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3 StR 431/20 ECLI:DE:BGH:2021:120121B3STR431.20.0 KI-generiert

Zäsurwirkung einer Vorverurteilung zur Geldstrafe bei nachträglicher Gesamtstrafenbildung nach § 55 StGB

Geschäftsnummer 3 StR 431/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Justice (BGH) rejected the defendant's appeal, upholding the Landgericht Koblenz's sentence of six years' imprisonment for 74 counts of fraud, determining that no legal error to the defendant's disadvantage was established. The dispute centered on whether a prior unexecuted fine imposed by an Amtsgericht could be integrated into the subsequent global custodial sentence and whether its "caesura effect" (severance of the aggregate sentencing window) was negated by the statute's provision excluding fines from global imprisonment. The court clarified that under § 55 Abs. 1 in conjunction with § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB, the exclusion of a fine from a global custodial sentence does not eliminate its caesura effect, thereby creating a separate sentencing period for offenses committed after the prior conviction. However, the court concluded that this legal error did not prejudice the defendant, as the hypothetical alternative sentencing structure—comprising a global sentence for pre-fine offenses plus a separate two-year term for post-fine offenses—would have resulted in an equivalent or greater total penalty.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 55 Abs. 1 StGB, § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB; Zäsurwirkung einer Vorverurteilung zur Geldstrafe bei nachträglicher Gesamtstrafenbildung nach § 55 StGB: The dispute centered on whether a prior unexecuted fine imposed by an Amtsgericht could be integrated into the subsequent global custodial sentence and whether its "caesura effect" (severance of the aggregate sentencing window) was negated by the statute's provision excluding fines from global imprisonment. The court clarified that under § 55 Abs. 1 in conjunction with § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB, the exclusion of a fine from a global custodial sentence does not eliminate its caesura effect, thereby creating a separate sentencing period for offenses committed after the prior conviction. However, the court concluded that this legal error did not prejudice the defendant, as the hypothetical alternative sentencing structure—comprising a global sentence for pre-fine offenses plus a separate two-year term for post-fine offenses—would have resulted in an equivalent or greater total penalty.

Schlagwörter

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Strafurteil Betrug E-Justice Fall des Ausschlusses Wirkungen des Urteils Gesamtstrafe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Legal basis for the rejection of the appeal as unfounded because the review did not reveal a legal error to the defendant's disadvantage.

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Volltext

Nachträgliche Bildung einer Gesamtstrafe: Zäsurwirkung einer früheren Verurteilung zu einer Geldstrafe

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Koblenz vom 14. Mai 2020 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen 74 Betrugstaten, die im Zeitraum vom 14. März 2017 bis 13. März 2019 begangen wurden, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Eine zum Urteilszeitpunkt noch nicht erledigte Vorverurteilung des Angeklagten zu einer Geldstrafe durch das Amtsgericht Tiergarten vom 27. Februar 2019 hat das Landgericht nach § 55 Abs. 1 StGB in Verbindung mit § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB selbständig bestehen lassen. Es hat dieser deshalb keine Zäsurwirkung beigemessen. Das war rechtsfehlerhaft. Denn die Zäsurwirkung einer auf Geldstrafe lautenden Verurteilung entfällt nicht deshalb, weil nach § 55 Abs. 1 StGB in Verbindung mit § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB von der Einbeziehung der Geldstrafe in eine Gesamtfreiheitsstrafe abgesehen wird. Durch eine Entscheidung nach § 55 Abs. 1 StGB in Verbindung mit § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB wird eine gegebene Gesamtstrafenlage nicht beseitigt (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüsse vom 9. April 2020 - 3 StR 519/19, juris Rn. 3; vom 18. Dezember 2013 - 4 StR 356/13, NStZ-RR 2014, 74; vom 10. Januar 2012 - 3 StR 370/11, NStZ-RR 2012, 170; vom 2. Juni 2010 - 5 StR 198/10; vom 23. November 2000 - 3 StR 353/00, NStZ-RR 2001, 103, 104; Fischer, StGB, 68. Aufl., § 53 Rn. 7, § 55 Rn. 9b, jeweils mwN).

Hierdurch ist der Angeklagte jedoch nicht beschwert. Es ist auszuschließen, dass das Landgericht den Angeklagten mit einem insgesamt geringeren Strafübel belegt hätte, wenn es aus den bis zum 27. Februar 2019 begangenen 73 Betrugstaten unter Einbeziehung des Urteils des Amtsgerichts Tiergarten von diesem Tage eine Gesamtfreiheitsstrafe und zudem für die nach dem 27. Februar 2019 verübte weitere Betrugstat die insofern festgesetzte Einzelstrafe von zwei Jahren als gesonderte Freiheitsstrafe verhängt hätte.

Schäfer

Spaniol

Paul

Anstötz

Kreicker