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5 StR 502/22 ECLI:DE:BGH:2023:140223B5STR502.22.0 KI-generiert

Drastic recalculation of total sentence in drug trafficking case due to unverifiable temporal data of prior convictions

Geschäftsnummer 5 StR 502/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The defendant partially prevailed in this criminal appeal, where the Federal Court of Justice (BGH) overturned the lower court's sentence aggregation and ordered a subsequent judicial decision on the total sentence via summary proceedings, while dismissing the remainder of the appeal against the guilty verdicts and individual sentences. The defendant, convicted of nine counts of drug trafficking in considerable quantities, challenged the calculation of the total custodial sentence, which incorporated three prior final judgments, including a probationary fine and a prior sentence. The appeal succeeded solely on the point that the lower court failed to specify the exact times of the prior offenses, rendering it impossible to verify the validity of the aggregation or determine if a temporal cut-off (Zäsurwirkung) applied under the German Code of Criminal Procedure. Relying on § 354 Abs. 1b StPO, the BGH remanded the issue exclusively concerning the formation of the total sentence to a subsequent decision under §§ 460, 462 StPO, leaving the findings of guilt and individual sentences intact, and ordered the defendant to bear the costs of the legal remedy.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, §§ 460, 462 StPO; Drastic recalculation of total sentence in drug trafficking case due to unverifiable temporal data of prior convictions: The defendant, convicted of nine counts of drug trafficking in considerable quantities, challenged the calculation of the total custodial sentence, which incorporated three prior final judgments, including a probationary fine and a prior sentence. The appeal succeeded solely on the point that the lower court failed to specify the exact times of the prior offenses, rendering it impossible to verify the validity of the aggregation or determine if a temporal cut-off (Zäsurwirkung) applied under the German Code of Criminal Procedure. Relying on § 354 Abs. 1b StPO, the BGH remanded the issue exclusively concerning the formation of the total sentence to a subsequent decision under §§ 460, 462 StPO, leaving the findings of guilt and individual sentences intact, and ordered the defendant to bear the costs of the legal remedy.

Schlagwörter

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Strafzumessung wegen Drogenhandels Freiheitsstrafe Strafprozessordnung Schuldschein Bussenbemessung kriminelle Aktivität

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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4 StR 426/04
2 StR 225/22
Inclusion of post-closing-effect judgments in aggregate sentence calculation under § 55 StGB
5 StR 430/04
Oktober 2004 – 5 StR 430/04, NJW 2004, 3788 f.).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§§ 460, 462 StPO

Procedural basis cited in the dispositive for ordering a subsequent judicial decision on the total sentence.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Berlin vom 15. August 2022 im Ausspruch über die Gesamtstrafe mit der Maßgabe aufgehoben, dass hierüber eine nachträgliche gerichtliche Entscheidung nach §§ 460, 462 StPO zu treffen ist.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in neun Fällen unter Einbeziehung der rechtskräftigen Einzelstrafen aus dem Beschluss des Amtsgerichts Tiergarten vom 6. Juli 2021 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt und ihn von neun weiteren, mit der Anklage zur Last gelegten Fällen des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge freigesprochen. Mit seiner auf die Sachrüge gestützten Revision erzielt der Angeklagte den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

1. Die aufgrund der Revisionsrechtfertigung veranlasste Überprüfung des Urteils hat zum Schuldspruch und zu den Einzelstrafaussprüchen keine Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben. Die Bildung der Gesamtstrafe hält indessen rechtlicher Prüfung nicht stand. Der Generalbundesanwalt hat in seiner Antragsschrift insoweit ausgeführt:

Mangels Angabe der Tatzeiten der den beiden letzten Vorverurteilungen zugrunde liegenden Delikte lässt sich weder die Richtigkeit des Gesamtstrafenbeschlusses des Amtsgerichts Tiergarten vom 6. Juli 2021, mithin auch nicht nachvollziehen, dass neben der Einzelstrafe aus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Tiergarten vom 2. September 2020 auch die Geldstrafe aus dem Urteil des Amtsgerichts Tiergarten vom 20. April 2021 gesamtstrafenfähig ist, noch lässt sich überprüfen, ob dem vorangegangenen Strafbefehl vom 3. Mai 2019 hinsichtlich der mit den nachfolgenden beiden Entscheidungen abgeurteilten Taten zu irgendeinem Zeitpunkt Zäsurwirkung zukam.

Der Senat entscheidet gemäß § 354 Abs. 1b StPO, der bei Rechtsfehlern, die ausschließlich die Bildung der Gesamtstrafe betreffen, die Möglichkeit eröffnet, auf eine nachträgliche gerichtliche Entscheidung im Beschlusswege nach §§ 460, 462 StPO zu verweisen.

2. Der Angeklagte hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen. Die Kostenentscheidung muss nicht – was möglich wäre (vgl. BGH, Beschluss vom 9. November 2004 – 4 StR 426/04, NJW 2005, 1205 f.) – dem Nachverfahren gemäß §§ 460, 462 StPO vorbehalten bleiben, weil sicher abzusehen ist, dass das Rechtsmittel des Angeklagten, der seine Verurteilung insgesamt angegriffen hat, nur einen geringfügigen Teilerfolg haben kann, so dass der Senat die Kostenentscheidung gemäß § 473 Abs. 1 und 4 StPO selbst treffen kann (vgl. BGH, Beschlüsse vom 13. September 2022 – 2 StR 225/22; vom 28. Oktober 2004 – 5 StR 430/04, NJW 2004, 3788 f.).

Cirener

Gericke

Resch

von Häfen

Werner