Adhesion proceedings: Unenforceability of civil compensation claim due to failure to specify the grounds of the claim
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice partially granted the defendant's revision, overturning the lower court's civil compensation (adhesion) award of €4,000 for pain and suffering while affirming the conviction for rape, intentional bodily injury, and insult. The case concerned a criminal proceeding with an adhesion claim where the defendant challenged the validity of the prosecution's civil award, arguing the procedural requirements for the victim's claim were not met. The court held that the adhesion application was inadmissible under § 404(1) Sentence 2 of the Code of Criminal Procedure (StPO) because it failed to specify the underlying grounds of the claim, lacking the minimum requirements even in simple cases; consequently, the court declined to make a further adhesion decision per § 406(1) StPO as no valid applications remained, and the defendant was ordered to bear the costs of the revision and the victim's necessary expenses.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 404 Abs. 1 Satz 2 StPO, § 473 Abs. 4 StPO, § 472a Abs. 2 StPO, § 406 Abs. 1 Satz 3 und 6 StPO; Adhesion proceedings: Unenforceability of civil compensation claim due to failure to specify the grounds of the claim: The case concerned a criminal proceeding with an adhesion claim where the defendant challenged the validity of the prosecution's civil award, arguing the procedural requirements for the victim's claim were not met. The court held that the adhesion application was inadmissible under § 404(1) Sentence 2 of the Code of Criminal Procedure (StPO) because it failed to specify the underlying grounds of the claim, lacking the minimum requirements even in simple cases; consequently, the court declined to make a further adhesion decision per § 406(1) StPO as no valid applications remained, and the defendant was ordered to bear the costs of the revision and the victim's necessary expenses.
Schlagwörter
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KI-generiertCited to classify the portion of the revision not affecting the main conviction as unfounded.
Cited to legally base the order to abstain from a substantive decision on the adhesion claim.
Cited to justify the allocation of the costs of the legal remedy to the appellant.
Cited to justify the allocation of expenses specifically arising from the adhesion proceedings.
Volltext
Adhäsionsverfahren: Inhaltliche Anforderungen an den Adhäsionsantrag
[TENOR]
1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Bochum vom 9. Juni 2020 im Adhäsionsausspruch aufgehoben. Von einer Entscheidung über den Adhäsionsantrag wird abgesehen.
2. Die weiter gehende Revision wird verworfen.
3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen. Die durch das Adhäsionsverfahren entstandenen gerichtlichen Auslagen werden der Staatskasse auferlegt. Die sonstigen durch dieses Verfahren entstandenen Auslagen trägt jeder Beteiligte selbst.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit „vorsätzlicher Körperverletzung“ und wegen Beleidigung zu der Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten verurteilt. Zudem hat es eine Adhäsionsentscheidung zugunsten der Nebenklägerin getroffen. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten erzielt den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
1. Der Adhäsionsausspruch, mit dem das Landgericht der Nebenklägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 4.000,00 € nebst Zinsen zugesprochen hat, kann keinen Bestand haben. Der zugrundeliegende Adhäsionsantrag der Nebenklägerin entsprach nicht den inhaltlichen Anforderungen des § 404 Abs. 1 Satz 2 StPO. Nach dieser Vorschrift muss der Antrag unter anderem den Gegenstand und den Grund des geltend gemachten Anspruchs bestimmt bezeichnen (vgl. Senatsbeschluss vom 15. März 2017 - 4 StR 22/17, NStZ-RR 2017, 142 mwN). Hieran fehlt es, denn der Schriftsatz der Nebenklagevertreterin vom 12. Februar 2020, welcher dem Angeklagten und seinem Verteidiger in der Hauptverhandlung übergeben worden ist, erschöpfte sich zum Adhäsionsverfahren in dem auf Zahlung eines Schmerzensgeldes gerichteten Leistungsantrag; Ausführungen zur Begründung des geltend gemachten Anspruchs enthielt der Schriftsatz nicht. Da eine weitere Konkretisierung - soweit ersichtlich - auch sonst nicht erfolgt ist, genügt der Adhäsionsantrag nicht einmal den nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bei einfach gelagerten Sachverhalten bestehenden Mindestanforderungen (vgl. nur Senatsbeschlüsse vom 15. März 2017, aaO; vom 22. Oktober 2013 - 4 StR 368/13, BGHR StPO § 404 Abs. 1 Satz 2 Wirksamkeit 1) und ist daher unzulässig.
2. Eine Zurückverweisung der Sache allein zur prozessordnungsgemäßen Nachholung des Adhäsionsverfahrens kommt nicht in Betracht, da wirksame Anträge nicht mehr gestellt werden könnten. Der Senat spricht deshalb aus, dass insoweit gemäß § 406 Abs. 1 Satz 3 und 6 StPO von einer Entscheidung abgesehen wird (vgl. Senatsbeschluss vom 15. März 2017, aaO).
3. Der geringfügige Erfolg der Revision rechtfertigt es nicht, den Angeklagten auch nur teilweise von den Kosten seines Rechtsmittels zu befreien, § 473 Abs. 4 StPO. Die Entscheidung über die ausscheidbaren Auslagen für das Adhäsionsverfahren folgt aus § 472a Abs. 2 StPO.
Sost-Scheible
Quentin
Bartel
Lutz
Maatsch