Correction of case caption under § 319 Abs. 1 ZPO: Scope of "obvious error" and validity of joint representation under association bylaws
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice dismissed the plaintiff's application for the correction of the case captions (Rubrum) in two procedural orders dated July 4, 2022, and August 2, 2022, thereby upholding the prior rulings. The dispute concerned a motion under § 319 Abs. 1 ZPO to correct the representation status of the defendant’s local executive officer, where the plaintiff argued that under § 14 Abs. 1 and Abs. 8 Satz 2 of the defendant’s bylaws, only two board members constituted valid joint representatives, and that the officer’s authority did not extend to judicial representation under § 15 Abs. 1 and Abs. 9. The court held that the error correction mechanism is limited to clerical or arithmetic mistakes or obvious inadvertences where the court’s actual intent deviated from its written declaration, not to substantive changes in intended content. Relying on prior reasoning from a May 17, 2022 decision, the court determined that the local executive officer’s judicial representation authority was validly derived from § 15 Abs. 1 of the bylaws, meaning the caption entries were deliberate and not an "obvious error," thus rendering the correction request inadmissible.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 78b ZPO, § 319 Abs. 1 ZPO, § 26 BGB; Correction of case caption under § 319 Abs. 1 ZPO: Scope of "obvious error" and validity of joint representation under association bylaws: The dispute concerned a motion under § 319 Abs. 1 ZPO to correct the representation status of the defendant’s local executive officer, where the plaintiff argued that under § 14 Abs. 1 and Abs. 8 Satz 2 of the defendant’s bylaws, only two board members constituted valid joint representatives, and that the officer’s authority did not extend to judicial representation under § 15 Abs. 1 and Abs. 9. The court held that the error correction mechanism is limited to clerical or arithmetic mistakes or obvious inadvertences where the court’s actual intent deviated from its written declaration, not to substantive changes in intended content. Relying on prior reasoning from a May 17, 2022 decision, the court determined that the local executive officer’s judicial representation authority was validly derived from § 15 Abs. 1 of the bylaws, meaning the caption entries were deliberate and not an "obvious error," thus rendering the correction request inadmissible.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe procedural basis cited in the decision for rejecting the plaintiff's application to correct the case captions due to the absence of an obvious error.
Volltext
Der Antrag der Klägerin auf Berichtigung des Rubrums in den Beschlüssen vom 4. Juli 2022 und vom 2. August 2022 wird zurückgewiesen.
[GRUENDE]
I. Die Klägerin beantragt die Berichtigung des Rubrums von vier im vorliegenden Verfahren ergangenen Beschlüssen.
Mit Beschluss vom 18. Januar 2022 hat der Senat den Antrag der Klägerin auf Beiordnung eines Notanwalts gemäß § 78b ZPO für das Verfahren über die von ihr eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde abgelehnt und ihre Nichtzulassungsbeschwerde als unzulässig verworfen. Ihre dagegen erhobene Anhörungsrüge hat der Senat mit Beschluss vom 17. Mai 2022 zurückgewiesen. Mit Beschluss des Einzelrichters vom 4. Juli 2022 ist die Erinnerung der Klägerin gegen den Kostenansatz des Bundesgerichtshofs zurückgewiesen und ihre dagegen gerichtete Anhörungsrüge mit Beschluss des Einzelrichters vom2. August 2022 als unzulässig verworfen sowie eine darin evtl. zugleich liegende Gegenvorstellung als unbegründet zurückgewiesen worden.
Im Rubrum sämtlicher Beschlüsse ist der Landesgeschäftsführer R. als Vertreter des beklagten Landesverbands angegeben. Die Klägerin hält dies für offenbar unrichtig im Sinne von § 319 Abs. 1 ZPO und beantragt die Berichtigung des Rubrums der vier Beschlüsse, weil der Beklagte nach § 14 Abs. 1 und Abs. 8 Satz 2 seiner Satzung i.V.m. § 26 BGB gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Vorstandsmitglieder als Gesamtvertreter vertreten werde und sich eine Vertretungsbefugnis des Landesgeschäftsführers auch nicht aus § 15 Abs. 1 und Abs. 9 der Satzung ergebe.
II. Der Antrag auf Berichtigung des Rubrums gemäß § 319 Abs. 1 ZPO in den Beschlüssen vom 4. Juli 2022 und vom 2. August 2022 ist zurückzuweisen. Nach § 319 Abs. 1 ZPO ist eine Berichtigung nur bei Schreib- oder Rechenfehlern oder ähnlichen offenbaren Unrichtigkeiten zulässig. Darunter fällt nur eine versehentliche Abweichung des vom Gericht Erklärten gegenüber dem von ihm ersichtlich Gewollten, nicht aber eine Änderung des vom Gericht Gewollten (vgl. BGH, Beschluss vom 16. Juni 2003 - II ZR 49/01, juris Rn. 2; Beschluss vom 16. Oktober 2012 - II ZB 6/09, MDR 2013, 421 Rn. 2).
Danach liegt hier keine offenbare Unrichtigkeit vor. Wie der Senat unter Beteiligung des Einzelrichters bereits im Beschluss vom 17. Mai 2022 (Rn. 16) ergänzend ausgeführt hat, ergibt sich die gerichtliche Vertretungsbefugnis des Landesgeschäftsführers aus § 15 Abs. 1 der Satzung des Beklagten. Hierauf wurde in der Einzelrichterentscheidung vom 2. August 2022 hingewiesen (Rn. 7).
Die Angabe im Rubrum der beiden Beschlüsse vom 4. Juli 2022 und vom 2. August 2022 war damit gewollt.
Born