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4 StR 354/18 ECLI:DE:BGH:2018:260918B4STR354.18.0 KI-generiert

Justification of juvenile punishment for first-time offenders based on pre-existing harmful tendencies and lack of empathy

Geschäftsnummer 4 StR 354/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the appeals of two juvenile defendants against the Detmold Regional Court’s sentence, upholding the juvenile court’s judgment. The case concerned whether the imposition of juvenile punishment (*Jugendstrafe*) rather than educational measures was legally justified for first-time offenders whose crime arose spontaneously, challenging the trial court’s finding that such punishment was required due to "harmful tendencies" despite the lack of significant prior criminal history. The appellate court affirmed that the lower court correctly applied § 17 Abs. 2 JGG by identifying pre-existing personality deficits, specifically profound lack of empathy and a deficient personality development, which justified the conclusion that future offenses were likely; additionally, the court ruled that the failure to explicitly assess culpability under adult criminal law standards (§ 21 StGB context) was not a material legal error given the severity of the facts and the resulting rejection of a "lesser degree" of culpability under adult law.

Legislator-Regeste

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§ 21 StGB, § 74 JGG; Justification of juvenile punishment for first-time offenders based on pre-existing harmful tendencies and lack of empathy: The case concerned whether the imposition of juvenile punishment (*Jugendstrafe*) rather than educational measures was legally justified for first-time offenders whose crime arose spontaneously, challenging the trial court’s finding that such punishment was required due to "harmful tendencies" despite the lack of significant prior criminal history. The appellate court affirmed that the lower court correctly applied § 17 Abs. 2 JGG by identifying pre-existing personality deficits, specifically profound lack of empathy and a deficient personality development, which justified the conclusion that future offenses were likely; additionally, the court ruled that the failure to explicitly assess culpability under adult criminal law standards (§ 21 StGB context) was not a material legal error given the severity of the facts and the resulting rejection of a "lesser degree" of culpability under adult law.

Schlagwörter

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Strafurteil strafrechtliche Verantwortlichkeit von Minderjährigen E-Justice Persönlichkeit Sexualdelikte an Kindern Rechtsgeschichte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 74 JGG

Cited in the dispositive to justify the court's decision to waive the imposition of costs and expenses of the revision proceedings on the appellants.

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Volltext

Verhängung von Jugendstrafe: Vorliegen schädlicher Neigungen bei einem Ersttäter

[TENOR]

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Detmold vom 26. April 2018 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat.

Es wird davon abgesehen, den Beschwerdeführern die Kosten und Auslagen des Revisionsverfahrens aufzuerlegen (§ 74 JGG); jedoch haben sie die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend zu den Antragsschriften des Generalbundesanwalts vom 21. August 2018 bemerkt der Senat:

Die Annahme des Landgerichts, die Verhängung von Jugendstrafe sei (allein) wegen schädlicher Neigungen im Sinne des § 17 Abs. 2 JGG erforderlich, obwohl beide Angeklagten bis zur abgeurteilten Tat noch nicht erheblich strafrechtlich in Erscheinung getreten seien und sich das konkrete Tatgeschehen spontan entwickelt habe, ist im Ergebnis aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden. Den nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für eine solche Fallgestaltung zu beachtenden rechtlichen Maßstab, wonach schädliche Neigungen zu bejahen sein können, wenn schon vor der Tat entwickelt gewesene Persönlichkeitsmängel gegeben sind, die auf die Tat Einfluss gehabt haben und befürchten lassen, dass die Angeklagten weitere Straftaten begehen (vgl. nur BGH, Beschluss vom 3. März 1993 - 3 StR 618/92, BGHR JGG § 17 Abs. 2 schädliche Neigungen 6), hat die Strafkammer letztlich nicht verkannt. Denn sie hat aus der von besonderer Empathielosigkeit getragenen Tatausführung auf eine defizitäre Persönlichkeitsentwicklung beider Angeklagten schon vor der Tat geschlossen und erkennbar auch unter Berücksichtigung des jeweiligen individuellen Lebenswegs beider Täter weitere auf schädliche Neigungen hinweisende Persönlichkeitsmängel festgestellt.

Dass die Strafkammer die zurechenbare Schuld der jugendlichen Angeklagten nicht, wie regelmäßig geboten (vgl. nur BGH, Beschluss vom 17. Dezember 2014 - 3 StR 521/14, NStZ-RR 2015, 155 f.), auch unter Berücksichtigung der gesetzlichen Strafandrohungen des Erwachsenenstrafrechts bewertet hat, erweist sich hier ebenfalls nicht als durchgreifend rechtsfehlerhaft. Zwar ist das Landgericht bei beiden Angeklagten von erheblich verminderter Steuerungsfähigkeit gemäß § 21 StGB ausgegangen; vor dem Hintergrund der zum konkreten Tatbild und zu den Tatfolgen getroffenen Feststellungen lag die Annahme eines minder schweren Falles nach Erwachsenenstrafrecht fern.

Sost-Scheible

Roggenbuck

Franke

Quentin

Feilcke