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5 StR 187/21 ECLI:DE:BGH:2021:071221B5STR187.21.0 KI-generiert

Maternity protection employment ban as ground for challenging lay judge’s participation in criminal trial

Geschäftsnummer 5 StR 187/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant’s appeal as unfounded, upholding the Landgericht Dresden’s conviction and ordering the defendant to bear the costs. The dispute concerned a procedural challenge based on an alleged absolute ground for revision: the lawfulness of the court’s composition, specifically the participation of a lay judge (Schöffe) who was subject to a medical employment ban due to maternity protection. The Court held that the employment ban under § 16 of the Maternity Protection Act (MuSchG), which is directed at the employer rather than the court, does not constitute a prohibition on participating in the main hearing for a lay judge, as the judicial office falls outside the personal scope of the Act. Consequently, the lay judge’s continued participation did not violate the defendant’s right to a lawful judge. The Court further ruled that a court chamber is not obligated to disclose a judge’s pregnancy or answer party inquiries regarding potential medical bans, noting that a lay judge’s inability to serve due to health reasons is exceptional.

Legislator-Regeste

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Maternity protection employment ban as ground for challenging lay judge’s participation in criminal trial: The dispute concerned a procedural challenge based on an alleged absolute ground for revision: the lawfulness of the court’s composition, specifically the participation of a lay judge (Schöffe) who was subject to a medical employment ban due to maternity protection. The Court held that the employment ban under § 16 of the Maternity Protection Act (MuSchG), which is directed at the employer rather than the court, does not constitute a prohibition on participating in the main hearing for a lay judge, as the judicial office falls outside the personal scope of the Act. Consequently, the lay judge’s continued participation did not violate the defendant’s right to a lawful judge. The Court further ruled that a court chamber is not obligated to disclose a judge’s pregnancy or answer party inquiries regarding potential medical bans, noting that a lay judge’s inability to serve due to health reasons is exceptional.

Schlagwörter

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Prozessrecht Arbeitsverbot Gesetzlicher Schutz Verfahrensrechte Mutterschaftsurlaub Parteianhörung

Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Absoluter Revisionsgrund in Strafsachen: Gesetzeswidrige Gerichtsbesetzung bei ärztlichem Beschäftigungsverbot für eine Schöffin im Mutterschutz

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Dresden vom 23. Dezember 2020 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Ungeachtet des Umstands, dass bereits die Zulässigkeit der Verfahrensbeanstandung zweifelhaft ist, mit der der Beschwerdeführer die „fehlerhafte“ Besetzung der Strafkammer rügt, erweist sie sich auch als unbegründet. Denn das einer ehrenamtlichen Richterin nach § 16 Abs. 1 MuSchG ausgesprochene Beschäftigungsverbot führt nicht zu einem Mitwirkungsverbot in der Hauptverhandlung. Das an den Arbeitgeber, nicht aber an das Gericht gerichtete Beschäftigungsverbot führt schon deshalb nicht zu einer gesetzeswidrigen Besetzung, weil die als öffentliches Ehrenamt ausgeführte Schöffentätigkeit (§ 31 Satz 1 GVG) nicht dem persönlichen Anwendungsbereich des Mutterschutzgesetzes unterfällt (vgl. dazu im Einzelnen BGH, Urteil vom 30. September 2021 - 5 StR 161/21, zur Veröffentlichung in BGHSt vorgesehen).

Soweit der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift die Auffassung vertritt, ein Verfahrensbeteiligter könne in diesen Fällen auf die Weiterbeschäftigung der Schöffin mit einem Befangenheitsgesuch reagieren, das „gemeinhin Erfolg“ haben werde, trifft dies schon deshalb nicht zu, weil - wie dargelegt - die weitere Mitwirkung einer Schöffin, für die ein ärztliches Beschäftigungsverbot nach § 16 MuSchG erteilt ist, keinen Verstoß gegen das Recht auf den gesetzlichen Richter darstellt. Zudem ist eine Strafkammer unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt dazu verpflichtet, die Schwangerschaft einer Berufsrichterin oder Schöffin offenzulegen oder Fragen der Verfahrensbeteiligten dazu zu beantworten; jedenfalls bei einer Schöffin gilt im Hinblick auf etwaige ärztliche Beschäftigungsverbote nach § 16 MuSchG Gleiches (vgl. zum unzulässigen Ausforschen etwaiger Befangenheitsgründe auch BGH, Beschluss vom 14. April 2020 - 5 StR 14/20, NJW 2020, 2741; Urteil vom 2. September 2020 - 5 StR 630/19, NStZ 2020, 749). Anderes mag allenfalls gelten, wenn ausnahmsweise die Verhandlungsunfähigkeit einer zur Entscheidung berufenen Person wegen einer ernsthaften Erkrankung aufgrund konkreter und tragfähiger Anhaltspunkte in Rede steht oder es um die Frage geht, ob eine Konstellation im Sinne der Entscheidung des 2. Strafsenats vom 7. November 2016 (2 StR 9/15, BGHSt 61, 296) vorliegt (zwingender nachgeburtlicher Mutterschutz einer Berufsrichterin). Dass eine Schöffin aufgrund einer Schwangerschaft aus gesundheitlichen Gründen nicht geeignet sein sollte, das Schöffenamt auszuüben, liegt auch in Fällen des § 16 MuSchG regelmäßig fern.

Cirener

Gericke

Mosbacher

Köhler

Werner