Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 StR 113/19 ECLI:DE:BGH:2019:101019B1STR113.19.0 KI-generiert

Right to personal appearance at a criminal revision hearing; scope of review and effective defense without physical presence

Geschäftsnummer 1 StR 113/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Justice (BGH) ruled that the defendant's physical presence is not required for the revision hearing, thereby denying the defendant's request to be brought to court and allowing the proceedings to continue without him. The dispute concerns a criminal appeal against a lower court judgment sentencing the defendant to six and a half years for multiple counts of tax evasion, embezzlement of wages, and organized fraud, where the prosecution appealed the failure to also convict for usury and the defendant challenged the judgment on grounds of substantive law and procedural hurdles. Under § 337 StPO, the revision hearing is strictly limited to the legal review of the appealed judgment and does not permit the court to take the defendant's personal statements for fact-finding; the BGH determined that no special personal circumstances, requirements of equality of arms, or rights to effective defense necessitated the defendant's physical appearance, especially given that his defense counsel would be present at the hearing.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 337 StPO; Right to personal appearance at a criminal revision hearing; scope of review and effective defense without physical presence: The dispute concerns a criminal appeal against a lower court judgment sentencing the defendant to six and a half years for multiple counts of tax evasion, embezzlement of wages, and organized fraud, where the prosecution appealed the failure to also convict for usury and the defendant challenged the judgment on grounds of substantive law and procedural hurdles. Under § 337 StPO, the revision hearing is strictly limited to the legal review of the appealed judgment and does not permit the court to take the defendant's personal statements for fact-finding; the BGH determined that no special personal circumstances, requirements of equality of arms, or rights to effective defense necessitated the defendant's physical appearance, especially given that his defense counsel would be present at the hearing.

Schlagwörter

KI-generiert
strafrechtliches Revisionsverfahren persönliche Anhörung Verfahrensrechte Einwendungen Auslegung von Urteilen höchstpersönliche Rechte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Anwesenheitsanspruch bei Revisionsverhandlung

[TENOR]

Es wird davon abgesehen, den Angeklagten S. zu der Hauptverhandlung über seine Revision und die der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landgerichts Kleve vom 7. August 2018 vorzuführen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten S. wegen Steuerhinterziehung in 100 Fällen, wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 400 Fällen und wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die mit der Sachrüge geführte Revision der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die unterbliebene tateinheitliche Verurteilung wegen Wuchers. Der Angeklagte greift das Urteil ebenfalls mit der Rüge der Verletzung materiellen Rechts an und macht ein Verfahrenshindernis geltend. Die Revisionshauptverhandlung ist für den 14. November 2019 anberaumt. Der in dieser Sache in Untersuchungshaft genommene Angeklagte hat mit Schriftsätzen seiner Verteidigung vom 2. und 4. Oktober 2019 und persönlich mitgeteilt, dass er an der Verhandlung teilzunehmen wünsche.

Der Senat hält eine Vorführung des Angeklagten zur Revisionshauptverhandlung nicht für geboten. Die Revisionshauptverhandlung ist gemäß § 337 StPO auf die rechtliche Nachprüfung des angefochtenen Urteils beschränkt. Persönliche Erklärungen des Angeklagten zur Sachverhaltsaufklärung entgegenzunehmen ist dem Senat verwehrt. Besondere in der Person des Angeklagten liegende Umstände, die eine Vorführung erforderlich erscheinen lassen, sind nicht ersichtlich. Auch unter Berücksichtigung der Bedeutung des Falles für den Angeklagten erfordert weder das Gebot der Waffengleichheit noch das Recht auf effektive Verteidigung seine Vorführung, da die Verteidiger des Angeklagten in der Hauptverhandlung anwesend sein werden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 29. August 2019 - 5 StR 103/19 Rn. 3 und vom 2. April 2019 - 5 StR 685/18 Rn. 3).

Raum

Cirener

Fischer

Bär

Leplow