Admissibility of revision for violation of § 68b Nr. 2 JGG requiring specific proof of imminent risk of evidence destruction
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Justice (6th Criminal Senate) dismissed the appeals of three defendants against the verdict of the Schweinfurt Regional Court of 27 October 2022, which remains in force; the court ordered the defendants to bear the incidental costs incurred by the civil claimant in the revision proceedings, imposed the costs of their legal remedies on one defendant, and waived cost imposition for the other two. The dispute centered on the defendants' claims of procedural violations, specifically challenging the admissibility of evidence and the interrogation of one defendant without a mandatory defense attorney, citing breaches of evidentiary prohibitions and the principles of a fair trial under juvenile criminal procedure. The Court held that the appeals were inadmissible or unfounded because the appellants failed to meet the strict specificity requirements of § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO, particularly regarding allegations of violating a prohibition on the use of evidence or the exception to the right to a defense under § 68b Nr. 2 JGG, as they did not provide sufficient factual detail on the state of investigations at the time of interrogation to allow the Court to assess whether an imminent risk of evidence destruction or witness influence justified the exception.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 261 StPO; Admissibility of revision for violation of § 68b Nr. 2 JGG requiring specific proof of imminent risk of evidence destruction: Gemäß § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO muss der Beschwerdeführer im Rahmen einer Verfahrensrüge die den geltend gemachten Verstoß enthaltenden Tatsachen grundsätzlich so vollständig und genau darlegen, dass das Revisionsgericht allein anhand der Revisionsbegründung in die Lage versetzt wird, über den geltend gemachten Mangel endgültig zu entscheiden. Dies gilt auch, wenn ein Verstoß gegen ein Beweisverwertungsverbot gerügt wird (vgl. BGH, Urteil vom 12. Juli 2023 – 6 StR 417/22, NStZ-RR 2023, 284; vom 27. September 2018 – 4 StR 135/18, NStZ-RR 2019, 26; vom 8. August 2018 – 2 StR 131/18, NStZ 2019, 107; jeweils mwN).
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Schweinfurt vom 27. Oktober 2022 werden als unbegründet verworfen.
Die Beschwerdeführer haben die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen, der Angeklagte K. auch die Kosten seines Rechtsmittels. Es wird davon abgesehen, den Angeklagten Ki. und E. die Kosten ihrer Rechtsmittel aufzuerlegen.
Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:
Gemäß § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO muss der Beschwerdeführer im Rahmen einer Verfahrensrüge die den geltend gemachten Verstoß enthaltenden Tatsachen grundsätzlich so vollständig und genau darlegen, dass das Revisionsgericht allein anhand der Revisionsbegründung in die Lage versetzt wird, über den geltend gemachten Mangel endgültig zu entscheiden. Dies gilt auch, wenn ein Verstoß gegen ein Beweisverwertungsverbot gerügt wird (vgl. BGH, Urteil vom 12. Juli 2023 – 6 StR 417/22, NStZ-RR 2023, 284; vom 27. September 2018 – 4 StR 135/18, NStZ-RR 2019, 26; vom 8. August 2018 – 2 StR 131/18, NStZ 2019, 107; jeweils mwN).
Hinsichtlich der Rügen der Verletzung von § 261 StPO i.V.m. § 68a JGG genügt das Revisionsvorbringen der Angeklagten K. und E. diesen Anforderungen schon deshalb nicht, weil zum Stand der Ermittlungen zum Zeitpunkt der Vernehmungen des Angeklagten E. nicht vorgetragen wird. Der Senat konnte daher nicht prüfen, ob die Voraussetzungen von § 68b Nr. 2 JGG vorlagen und eine Vernehmung des Angeklagten E. ausnahmsweise ohne vorherige Pflichtverteidigerbestellung zulässig war. Eine erhebliche Gefährdung eines Strafverfahrens im Sinne von § 68b Nr. 2 JGG kann vorliegen, wenn die Vernichtung von Beweismitteln oder die Beeinflussung von Zeugen droht, sofern nicht sofort die Vernehmung stattfindet (vgl. BT-Drs. 19/13829, 39; Eisenberg/Kölbel, JGG, 24. Aufl., § 68b Rn. 5). Trotz des Ausnahmecharakters von § 68b Nr. 2 JGG war hier eine Prüfung erforderlich, weil sich aus den Urteilsgründen Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Ermittlungen durch konkrete Verdunkelungshandlungen der Angeklagten erschwert wurden.
Sander
Feilcke
Fritsche
von Schmettau
Arnoldi