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II ZR 425/18 ECLI:DE:BGH:2019:151019BIIZR425.18.0 KI-generiert

Admissibility of offsetting insolvency compensation claims against a managing director's liability under § 64 GmbHG

Geschäftsnummer II ZR 425/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant's complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the lower court's judgment in favor of the plaintiff. The dispute centered on whether a managing director could validly offset (set-off) his compensation claims, which had been filed with the insolvency table of the insolvent company, against the plaintiff's claim for damages under § 64 sentence 1 GmbHG. The court held that such an offset is inadmissible under § 242 BGB because the specific purpose of the § 64 sentence 1 GmbHG claim is to ensure the company's assets are replenished for the equal and prioritized satisfaction of all corporate creditors in insolvency, a purpose that would be thwarted by the offset.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 ZPO, § 64 Satz 1 GmbHG, § 242 BGB, § 97 ZPO, § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO; Admissibility of offsetting insolvency compensation claims against a managing director's liability under § 64 GmbHG: The dispute centered on whether a managing director could validly offset (set-off) his compensation claims, which had been filed with the insolvency table of the insolvent company, against the plaintiff's claim for damages under § 64 sentence 1 GmbHG. The court held that such an offset is inadmissible under § 242 BGB because the specific purpose of the § 64 sentence 1 GmbHG claim is to ensure the company's assets are replenished for the equal and prioritized satisfaction of all corporate creditors in insolvency, a purpose that would be thwarted by the offset.

Schlagwörter

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Geschäftsführerhaftung Insolvenzentschädigung Verrechnung Revision eines Entscheids Aussonderungsverfahren Teilhaftung
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 543 Abs. 2 ZPO

The statutory criteria used to determine whether the revision appeal was admissible, leading to its rejection.

§ 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO

Procedural basis for omitting a detailed explanation of the reasoning for the dismissal.

§ 97 ZPO

Basis for ordering the losing party to bear the costs of the complaint proceedings.

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Volltext

Zulässigkeit einer Aufrechnung eines Geschäftsführers mit Vergütungsansprüchen in der Insolvenz

[TENOR]

Die Nichtzulassungsbeschwerde des Beklagten wird zurückgewiesen, weil keiner der im Gesetz (§ 543 Abs. 2 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt, nach denen der Senat die Revision zulassen darf. Der Rechtsstreit der Parteien hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert er eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung.

Ein Grund für die Zulassung der Revision liegt auch nicht vor hinsichtlich der vom Berufungsgericht zutreffend verneinten Zulässigkeit der geltend gemachten Hilfsaufrechnung des Beklagten mit zur Insolvenztabelle angemeldeten Vergütungsansprüchen als Geschäftsführer der Insolvenzschuldnerin gegen die Klageforderung aus § 64 Satz 1 GmbHG. Die aufgeworfene Rechtsfrage begründet keine grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache und erfordert keine Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur Fortbildung des Rechts. Sie ist nicht klärungsbedürftig und gibt keine Veranlassung, Leitsätze für die Auslegung für Gesetzesbestimmungen des materiellen Rechts aufzustellen oder Gesetzeslücken auszufüllen. Die Beantwortung der aufgeworfenen Rechtsfrage ist nicht zweifelhaft, auch wenn der Bundesgerichtshof im Urteil vom 19. November 2013 (II ZR 18/12, NJW 2014, 624 Rn. 16) nicht entschieden hat, ob die Eigenart des Anspruchs aus § 64 Satz 1 GmbHG die Aufrechnung ausschließt.

Der Hilfsaufrechnung steht nach § 242 BGB die Eigenart des Ersatzanspruchs nach § 64 Satz 1 GmbHG entgegen. Diese Vorschrift hat den Zweck, Masseverkürzungen im Vorfeld des Insolvenzverfahrens zu verhindern bzw. für den Fall, dass der Geschäftsführer dieser Massesicherungspflicht nicht nachkommt, sicherzustellen, dass das Gesellschaftsvermögen wieder aufgefüllt wird, damit es im Insolvenzverfahren zur ranggerechten und gleichmäßigen Befriedigung aller Gesellschaftsgläubiger zur Verfügung steht (vgl. BGH, Urteil vom 5. Mai 2008 - II ZR 38/07, NJW 2008, 2504 Rn. 10 mwN). Die Aufrechnung des Geschäftsführers mit Insolvenzforderungen aus Vergütungsansprüchen gegen diesen Anspruch würde einer Auffüllung des Gesellschaftsvermögens zur ranggerechten und gleichmäßigen Befriedigung aller Gesellschaftsgläubiger entgegenstehen. Die Unzulässigkeit der Aufrechnung in diesen Fällen wird soweit ersichtlich in der Literatur einhellig angenommen (Kluth, GWR 2014, 44; Kleindiek in Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 19. Aufl., § 64 Rn. 45; Born in MünchHdBGesR VII, 5. Aufl., § 117 Rn. 60; Kruth in Nerlich/Römermann, InsO, 38. Ergänzungslieferung Januar 2019, § 96 Rn. 5; Altmeppen in Altmeppen/ Roth, GmbHG, 9. Aufl., § 64 Rn. 36, 25; H. F. Müller in MünchKommGmbHG, 2. Aufl., § 64 Rn. 167; Bork in Bork/Schäfer, GmbHG, 4. Aufl., § 64 Rn. 35; Kohlmann in Saenger/Inhester, GmbHG, 3. Aufl., § 64 Rn. 73). Die Nichtzulassungsbeschwerdebegründung zeigt auch keine abweichende Auffassung auf.

Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Der Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 ZPO).

Streitwert: 122.558,42 €

Drescher

Wöstmann

Sunder

Bernau

von Selle