. Dem Sinn und Zweck der Norm, eine Erledigung ohne Hauptverhandlung (nur) in den Fällen zu ermöglichen, in denen Staatsanwaltschaft und Gericht unabhängig voneinander zu der Überzeugung gelangen, dass das Rechtsmittel offensichtlich unbegründet ist (s. BT-Drucks. IV/178 S. 44), wird durch Antrags- und Einstimmigkeitserfordernis hinreichend Genüge getan; weitere Anforderungen sind nicht zu stellen.

Vorliegend hält auch der Schuldspruch rechtlicher Nachprüfung stand. Die getroffenen Feststellungen, die auf einer rechtsfehlerfreien Beweiswürdigung beruhen, tragen die Verurteilung wegen Mordes in Tateinheit mit versuchtem Mord und mit gefährlicher Körperverletzung.

VRiBGH Prof. Dr. Schäfer isterkrankt und deshalb gehindertzu unterschreiben.

Berg

Erbguth

Berg

Kreicker

Voigt