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XI ZR 46/22 ECLI:DE:BGH:2023:140223BXIZR46.22.0 KI-generiert

Admissibility of revision for fundamental legal uncertainty under consumer credit directive in remote loan agreements

Geschäftsnummer XI ZR 46/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The BGH dismissed the plaintiff's application for a stay of proceedings and rejected his complaint against the non-admission of revision, resulting in the lower appellate court’s decision remaining in force. The dispute concerned a non-admission complaint in a civil procedure regarding remote sales annuity loans secured by land charges, where the plaintiff challenged the validity of information provisions and a withdrawal instruction containing a cascading reference under Directive 2002/65/EC. The court held that the legal issues lacked fundamental significance for revision because the relevant withdrawal right was governed exclusively by national law under § 495 (1) BGB in conjunction with § 355 BGB (version 2010–2014), and the specific remote sales withdrawal right under § 312d (5) sentence 1 BGB did not apply; consequently, the instruction was deemed clear and comprehensible under domestic standards, rendering the preliminary questions to the Court of Justice of the EU inadmissible due to lack of relevance.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 495 Abs. 1 BGB, § 355 BGB, § 312d Abs. 5 Satz 1 BGB, § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbs. 2 ZPO, § 97 Abs. 1 ZPO; Admissibility of revision for fundamental legal uncertainty under consumer credit directive in remote loan agreements: The dispute concerned a non-admission complaint in a civil procedure regarding remote sales annuity loans secured by land charges, where the plaintiff challenged the validity of information provisions and a withdrawal instruction containing a cascading reference under Directive 2002/65/EC. The court held that the legal issues lacked fundamental significance for revision because the relevant withdrawal right was governed exclusively by national law under § 495 (1) BGB in conjunction with § 355 BGB (version 2010–2014), and the specific remote sales withdrawal right under § 312d (5) sentence 1 BGB did not apply; consequently, the instruction was deemed clear and comprehensible under domestic standards, rendering the preliminary questions to the Court of Justice of the EU inadmissible due to lack of relevance.

Schlagwörter

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Konsumkreditvertrag zivilrechtliche Revision Richtlinie Bodenrecht Widerrufsrecht Vorentscheid

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO

Main ground for rejecting the complaint against non-admission of revision due to lack of fundamental significance.

§ 97 Abs. 1 ZPO

Procedural basis for ordering the losing party to bear the costs of the complaint proceedings.

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Volltext

Der Antrag des Klägers auf Aussetzung des Verfahrens wird abgelehnt.

Die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers gegen den Beschluss des 5. Zivilsenats des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 9. Februar 2022 wird zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Der Kläger wirft mehrere Vorlagefragen in Bezug auf die Richtlinie 2002/65/EG auf. Soweit die Fragen daran anknüpfen, dass verschiedene Informationen zu den Ratenzahlungen bei den im Fernabsatz gewährten Annuitätendarlehen nicht zur Verfügung gestellt worden seien, legt der Kläger nicht dar, inwieweit diese Fragen entscheidungserheblich sind. Er setzt sich nicht damit auseinander, dass in den streitgegenständlichen Verträgen Informationen zu den in den Fragen aufgeführten Punkten enthalten sind. Soweit mit einer Frage geklärt werden soll, ob ein in der Widerrufsbelehrung enthaltener Kaskadenverweis den Vorgaben der Richtlinie 2002/65/EG entspricht, stellt sich diese Frage vorliegend nicht. Wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, ist bei den grundpfandrechtlich besicherten Annuitätendarlehen bereits auf Grund von § 495 Abs. 1 BGB ein Widerrufsrecht nach § 355 BGB in der vom 11. Juni 2010 bis zum 12. Juni 2014 geltenden Fassung gegeben. Das spezielle Widerrufsrecht für Fernabsatzverträge besteht daher aufgrund der ausdrücklichen gesetzlichen Regelung des § 312d Abs. 5 Satz 1 BGB in der vom 11. Juni 2010 bis zum 12. Juni 2014 geltenden Fassung nicht. Die streitgegenständliche Widerrufsbelehrung ist daher ausschließlich nach den Grundsätzen des nationalen Rechts zu beurteilen; nach diesen ist sie klar und verständlich (vgl. Senatsbeschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 581/18, ZIP 2020, 868).

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt 81.081,67 € (vgl. Senatsbeschluss vom 4. Dezember 2018 - XI ZR 196/18, juris).

Ellenberger

Grüneberg

Menges

Derstadt

Ettl