Confiscation of criminal proceeds: joint and several liability of co-perpetrators with factual co-disposition power
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice partially allowed the defendant’s appeal, amending the Landgericht Duisburg’s judgment to explicitly order the defendant’s joint and several liability for a sub-total of €31,300 within the confiscation of criminal proceeds, while rejecting the remainder of the revision and imposing the costs on the appellant. The case concerned a conviction for embezzlement, where the lower court had ordered the confiscation of the value of criminal proceeds totaling €36,300 but failed to specify the nature of the liability for the portion repaid to an accomplice who had initiated and directed the offense. Applying § 354(1) StPO in conjunction with § 473(4) StPO, the appellate court ruled that because the accomplice retained factual co-disposition power over the specific funds received by the defendant, both parties are jointly and severally liable; the court mandated the amendment to identify this joint liability in the operative part of the judgment to prevent double enforcement, without requiring the individual naming of the co-defaulter.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1 StPO, § 473 Abs. 4 StPO; Confiscation of criminal proceeds: joint and several liability of co-perpetrators with factual co-disposition power: The case concerned a conviction for embezzlement, where the lower court had ordered the confiscation of the value of criminal proceeds totaling €36,300 but failed to specify the nature of the liability for the portion repaid to an accomplice who had initiated and directed the offense. Applying § 354(1) StPO in conjunction with § 473(4) StPO, the appellate court ruled that because the accomplice retained factual co-disposition power over the specific funds received by the defendant, both parties are jointly and severally liable; the court mandated the amendment to identify this joint liability in the operative part of the judgment to prevent double enforcement, without requiring the individual naming of the co-defaulter.
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KI-generiertProvision cited in the dispositive to order the appellant to bear the costs of the legal remedy given the limited success of the appeal.
Volltext
Einziehung von Taterträgen: Gesamtschuldnerische Haftung bei faktischer Mitverfügungsgewalt des Tatgenossen
[TENOR]
1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Duisburg vom 25. Juni 2020 im Ausspruch über die Einziehung des Wertes von Taterträgen dahin ergänzt, dass der Angeklagte für einen Teilbetrag von 31.300 € als Gesamtschuldner haftet.
2. Die weitergehende Revision wird verworfen.
3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen veruntreuender Unterschlagung sowie Unterschlagung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Ferner hat es die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von 36.300 € angeordnet und eine weitere Einziehungsentscheidung getroffen. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
Die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung hat zum Schuld- und Strafausspruch sowie zur weiteren Einziehungsentscheidung keinen dem Angeklagten nachteiligen Rechtsfehler ergeben. Auch der Ausspruch über die Wertersatzeinziehung von Taterträgen kann bestehen bleiben, bedarf allerdings - in entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1 StPO - hinsichtlich eines Teilbetrages von 31.300 € der ergänzenden Anordnung der gesamtschuldnerischen Haftung. Nach den Feststellungen kehrte der Angeklagte von den 36.300 € Bargeld, die er sich zugeeignet hatte, diesen Teilbetrag - insoweit abredegemäß - an M. aus, indem er das Geld an dessen Mittelsmann übergab; M. hatte die Tat des Angeklagten initiiert und dirigiert. Da somit zumindest ein Tatgenosse des Angeklagten ebenfalls faktische (Mit-)Verfügungsgewalt an den 31.300 € hatte, haften beide diesbezüglich als Gesamtschuldner (vgl. BGH, Beschluss vom 12. Mai 2020 - 3 StR 393/19, juris Rn. 6). Um eine doppelte Inanspruchnahme zu vermeiden, ist die gesamtschuldnerische Haftung in der Entscheidungsformel zu kennzeichnen (s. BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2020 - 3 StR 289/20, juris Rn. 5); der individuellen Benennung des anderen Gesamtschuldners bedarf es dabei nicht (s. BGH, Beschluss vom 10. November 2020 - 3 StR 308/20, juris Rn. 3).
Angesichts des geringen Erfolgs der Revision ist es nicht unbillig, den Beschwerdeführer mit den gesamten Kosten seines Rechtsmittels zu belasten (§ 473 Abs. 4 StPO).
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