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6 StR 372/21 ECLI:DE:BGH:2021:061021B6STR372.21.0 KI-generiert

Unlawful entry of non-EU nationals without Schengen visas as aggravated human smuggling under § 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG

Geschäftsnummer 6 StR 372/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the defendant's appeal against the Landgericht Weiden's judgment of April 13, 2021, upholding the conviction and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The case involved the criminal prosecution of a people smuggler for facilitating the unlawful entry of non-EU nationals, including Iranian and Syrian citizens, into the Schengen area, with the defendant challenging the application of German and foreign laws regarding visa requirements and residency obligations. The court held that the conviction for unlawful entry under §§ 95 and 97 of the Residence Act (AufenthG) did not depend on whether the migrants fulfilled their duty to possess valid passports, as the unlawful entry itself satisfied the statutory elements. Furthermore, the court confirmed that the conditions for aggravated smuggling under § 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG were met because the migrants lacked the visas required by Council Regulation (EC) No. 539/2001 to cross external Schengen borders, noting that a ban derived from this regulation constitutes a prohibited act for the purposes of the statute even without specific criminal sanctions, thereby rendering the Czech criminal law provision cited by the lower court irrelevant.

Legislator-Regeste

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§ 48 Abs. 2 AufenthG, § 95 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG, § 95 AufenthG, § 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG, § 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG; Unlawful entry of non-EU nationals without Schengen visas as aggravated human smuggling under § 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG: Es kann dahinstehen, ob in den Fällen 1, 2 und 4 der Urteilsgründe die geschleusten iranischen und syrischen Staatsangehörigen mit Blick auf die Zumutbarkeit der Erfüllung ihrer Passpflicht (§ 3 Abs. 1 i.V.m. § 48 Abs. 2 AufenthG) tatbestandsmäßig im Sinne von § 95 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG gehandelt haben (vgl. BeckOK-AuslR/Hohoff, 30. Edition, 1. Juli 2021, § 95 AufenthG Rn. 7 mwN). Denn angesichts deren unerlaubter Einreise (§ 96 Abs. 1 Nr. 1, § 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG) beruhen weder der Schuldspruch nach § 97 Abs. 2 AufenthG noch der Strafausspruch auf der zusätzlichen Annahme eines unerlaubten Aufenthalts der Geschleusten im Bundesgebiet.

Schlagwörter

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Schlepperei Hausfriedensbruch ausländische Staatsangehörige Strafverfolgung Visum Abschiebung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 48 Abs. 2 AufenthG
§ 48 Abs. 2 AufenthG) tatbestandsmäßig im Sinne von § 95 Abs.
§ 95 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG
2 AufenthG) tatbestandsmäßig im Sinne von § 95 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG gehandelt haben (vgl.
§ 95 AufenthG
Juli 2021, § 95 AufenthG Rn.
§ 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG
1, § 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG) beruhen weder der Schuldspruch nach § 97 Abs.
§ 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG
Die Wertung des Landgerichts, im Fall 5 lägen die Voraussetzungen von § 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG vor, begegnet im Ergebnis keinen Bedenken.

Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Weiden i.d. OPf. vom 13. April 2021 wird als unbegründet verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

1. Es kann dahinstehen, ob in den Fällen 1, 2 und 4 der Urteilsgründe die geschleusten iranischen und syrischen Staatsangehörigen mit Blick auf die Zumutbarkeit der Erfüllung ihrer Passpflicht (§ 3 Abs. 1 i.V.m. § 48 Abs. 2 AufenthG) tatbestandsmäßig im Sinne von § 95 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG gehandelt haben (vgl. BeckOK-AuslR/Hohoff, 30. Edition, 1. Juli 2021, § 95 AufenthG Rn. 7 mwN). Denn angesichts deren unerlaubter Einreise (§ 96 Abs. 1 Nr. 1, § 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG) beruhen weder der Schuldspruch nach § 97 Abs. 2 AufenthG noch der Strafausspruch auf der zusätzlichen Annahme eines unerlaubten Aufenthalts der Geschleusten im Bundesgebiet.

2. Die Wertung des Landgerichts, im Fall 5 lägen die Voraussetzungen von § 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG vor, begegnet im Ergebnis keinen Bedenken. Denn hierfür genügt, dass die geschleusten Nicht-EU-Ausländer kein gemäß der zum Tatzeitpunkt geltenden Fassung von Art. 1 Abs. 1 Anlage I der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21. März 2001, S. 1) für das Überschreiten der Außengrenzen der Mitgliedstaaten des Schengen-Raumes erforderliches Visum besaßen; das sich hieraus abzuleitende Verbot erfüllt auch ohne Sanktionsbewehrung die tatbestandlichen Voraussetzungen von § 96 Abs. 4 Nr. 1 AufenthG (vgl. BGH, Urteile vom 15. März 2021 - 5 StR 627/19; vom 14. November 2019 - 3 StR 561/18, NStZ-RR 2020, 184, 185; Beschluss vom 13. Januar 2015 - 4 StR 378/14, NStZ 2015, 399, 401). Auf die vom Landgericht herangezogene, eine Strafbarkeit des Schleusers begründende Norm aus dem tschechischem Strafgesetzbuch kommt es hingegen nicht an.

Sander

Schneider

König

Fritsche

von Schmettau