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1 StR 87/21 ECLI:DE:BGH:2021:060421B1STR87.21.0 KI-generiert

Cost reimbursement in separate forfeiture proceedings after reduction of earnings due to victim compensation under § 73e StGB

Geschäftsnummer 1 StR 87/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Justice dismissed the convicted person’s appeal and immediate complaint, upholding the lower court’s refusal to award partial cost reimbursement for attorney fees in a separate forfeiture proceeding, thereby leaving the original cost order in force. The dispute concerned the defendant’s argument that the reduced forfeiture amount, which was lower than the initial value of the criminal proceeds due to settlement agreements with victims and partial satisfaction via an insolvency administrator, should trigger a cost award under equitable grounds. The court held that the reduction resulted from the partial extinction of the victim’s right of recovery under § 73e Abs. 1 StGB, rendering the defense effectively unsuccessful regarding the original forfeiture value; consequently, based on §§ 73 Abs. 1, 2, 73c StGB and § 423 Abs. 1, Abs. 4 StPO, no entitlement to cost reimbursement existed under the attorney fee rules (Nr. 4142 VV RVG).

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 73c Satz 1 StGB, § 73e Abs. 1 StGB; Cost reimbursement in separate forfeiture proceedings after reduction of earnings due to victim compensation under § 73e StGB: The dispute concerned the defendant’s argument that the reduced forfeiture amount, which was lower than the initial value of the criminal proceeds due to settlement agreements with victims and partial satisfaction via an insolvency administrator, should trigger a cost award under equitable grounds. The court held that the reduction resulted from the partial extinction of the victim’s right of recovery under § 73e Abs. 1 StGB, rendering the defense effectively unsuccessful regarding the original forfeiture value; consequently, based on §§ 73 Abs. 1, 2, 73c StGB and § 423 Abs. 1, Abs. 4 StPO, no entitlement to cost reimbursement existed under the attorney fee rules (Nr. 4142 VV RVG).

Schlagwörter

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angemessene Entschädigung Verfallsvertrag Kürzung des Anwaltshonorars Kostenersatz Kostenrückforderung Ertrag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Legal basis cited in the dispositive for the dismissal of the revision as unfounded.

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Volltext

Selbständiges Einziehungsverfahren: Teilweise Kostenerstattung bezüglich der Rechtsanwaltsgebühr wegen niedrigerer Festsetzung des Einziehungsbetrages

[TENOR]

1. Die Revision des Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts Landshut vom 11. November 2020 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).

2. Die sofortige Beschwerde des Verurteilten gegen die Kostenentscheidung des vorbezeichneten Urteils wird verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten der Rechtsmittel zu tragen.

Zur Kostenbeschwerde bemerkt der Senat ergänzend:

Das Landgericht hat im Ergebnis zu Recht eine (teilweise) Kostenerstattung bezüglich der im gesonderten Einziehungsverfahren nach § 423 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 Satz 1 und 2 StPO angefallenen Rechtsanwaltsgebühr nach Nr. 4142 VV RVG abgelehnt. Die Strafkammer hat zwar die Höhe des Einziehungsbetrags niedriger festgesetzt als die für den Gebührenbetrag maßgebliche Höhe des Wertes der Taterträge (§ 73 Abs. 1 und 2, § 73c Satz 1 StGB) entsprechend den tatsächlichen Feststellungen in der Hauptsacheentscheidung. Dies ist jedoch darauf zurückzuführen, dass sich der Betrag des Erlangten im Sinne von § 73 Abs. 1 und 2 StGB im Wesentlichen durch Abschluss von Erlassvereinbarungen mit den Geschädigten und durch die teilweise Befriedigung ihrer Forderungen durch Auszahlungen des Insolvenzverwalters im Rahmen des Privatinsolvenzverfahrens des Angeklagten verringert hat, weil dies zum teilweisen Erlöschen des Rückgewähranspruchs der Verletzten (§ 73e Abs. 1 StGB) geführt hat. Die Rechtsverteidigung des Angeklagten stellt sich demnach mit Blick auf die Höhe des ursprünglichen Einziehungsbetrages als erfolglos dar, so dass aus Billigkeitsgründen eine Kostenerstattung nicht in Betracht kommt (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Februar 2021 - 1 StR 423/20 Rn. 7 ff.).

Jäger

Bellay

Fischer

Bär

Pernice