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V ZR 155/22 ECLI:DE:BGH:2023:090823BVZR155.22.0 KI-generiert

Hearing complaint inadmissible for failing to prove a substantive violation of the right to be heard regarding rejection of a non-admission complaint

Geschäftsnummer V ZR 155/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the defendant's hearing complaint (*Anhörungsrüge*) as inadmissible, thereby upholding its earlier decision to reject the plaintiff's non-admission complaint against the appeal. The dispute concerned a civil litigation regarding the sale of real property, where the defendant argued that the lower court’s non-admission of its appeal violated its right to be heard because the appellate court had not adequately justified its rejection, specifically regarding claims of a fictitious approval under § 162 BGB and a request for a preliminary ruling under Art. 267 TFEU concerning EU aid law and public procurement constraints. The decisive legal basis was § 321a (2) Sentence 5 ZPO, which requires the complainant to specifically demonstrate an independent, decision-determining violation of the right to be heard under Art. 103 (1) GG by showing that the decision is inexplicable except by assuming specific submissions were not taken into account; the court held that the mere omission of a detailed justification permitted by § 544 (6) Sentence 2 ZPO does not constitute such a violation, and the defendant failed to address the plaintiff’s counter-arguments which substantively rebutted its claims.

Legislator-Regeste

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§ 321a Abs. 1 ZPO, § 321a Abs. 2 Satz 5 ZPO, Art. 103 Abs. 1 GG, § 544 Abs. 6 Satz 2 ZPO, § 162 Abs. 1 BGB, Art. 267 AEUV; Hearing complaint inadmissible for failing to prove a substantive violation of the right to be heard regarding rejection of a non-admission complaint: The dispute concerned a civil litigation regarding the sale of real property, where the defendant argued that the lower court’s non-admission of its appeal violated its right to be heard because the appellate court had not adequately justified its rejection, specifically regarding claims of a fictitious approval under § 162 BGB and a request for a preliminary ruling under Art. 267 TFEU concerning EU aid law and public procurement constraints. The decisive legal basis was § 321a (2) Sentence 5 ZPO, which requires the complainant to specifically demonstrate an independent, decision-determining violation of the right to be heard under Art. 103 (1) GG by showing that the decision is inexplicable except by assuming specific submissions were not taken into account; the court held that the mere omission of a detailed justification permitted by § 544 (6) Sentence 2 ZPO does not constitute such a violation, and the defendant failed to address the plaintiff’s counter-arguments which substantively rebutted its claims.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör Verletzung von Verfahrensrechten Zivilrechtsstreitigkeit unentgeltliche Rechtspflege materielle Begründung ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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V ZR 142/08
März 2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609 Rn.
VIII ZR 172/95
September 1996 - VIII ZR 172/95, NJW 1996, 3338, 3340) eingehend ausgeführt, aus welchen Gründen er das Vorbringen des Beklagten zur Fiktion der Genehmigung gemäß § 162 Abs.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 321a Abs. 1 ZPO

Establishes the admissibility of the hearing complaint as the primary procedural basis for the court's action.

§ 321a Abs. 2 Satz 5 ZPO

Specifies the requirement for a specific factual allegation of a violation of the right to be heard, the failure of which constitutes the main ground for declaring the complaint inadmissible.

Art. 103 Abs. 1 GG

Identifies the fundamental right to be heard that was alleged to have been violated, serving as the substantive basis for the admissibility check.

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Volltext

Die Anhörungsrüge des Beklagten gegen den Beschluss des Senats vom 29. Juni 2023 wird als unzulässig verworfen.

[GRUENDE]

1. Die nach § 321a Abs. 1 ZPO statthafte Anhörungsrüge ist als unzulässig zu verwerfen, weil es an der vorgeschriebenen Darlegung (§ 321a Abs. 2 Satz 5 ZPO) einer eigenständigen entscheidungserheblichen Verletzung von Art. 103 Abs. 1 GG durch den Senat fehlt. Die Darlegung muss erkennen lassen, aus welchen konkreten Gründen der Beschwerdeführer meint, die Zurückweisung seiner Nichtzulassungsbeschwerde lasse nur den Schluss zu, dass sein Vorbringen nicht zur Kenntnis genommen worden sei. Daran fehlt es hier. Der Beklagte beschränkt sich darauf, auf sein - vom Senat zur Kenntnis genommenes, aber aus Rechtsgründen für unerheblich erachtetes - bisheriges Vorbringen aus der Nichtzulassungsbeschwerde hinzuweisen. Eine eigenständige Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht darin, dass das Revisionsgericht gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 ZPO von einer näheren Begründung seiner Entscheidung abgesehen hat. Die Anhörungsrüge kann nicht zur Herbeiführung der Begründung einer Entscheidung über die Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt werden (vgl. Senat, Beschluss vom 19. März 2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609 Rn. 6).

2. Liegt, wie hier, eine Beschwerdeerwiderung vor, muss sich der Beschwerdeführer zudem mit dieser auseinandersetzen und darlegen, dass sich die Zurückweisung der Beschwerde auch unter Berücksichtigung der Argumente der Gegenseite nur damit erklären lässt, dass bestimmtes Vorbringen nicht zur Kenntnis genommen worden ist (vgl. hierzu Senat, Beschluss vom 19. März 2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609 Rn. 16). Aus der Beschwerdeerwiderung ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass die Nichtzulassungsbeschwerde unbegründet sein könnte. Der Kläger hat in der Erwiderung unter Hinweis auf die höchstrichterliche Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 25. September 1996 - VIII ZR 172/95, NJW 1996, 3338, 3340) eingehend ausgeführt, aus welchen Gründen er das Vorbringen des Beklagten zur Fiktion der Genehmigung gemäß § 162 Abs. 1 BGB für unerheblich hält. Ferner hat der Kläger umfassend begründet, dass er für ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union gemäß Art. 267 AEUV keinen Anlass sehe, weil die aufgeworfene Frage derart offenkundig zu beantworten sei, dass für vernünftige Zweifel kein Raum bleibe, da sich aus dem europäischen Beihilferecht kein Kontrahierungszwang ergebe, der dem Kläger geboten hätte, dem Beschwerdeführer das Kaufobjekt zu den Bedingungen des notariell beurkundeten Kaufvertrags vom 6. März 2019 zu veräußern. Schließlich hat er geltend gemacht, dass die aufgeworfenen unionsrechtlichen Fragen nicht entscheidungserheblich seien, weil es sich beim Verfahren zum Verkauf der Grundstücke nicht um ein Vergabeverfahren nach den Bestimmungen des Vergaberechts gehandelt habe. Soll geltend gemacht werden, dass der Senat in diesem Zusammenhang das Vorbringen in der Nichtzulassungsbeschwerde nicht in Erwägung gezogen hat, ist darzulegen, dass die Entscheidung des Senats auch unter Berücksichtigung der Argumente der Gegenseite nur dann erklärbar ist, wenn man eine Gehörsverletzung unterstellt. Daran fehlt es hier.

Brückner

Göbel

Haberkamp

Malik

Grau