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3 StR 197/20 ECLI:DE:BGH:2021:090321B3STR197.20.0 KI-generiert

Forfeiture of cash as means of offense in membership of a foreign terrorist association under § 74 and § 74b StGB

Geschäftsnummer 3 StR 197/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, thereby upholding the Stuttgart Higher Regional Court's conviction for membership in a foreign terrorist association and the order for security forfeiture of confiscated cash. The dispute centered on the legality of seizing banknotes under § 74 Abs. 1 in conjunction with § 74b Abs. 1 Nr. 2 StGB, with the defendant challenging the classification of the funds and the applicability of forfeiture when ownership was potentially shared or transferred. The court determined that the banknotes constituted "means of the offense" (Tatmittel) under § 74 Abs. 1 Alt. 2 StGB, as they were collected by the defendant, acting as a regional leader, to settle organizational liabilities or forward to superiors, thereby serving further participatory acts within the same criminal unity. While the court did not need to resolve whether the defendant held full personal ownership under § 74 Abs. 3 StGB, it held that security forfeiture under § 74b Abs. 1 StGB was permissible because the continued availability of the funds posed a danger of their use for further criminal activities by the organization, a standard that does not require the specific fitness of the object for delinquent use but focuses on the risk of illicit utilization.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 74b Abs. 1 Nr. 2 StGB, § 129b Abs. 1 StGB, § 74 Abs. 3 StGB, § 74b Abs. 1 StGB; Forfeiture of cash as means of offense in membership of a foreign terrorist association under § 74 and § 74b StGB: The dispute centered on the legality of seizing banknotes under § 74 Abs. 1 in conjunction with § 74b Abs. 1 Nr. 2 StGB, with the defendant challenging the classification of the funds and the applicability of forfeiture when ownership was potentially shared or transferred. The court determined that the banknotes constituted "means of the offense" (Tatmittel) under § 74 Abs. 1 Alt. 2 StGB, as they were collected by the defendant, acting as a regional leader, to settle organizational liabilities or forward to superiors, thereby serving further participatory acts within the same criminal unity. While the court did not need to resolve whether the defendant held full personal ownership under § 74 Abs. 3 StGB, it held that security forfeiture under § 74b Abs. 1 StGB was permissible because the continued availability of the funds posed a danger of their use for further criminal activities by the organization, a standard that does not require the specific fitness of the object for delinquent use but focuses on the risk of illicit utilization.

Schlagwörter

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Verwirkung terroristische Organisation strafbare Handlung Bedrohung der inneren Sicherheit Mitgliedschaft internationale Geldwäscherei

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Basis for dismissing the revision as unfounded because the review found no legal error to the detriment of the defendant.

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Volltext

Strafverurteilung wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung u.a.: Sicherungseinziehung von Bargeld

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 5. November 2019 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Grundlage für die Einziehung des sichergestellten Bargelds ist jedenfalls § 74 Abs. 1 i.V.m. § 74b Abs. 1 Nr. 2 StGB.

1. Bei den Banknoten handelt es sich um Tatmittel im Sinne des § 74 Abs. 1 Alternative 2 StGB für die Mitgliedschaft des Angeklagten in der ausländischen terroristischen Vereinigung PKK (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, § 129b Abs. 1 StGB). Nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen hatte der Angeklagte als verantwortlicher Leiter des PKK-Gebiets H. die Banknoten für die Organisation vereinnahmt, um entweder mit ihnen laufende Verbindlichkeiten für das Gebiet zu bedienen oder sie an übergeordnete Verantwortliche weiterzuleiten. Wie das Oberlandesgericht zutreffend angenommen hat, war das Bargeld somit in beiden Fällen zur Begehung weiterer unselbständiger mitgliedschaftlicher Beteiligungsakte innerhalb der abgeurteilten tatbestandlichen Handlungseinheit bestimmt.

2. Dahinstehen kann, ob der Angeklagte im Urteilszeitpunkt gemäß § 74 Abs. 3 StGB Eigentümer sämtlicher Banknoten gewesen ist, inwieweit sie ihm mithin persönlich wirksam übereignet worden waren. Denn es liegen die Voraussetzungen für eine Sicherungseinziehung nach § 74b Abs. 1 StGB vor. Die Vorschrift ("auch") knüpft die Zulässigkeit der Maßnahme ebenfalls an die Eigenschaft des von ihr betroffenen Gegenstands als Tatprodukt, -mittel oder -objekt im Sinne von § 74 Abs. 1 und 2 StGB (s. BT-Drucks. 18/9525 S. 70: keine inhaltliche Änderung gegenüber § 74 Abs. 2 Nr. 2, Abs. 3 StGB aF; Matt/Renzikowski/Altenhain/Fleckenstein, StGB, 2. Aufl., § 74b Rn. 2; Schönke/Schröder/Eser/Schuster, StGB, 30. Aufl., § 74b Rn. 5 aE). § 74b Abs. 1 Nr. 2 StGB lässt dabei auch die Einziehung eines in fremdem Eigentum stehenden Tatmittels zu, unter anderem dann, wenn die Gefahr besteht, dass es der Begehung rechtswidriger Taten dienen wird.

So liegt es hier. Den Urteilsgründen lässt sich hinreichend sicher entnehmen, dass ohne die vom Oberlandesgericht angeordnete Einziehung weiterhin eine solche Gefahr der strafrechtswidrigen Verwendung des Bargelds für die PKK bestünde. Auf die Beschaffenheit des einzuziehenden Gegenstands oder auf die besondere Eignung zu seinem deliktischen Gebrauch kommt es insoweit nicht an (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Februar 1985 - 1 StE - 4/85, NStZ 1985, 262).

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