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2 StR 232/20 ECLI:DE:BGH:2020:221020B2STR232.20.0 KI-generiert

Impermissibility of moralizing language in criminal sentencing rationale

Geschäftsnummer 2 StR 232/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's revision, upholding the sentencing of the Landgericht Erfurt and ordering the defendant to bear the costs of the appellate proceedings. The dispute concerned a challenge to the criminal sentence imposed for multiple offenses committed within one year of release from prior imprisonment and under probation, with the defendant arguing that the trial court's sentencing reasoning was flawed due to moralizing language. While the BGH did not find a procedural error warranting reversal given the severity of the mitigating and aggravating factors (extensive prior convictions, significant consequences, and demonstrated hostility toward the law), it issued a supplementary remark warning that moralizing phrases regarding "civilized people" and warnings about "preventive detention" are impermissible in sentencing as they lack connection to recognized legal criteria and suggest extraneous motivations.

Legislator-Regeste

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Impermissibility of moralizing language in criminal sentencing rationale: The dispute concerned a challenge to the criminal sentence imposed for multiple offenses committed within one year of release from prior imprisonment and under probation, with the defendant arguing that the trial court's sentencing reasoning was flawed due to moralizing language. While the BGH did not find a procedural error warranting reversal given the severity of the mitigating and aggravating factors (extensive prior convictions, significant consequences, and demonstrated hostility toward the law), it issued a supplementary remark warning that moralizing phrases regarding "civilized people" and warnings about "preventive detention" are impermissible in sentencing as they lack connection to recognized legal criteria and suggest extraneous motivations.

Schlagwörter

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Strafzumessung Revision des Strafurteils Haftentlassung Verfahrenssprache E-Justice verfahrensrechtliche Fragen

Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 394/01
September 2001 ‒ 1 StR 394/01; Senat, Beschluss vom 6.
2 StR 173/17
Februar 2018 ‒ 2 StR 173/17).
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Volltext

Strafurteil: Moralisierende Strafzumessungserwägungen

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Erfurt vom 7. Februar 2020 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Insbesondere die Formulierungen auf UA S. 37 („unter zivilisierten Menschen“) und S. 38 („befindet sich ... auf dem Weg in die Sicherungsverwahrung, wenn er so weiter macht“) geben Anlass darauf hinzuweisen, dass moralisierende Strafzumessungserwägungen im Urteil zu unterbleiben haben. Sie verdeutlichen nicht, welchen anerkannten Strafzumessungsgesichtspunkten zur Beurteilung der Tat und des Täters sie zuzuordnen sind, sind nichtssagend und überflüssig, und können die Annahme nahelegen, das Tatgericht habe sich bei der Bemessung der Strafe von sachfernen Gründen leiten lassen (vgl. BGH, Beschluss vom 26. September 2001 ‒ 1 StR 394/01; Senat, Beschluss vom 6. Februar 2018 ‒ 2 StR 173/17). Vorliegend kann der Senat aber angesichts der ansonsten rechtsfehlerfreien Strafschärfungserwägungen (vielfach einschlägig vorbestraft; bereits Strafvollzug verbüßt; sämtliche Taten innerhalb eines Jahres nach der letzten Haftentlassung; bei allen Taten unter laufender Führungsaufsicht; zum Teil gravierende Tatfolgen; bei den Taten zu Tage getretene besondere Rechtsfeindlichkeit) ausschließen, dass das Landgericht auch ohne die eingangs genannten Erwägungen auf niedrigere Einzelstrafen oder auf eine mildere Gesamtstrafe erkannt hätte.

Franke

Krehl

Meyberg

Grube

Schmidt