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5 StR 300/21 ECLI:DE:BGH:2021:231121B5STR300.21.0 KI-generiert

Plea bargain validity: no obligation to warn about sentencing increase after late confession

Geschäftsnummer 5 StR 300/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Judge (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the lower court's conviction and four-year, six-month imprisonment sentence, while modifying the judgment to order the credit of foreign extradition time served at a 1:1 ratio; the dispute centered on whether the trial court violated its duty to issue a warning under § 265(2) No. 2 StPO after rejecting a plea bargain offer early in the trial and later imposing a harsher sentence following a guilty plea on the final day, with the court holding that no such warning was required because an early settlement proposal implies an expectation of a timely confession and does not create a legitimate expectation that the original sentencing range applies to late pleas; the decisive legal basis involved the interpretation of the warning obligation in § 265(2) No. 2 StPO regarding plea bargains and the court's inherent authority under § 354(1) StPO to determine the credit ratio under § 51(4) sentence 2 StGB for foreign detention when no prior determination exists.

Legislator-Regeste

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§ 265 Abs. 2 Nr. 2 StPO, § 51 Abs. 4 Satz 2 StGB, § 354 Abs. 1 StPO; Plea bargain validity: no obligation to warn about sentencing increase after late confession: 2 StPO after rejecting a plea bargain offer early in the trial and later imposing a harsher sentence following a guilty plea on the final day, with the court holding that no such warning was required because an early settlement proposal implies an expectation of a timely confession and does not create a legitimate expectation that the original sentencing range applies to late pleas; the decisive legal basis involved the interpretation of the warning obligation in § 265(2) No. 2 StPO regarding plea bargains and the court's inherent authority under § 354(1) StPO to determine the credit ratio under § 51(4) sentence 2 StGB for foreign detention when no prior determination exists.

Schlagwörter

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Strafzumessung Geständnis Auslieferung Auslegung von Urteilen Verpflichtungsgrund Prozesserledigung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 354 Abs. 1 StPO

Procedural basis cited in the dispositive for the court's modification of the judgment to set the credit ratio for foreign detention at 1:1.

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Volltext

Verständigung im Strafverfahren: Erforderlichkeit eines zeitnahen Geständnisses nach gerichtlichem Verständigungsvorschlag

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 26. März 2021 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass die in hiesiger Sache in Belgien erlittene Auslieferungshaft im Maßstab 1:1 angerechnet wird; im Übrigen hat die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die Rüge eines Verstoßes gegen § 265 Abs. 2 Nr. 2 StPO ist jedenfalls unbegründet. Der Angeklagte beanstandet insoweit, dass das Gericht ihn trotz eines am letzten (fünften) Hauptverhandlungstag im Rahmen seines letzten Wortes abgelegten Geständnisses ohne vorherigen Hinweis zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt hat, obwohl es in einem am ersten Hauptverhandlungstag unterbreiteten Verständigungsvorschlag (dem der Angeklagte nicht zugestimmt hatte) für den Fall eines umfassenden Geständnisses eine Strafe zwischen drei Jahren und neun Monaten und vier Jahren und drei Monaten in Aussicht gestellt hatte.

Einen Rechtsfehler zeigt die Revision damit nicht auf. Ein Hinweis nach § 265 Abs. 2 Nr. 2 StPO ist in derartigen Konstellationen nicht erforderlich. Denn einem vom Gericht zu Beginn der Hauptverhandlung unterbreiteten Verständigungsvorschlag liegt regelmäßig - für alle Beteiligten ersichtlich - die Erwartung zugrunde, dass der Angeklagte zeitnah dazu ein Geständnis ablegt und damit die Verhandlungsdauer verkürzt. Ein solcher Vorschlag begründet nicht das für die Hinweispflicht nach § 265 Abs. 2 Nr. 2 StPO erforderliche (vgl. BT-Drucks. 18/11277 S. 37; LR-StPO/Stuckenberg, 27. Aufl., § 265 Rn. 47) Vertrauen dahingehend, dass die ursprüngliche Strafrahmenzusage auch für ein späteres Geständnis gilt (vgl. zur Problematik BGH, Urteile vom 2. September 2020 - 5 StR 630/19, NStZ 2020, 749, 750; vom 30. Juni 2011 - 3 StR 39/11, NJW 2011, 3463; OLG Düsseldorf StraFo 2019, 158; Schneider NStZ 2018, 232, 233).

Da bislang eine Entscheidung über den nach § 51 Abs. 4 Satz 2 StGB zu bestimmenden Anrechnungsmaßstab für die in Belgien in dieser Sache erlittene Auslieferungshaft fehlt, hat der Senat diesen entsprechend § 354 Abs. 1 StPO selbst auf 1:1 festgesetzt (vgl. BGH, Beschluss vom 20. November 2019 - 2 StR 357/19 mwN).

Gericke

Berger

Mosbacher

Resch

von Häfen