Scope of judicial review of expert recusal: pre-oral testimony conduct and exclusion of impact on verdict under Section 337 StPO
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) 2nd Criminal Senate dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the lower court's judgment and ordering the defendant to bear the appellate costs and the necessary expenses of the co-plaintiff. The dispute concerned a procedural objection alleging that the presiding judge erroneously rejected a motion to recuse a psychiatric expert witness based on "value-based remarks" found in the expert's preliminary written report, specifically descriptions of the defendant's communication style as manipulative. The court held that while expert conduct prior to oral testimony can theoretically raise concerns about impartiality under Section 74 of the Code of Criminal Procedure, such concerns are not justified if a reasonable observer, from the defendant's perspective, would not doubt the expert's neutrality; here, the expert had explicitly labeled the remarks as illustrative notes supporting a risk assessment, making the rejection of the recusal motion legally valid. Consequently, under Section 337 of the Code of Criminal Procedure, the court determined that the alleged error did not influence the verdict, as a correct recusal decision would likely have resulted in the appointment of another expert without altering the sentencing outcome in the defendant's favor.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 337 StPO; Scope of judicial review of expert recusal: pre-oral testimony conduct and exclusion of impact on verdict under Section 337 StPO: The dispute concerned a procedural objection alleging that the presiding judge erroneously rejected a motion to recuse a psychiatric expert witness based on "value-based remarks" found in the expert's preliminary written report, specifically descriptions of the defendant's communication style as manipulative. The court held that while expert conduct prior to oral testimony can theoretically raise concerns about impartiality under Section 74 of the Code of Criminal Procedure, such concerns are not justified if a reasonable observer, from the defendant's perspective, would not doubt the expert's neutrality; here, the expert had explicitly labeled the remarks as illustrative notes supporting a risk assessment, making the rejection of the recusal motion legally valid. Consequently, under Section 337 of the Code of Criminal Procedure, the court determined that the alleged error did not influence the verdict, as a correct recusal decision would likely have resulted in the appointment of another expert without altering the sentencing outcome in the defendant's favor.
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KI-generiertCited in the dispositive as the basis to exclude that the alleged procedural error regarding the expert's recusal influenced the outcome of the proceedings.
Volltext
Strafverfahren: Befangenheitsbesorgnis gegen einen Sachverständigen wegen Verhaltensweisen im Vorfeld der mündlichen Gutachtenerstattung
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Mühlhausen vom 24. Februar 2021 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels sowie die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Die Verfahrensrüge des Angeklagten, das Landgericht habe den gegen den psychiatrischen Sachverständigen gerichteten Ablehnungsantrag mit unzureichender Begründung verworfen, weil es in dem das Gesuch zurückweisenden Beschluss den gerügten wertenden Anmerkungen des Sachverständigen in dessen vorbereitenden schriftlichen Gutachten die Eignung abgesprochen habe, eine Befangenheit zu begründen, bleibt ‒ jenseits der Ausführungen des Generalbundesanwalts ‒ der Erfolg auch deshalb versagt, weil das Urteil nicht auf diesem Verstoß beruhen kann. Zwar hat das Landgericht insoweit verkannt, dass auch Verhaltensweisen eines Sachverständigen im Vorfeld der mündlichen Gutachtenerstattung in der Hauptverhandlung die Besorgnis einer Befangenheit begründen können (vgl. LR-StPO/Krause, 27. Aufl., § 74 Rn. 13 mwN). Der Senat kann indes ausschließen (§ 337 StPO), dass eine rechtsfehlerfreie Entscheidung des Landgerichts zur Hinzuziehung eines anderen Sachverständigen und dadurch möglicherweise zu einer für den Angeklagten günstigeren Rechtsfolgenentscheidung geführt hätte. Denn die beanstandeten Formulierungen gaben bei verständiger Würdigung vom Standpunkt des Angeklagten keinen Anlass, an der Unparteilichkeit und Unvoreingenommenheit des Sachverständigen zu zweifeln (vgl. zum Maßstab Senat, Urteil vom 2. August 1995 ‒ 2 StR 221/94, BGHSt 41, 206, 211).
Der Sachverständige hat in den Vorbemerkungen seines 191 Seiten umfassenden vorbereitenden Gutachtens ‒ teilweise im Fettdruck optisch hervorgehoben ‒ darauf hingewiesen, dass „mittels klar als 'Wertende Anmerkung des Unterzeichners' gekennzeichneten Fußnoten EXEMPLARISCHE Belege für das Vorhandensein eines bestimmten Risikofaktors (z.B. gem. PCL-R) gegeben“ werden. Angesichts dessen ist nicht zu beanstanden, dass er in Fußnote 168 auf Seite 90 seines Gutachtens bei der Beschreibung des psychischen Befundes und gekennzeichnet als ˈWertende Anmerkung des Unterzeichnersˈ mit Blick auf das erste Kriterium der PCL-R „Teile des Kommunikationsstils“ des Angeklagten sowohl bei der Exploration als auch seiner Einlassung am ersten Hauptverhandlungstag als manipulativ beschreibt. Denn diese Ausführungen dienen, wie in der Vorbemerkung des Gutachtens dargestellt, erkennbar dem Beleg der ‒ vorläufigen ‒ Risikobewertung des Sachverständigen. Dass dieser insoweit eine Auffassung vertritt, die sich zum Nachteil des Angeklagten auswirken kann, vermag seine Befangenheit nicht zu begründen.
Die dem inzwischen verstorbenen Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen waren dem Angeklagten aufzuerlegen (vgl. Senat, Urteil vom 24. August 2016 ‒ 2 StR 504/15, juris Rn. 34 mwN).
Franke
Appl
Zeng
Grube
Schmidt