Severance of revision proceedings against co-defendants to enable separate cost determination after one party declares case resolved
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (8th Civil Senate) ordered the procedural separation of the appeal concerning the second defendant under § 145(1) of the Code of Civil Procedure, transferring that portion to a new case file (VIII ZR 317/18), while leaving the proceedings against the first defendant intact for separate resolution. The dispute arose from a claim for payment of the Renewable Energy Sources Act (EEA) levy, where the plaintiff had succeeded against the first defendant but failed against the second at the appellate level, leading to a cross-appeal by both parties. Although the parties declared the main suit resolved regarding the first defendant, the court determined that a separate cost decision could not be issued for the entire proceeding due to the principle of unity of cost decisions applying to simple co-defendants and the interruption of proceedings against the second defendant following the opening of insolvency proceedings. The decisive legal basis for the separation was § 145(1) ZPO, which permits severance when claims concern simple co-parties and can be decided independently, necessary here to allow the closure of the proceedings against the first defendant via a cost determination under § 91a(1) ZPO despite the pending insolvency status of the second defendant.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 145 Abs. 1 ZPO, § 145 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 145 ZPO, § 91a Abs. 1 ZPO, § 240 Satz 1 ZPO; Severance of revision proceedings against co-defendants to enable separate cost determination after one party declares case resolved: The dispute arose from a claim for payment of the Renewable Energy Sources Act (EEA) levy, where the plaintiff had succeeded against the first defendant but failed against the second at the appellate level, leading to a cross-appeal by both parties. Although the parties declared the main suit resolved regarding the first defendant, the court determined that a separate cost decision could not be issued for the entire proceeding due to the principle of unity of cost decisions applying to simple co-defendants and the interruption of proceedings against the second defendant following the opening of insolvency proceedings. The decisive legal basis for the separation was § 145(1) ZPO, which permits severance when claims concern simple co-parties and can be decided independently, necessary here to allow the closure of the proceedings against the first defendant via a cost determination under § 91a(1) ZPO despite the pending insolvency status of the second defendant.
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KI-generiertCited in the dispositive as the legal basis for ordering the procedural separation of the appeal concerning the second defendant.
Volltext
Verfahrenstrennung im Revisionsverfahren gegen einfache Streitgenossen: Mögliche Kostenentscheidung gegenüber einem Streitgenossen nach übereinstimmender Erledigungserklärung und nach Unterbrechung des Verfahrens gegenüber dem anderen
[TENOR]
Das Revisionsverfahren wird, soweit es die Revision der Klägerin gegen die Beklagte zu 2 betrifft, gemäß § 145 Abs. 1 ZPO von Amts wegen abgetrennt und unter dem Aktenzeichen VIII ZR 317/18 fortgeführt.
[GRUENDE]
I. Die Klägerin nimmt die Beklagten auf Zahlung der EEG-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (im Folgenden: EEG) in Anspruch. Ihre Klage hat gegen die Beklagte zu 1 Erfolg gehabt, nicht jedoch gegen die Beklagte zu 2. Mit ihrer vom Berufungsgericht zugelassenen Revision verfolgt die Klägerin gegen die Beklagte zu 2 ihren Klageantrag, die Beklagte zu 1 ihren Klageabweisungsantrag weiter.
Nach zunächst erfolgter Anordnung vorläufiger Insolvenzverwaltung ist über das Vermögen der Beklagten zu 2 nunmehr durch Beschluss des Amtsgerichts Bremen vom 15. Oktober 2018 (525 IN 2/17) das Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Beklagten zu 1 ist durch Beschluss des Amtsgerichts Chemnitz vom 26. September 2017 (10 IN 97/17) mangels Masse abgelehnt worden.
Nach einem Hinweis des Senats haben die Klägerin und die Beklagte zu 1 den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklärt. Die Parteien sind darauf hingewiesen worden, dass für diesen Fall eine Abtrennung des Verfahrens gegen die Beklagte zu 2 beabsichtigt ist.
II. Die Verfahrenstrennung ist aus sachlichen Gründen gerechtfertigt (§ 145 Abs. 1 Satz 1 ZPO).
1. Eine auch im Revisionsverfahren zulässige Abtrennung gemäß § 145 ZPO (vgl. BGH, Beschluss vom 15. November 2006 - XII ZR 97/04, FamRZ 2007, 124 unter II 3 a) setzt voraus, dass die einzelnen Verfahrensteile Ansprüche betreffen, über die unabhängig voneinander entschieden werden kann (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Mai 2015 - X ARZ 61/15, NJW-RR 2015, 957 Rn. 13). Dies ist im Verhältnis der Klägerin zu den beiden Beklagten, bei denen es sich um einfache Streitgenossen handelt, der Fall.
2. Die Verfahrenstrennung dient der beschleunigten Erledigung im Verhältnis der Klägerin zur Beklagten zu 1. Diesbezüglich kann das Verfahren nach wirksamer übereinstimmender Erledigungserklärung durch eine Entscheidung nach § 91a Abs. 1 ZPO beendet werden. Einer solchen Kostenentscheidung für das gesamte Verfahren steht derzeit jedoch der auch bei einfachen Streitgenossen geltende Grundsatz der Einheitlichkeit der Kostenentscheidung (vgl. BGH, Beschluss vom 19. März 2013 - VIII ZB 45/12, NJW 2013, 2361 Rn. 19) entgegen. Bezüglich der Beklagten zu 2 ist das Verfahren gemäß § 240 Satz 1 ZPO unterbrochen, so dass keine verfahrensabschließende Entscheidung ergehen kann. Um im Verhältnis der Klägerin zur Beklagten zu 1 das Revisionsverfahren abschließen zu können, ist daher eine Verfahrenstrennung geboten.
Dr. Milger
Dr .Hessel
Dr. Bünger
Kosziol
Dr. Schmidt