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4 StR 234/18 ECLI:DE:BGH:2018:221118B4STR234.18.0 KI-generiert

Scope of fifteen-year recidivism period for preventive detention where current offense is non-sexual

Geschäftsnummer 4 StR 234/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice's 4th Criminal Senate rejected the defendant's appeal as unfounded, upholding the life imprisonment sentence and the order of preventive detention (Sicherungsverwahrung) issued by the Regional Court of Detmold, while correcting the judgment to explicitly state that the life sentence was imposed as an aggregate penalty. The legal dispute centered on the admissibility of a prior conviction for a crime against sexual self-determination in the calculation of the preventive detention statute of limitations; the court determined that while the fifteen-year recidivism period for sexual offenses under § 66 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 2 StGB was incorrectly applied by the lower court because the current offense fell under general criminality, the preventive detention order remained legally valid. The decisive legal basis was the five-year recidivism limit under § 66 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 1 StGB, which rendered the prior sexual offense inadmissible for that specific calculation, but the conviction stood because the lower court had independently and correctly based the measure on § 66 Abs. 3 Satz 2 StGB.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 66 Abs. 3 Satz 1 StGB, § 66 Abs. 3 Satz 2 StGB; Scope of fifteen-year recidivism period for preventive detention where current offense is non-sexual: The legal dispute centered on the admissibility of a prior conviction for a crime against sexual self-determination in the calculation of the preventive detention statute of limitations; the court determined that while the fifteen-year recidivism period for sexual offenses under § 66 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 2 StGB was incorrectly applied by the lower court because the current offense fell under general criminality, the preventive detention order remained legally valid. The decisive legal basis was the five-year recidivism limit under § 66 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 1 StGB, which rendered the prior sexual offense inadmissible for that specific calculation, but the conviction stood because the lower court had independently and correctly based the measure on § 66 Abs. 3 Satz 2 StGB.

Schlagwörter

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Rückfall bei Straftaten lebenslängliche Freiheitsstrafe strafrechtliche Verwahrung Sexualdelikten Verjährungsfrist bedingter Strafvollzug bei Freiheitsstrafen
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Basis for dismissing the revision as unfounded because the re-examination of the judgment revealed no legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Anwendung der fünfzehnjährigen Rückfallverjährungsfrist bei der Anordnung der Sicherungsverwahrung

[TENOR]

1. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Detmold vom 28. Februar 2018 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Jedoch wird der Strafausspruch des vorbezeichneten Urteils dahin berichtigt, dass die lebenslange Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe verhängt ist.

2. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend zu der Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Soweit das Landgericht das Vorliegen der Voraussetzungen für die Anordnung der Sicherungsverwahrung nach § 66 Abs. 3 Satz 1 StGB bejaht hat, begegnet dies durchgreifenden rechtlichen Bedenken. Die Strafkammer ist davon ausgegangen, dass die Vortat des Angeklagten aus dem Urteil des Landgerichts Detmold vom 14. Januar 2005 berücksichtigungsfähig sei, weil sie als Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung der fünfzehnjährigen Rückfallverjährungsfrist gemäß § 66 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 2 StGB unterliege. Die Berücksichtigung dieser Vortat war jedoch unzulässig. Die Rückfallverjährungsfrist von fünfzehn Jahren ist nur im Verhältnis zweier Sexualstraftaten zueinander anwendbar; folgt hingegen - wie hier - eine Straftat aus dem Bereich der allgemeinen Kriminalität einer Sexualstraftat nach, so gilt die fünfjährige Rückfallverjährungsfrist des § 66 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 1 StGB (vgl. BGH, Beschluss vom 28. August 2018 - 2 StR 142/18, NJW 2018, 3529, 3530). Da nach der Haftentlassung des Angeklagten im Jahr 2010 und der Begehung der vorliegend abgeurteilten Taten im Jahr 2017 mehr als fünf Jahre vergangen sind, hatte die Vortat bei der Prüfung der Voraussetzungen der Sicherungsverwahrung außer Betracht zu bleiben.

Gleichwohl hält die Anordnung der Sicherungsverwahrung im Ergebnis rechtlicher Nachprüfung stand, weil das Landgericht die Anordnung der Maßregel rechtsfehlerfrei auch auf § 66 Abs. 3 Satz 2 StGB gestützt hat.

Sost-Scheible

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