Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
AnwSt (B) 1/22 ECLI:DE:BGH:2022:120922BANWST.B.1.22.0 KI-generiert

Inadmissibility of complaint against Bar Court's rejection of bias motions under StPO correspondence

Geschäftsnummer AnwSt (B) 1/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The German Federal Court of Justice dismissed the lawyer's complaint, ordering him to bear the costs of the appeal, thereby upholding the Hamburg Bar Court's prior decision and confirming that the underlying disciplinary sanctions remain in force. The dispute concerned a lawyer's challenge to the Bar Court's rejection of his bias motions and his subsequent request for reinstatement due to alleged lack of capacity, alongside a non-acceptance complaint against the Bar Court's decision not to admit a revision on the matter of his suspension and fines for professional misconduct. The court held the complaint inadmissible because, under the supplementary application of criminal procedure rules to disciplinary proceedings, appeals against Bar Court decisions that are not of first instance are generally excluded, as the Bar Court stands on par with an appellate court in this procedural context; the court further noted that the request for reinstatement must be decided by the Bar Court itself and would render the challenged decision moot if granted.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 329 Abs. 1 Satz 1 StPO, § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO, § 46 Abs. 1 StPO; Inadmissibility of complaint against Bar Court's rejection of bias motions under StPO correspondence: Auf das anwaltsgerichtliche Verfahren sind, soweit die Bundesrechtsanwaltsordnung keine eigenen Regeln enthält, die Vorschriften der Strafprozessordnung entsprechend anzuwenden (§ 116 Abs. 1 Satz 2 BRAO). Nach § 304 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 1 StPO ist die Beschwerde gegen Beschlüsse des Oberlandesgerichts, die nicht im ersten Rechtszug erlassen worden sind, generell ausgeschlossen. Beschlüsse des Anwaltsgerichtshofs stehen insoweit Entscheidungen des Oberlandesgerichts gleich (vgl. BGH, Beschlüsse vom 25. März 1991 - AnwSt (B) 27/90, BGHSt 37, 356, 357; vom 12. Februar 2001 - AnwSt (B) 2/00, BRAK-Mitt. 2001, 139; vom 27. Oktober 2014 - AnwSt (B) 8/14, AnwBl. 2015, 94 Rn. 6; jeweils mwN; Henssler/Prütting/Dittmann, BRAO, 5. Aufl., § 116 BRAO Rn. 25).

Schlagwörter

KI-generiert
anwaltsrechtliche Disziplinarbusse Beschwerdelegitimation Streitgegenstand Strafanzeige Ausgeschlossene Rechtsgebiete Disziplinarverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
BGHSt 37, 356
März 1991 - AnwSt (B) 27/90, BGHSt 37, 356, 357; vom 12.
KI-generiert

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Die Beschwerde des Rechtsanwalts gegen den Beschluss des I. Senats des Anwaltsgerichtshofs der Freien und Hansestadt Hamburg vom 16. September 2021 wird verworfen.

Der Rechtsanwalt hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

I. Das Hamburgische Anwaltsgericht hat gegen den Rechtsanwalt mit Urteilen vom 11. Mai 2017 und vom 24. August 2020 jeweils wegen Verletzung anwaltlicher Berufspflichten Verweise ausgesprochen und Geldbußen in Höhe von 3.500 € und 1.500 € verhängt. Nach Verbindung beider Verfahren hat der Anwaltsgerichtshof die Berufung des Rechtsanwalts gemäß § 143 Abs. 4 Satz 2 BRAO, § 329 Abs. 1 Satz 1 StPO verworfen und die Revision nicht zugelassen. Mit Schriftsatz vom 22. Oktober 2021 hat der Rechtsanwalt Beschwerde gegen den Beschluss des Anwaltsgerichtshofs vom 16. September 2021 eingelegt, mit dem seine Befangenheitsanträge verworfen worden sind. Zudem begehrt er Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, da er am 16. September 2021 nicht verhandlungsfähig gewesen sei, und erhebt die Nichtzulassungsbeschwerde.

II. Die ausdrücklich so bezeichnete Beschwerde gegen den Beschluss vom 16. September 2021, mit dem die Befangenheitsanträge des Rechtsanwalts verworfen worden sind, ist unzulässig.

Auf das anwaltsgerichtliche Verfahren sind, soweit die Bundesrechtsanwaltsordnung keine eigenen Regeln enthält, die Vorschriften der Strafprozessordnung entsprechend anzuwenden (§ 116 Abs. 1 Satz 2 BRAO). Nach § 304 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 1 StPO ist die Beschwerde gegen Beschlüsse des Oberlandesgerichts, die nicht im ersten Rechtszug erlassen worden sind, generell ausgeschlossen. Beschlüsse des Anwaltsgerichtshofs stehen insoweit Entscheidungen des Oberlandesgerichts gleich (vgl. BGH, Beschlüsse vom 25. März 1991 - AnwSt (B) 27/90, BGHSt 37, 356, 357; vom 12. Februar 2001 - AnwSt (B) 2/00, BRAK-Mitt. 2001, 139; vom 27. Oktober 2014 - AnwSt (B) 8/14, AnwBl. 2015, 94 Rn. 6; jeweils mwN; Henssler/Prütting/Dittmann, BRAO, 5. Aufl., § 116 BRAO Rn. 25).

III. Der Kostenausspruch folgt aus § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO, § 116 Abs. 1 Satz 2 BRAO.

IV. Für das weitere Verfahren weist der Senat auf das Folgende hin:

Zur Entscheidung über den Wiedereinsetzungsantrag ist gemäß § 143 Abs. 4 Satz 2 BRAO, § 329 Abs. 7, § 46 Abs. 1 StPO der Anwaltsgerichtshof berufen.

Im Falle der Gewährung einer Wiedereinsetzung würde das Urteil des Anwaltsgerichtshofs vom 16. September 2021 gegenstandslos werden mit der Folge, dass auch die gleichfalls angegriffene Entscheidung über die Zulassung der Revision in Wegfall geriete.

Grupp

Paul

Grüneberg

Schäfer

Lauer