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3 StR 162/23 ECLI:DE:BGH:2023:220823B3STR162.23.1 KI-generiert

Concurrent violation of compulsory insurance law excluded from criminal conviction in case of document forgery and unlicensed driving

Geschäftsnummer 3 StR 162/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (3rd Criminal Senate) granted the defendant's revision in part, limiting the proceedings to the fourth factual complex to charges of forgery of documents and driving without a license, and modifying the Landgericht Stralsund's judgment to remove the conviction for a concurrent violation of the Compulsory Insurance Act, while rejecting the remainder of the appeal and affirming the total custodial sentence of two years and six months. The dispute concerned a criminal appeal against a conviction that included dangerous bodily harm, attempted coercion, document forgery, driving without a license, compulsory insurance violations, and two counts of using insignia of unconstitutional organizations, with the defendant challenging the application of material law. The court applied § 154a StPO to restrict the prosecution scope, determining that the removed insurance violation was legally distinct from the remaining offenses and did not affect the sentencing framework under § 267 Abs. 1 StGB or the relevant sentencing circumstances, thereby upholding the original penalty under § 473 Abs. 4 StPO.

Legislator-Regeste

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§ 154a StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 267 Abs. 1 StGB, § 473 Abs. 4 StPO; Concurrent violation of compulsory insurance law excluded from criminal conviction in case of document forgery and unlicensed driving: The dispute concerned a criminal appeal against a conviction that included dangerous bodily harm, attempted coercion, document forgery, driving without a license, compulsory insurance violations, and two counts of using insignia of unconstitutional organizations, with the defendant challenging the application of material law. The court applied § 154a StPO to restrict the prosecution scope, determining that the removed insurance violation was legally distinct from the remaining offenses and did not affect the sentencing framework under § 267 Abs. 1 StGB or the relevant sentencing circumstances, thereby upholding the original penalty under § 473 Abs. 4 StPO.

Schlagwörter

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Versicherungspflicht Urkundenfälschung Strafurteil Verletzung der Verkehrsregeln Fall des Ausschlusses Versicherungsbetrug

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 154a StPO

Cited in the first order to justify the limitation of the proceedings to specific charges.

§ 473 Abs. 4 StPO

Cited in the third order to determine that the appellant bears the costs of the revision.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird

a) das den Angeklagten betreffende Verfahren in Bezug auf den 4. Tatkomplex der Urteilsgründe auf die Vorwürfe der Urkundenfälschung und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis beschränkt,

b) das Urteil des Landgerichts Stralsund vom 24. Oktober 2022 im Schuldspruch dahin geändert, dass die Verurteilung wegen tateinheitlich begangenen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz entfällt.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren dadurch entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Nötigung, wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem hat es Einziehungs- und Maßregelentscheidungen getroffen. Der Angeklagte beanstandet mit seiner Revision die Verletzung materiellen Rechts. Das Rechtsmittel führt in dem aus der Beschlussformel ersichtlichen Umfang zur Beschränkung des Verfahrens (§ 154a StPO) und dementsprechend zur Änderung des Schuldspruchs (vgl. zum ausgeschiedenen Gebrauch eines Fahrzeugs ohne Versicherungsschutz etwa MüKoStVR/Kretschmer, § 6 PflVG Rn. 12). Im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

Der Strafausspruch hat trotz der Verfolgungsbeschränkung Bestand, da auszuschließen ist, dass das Landgericht ohne die tateinheitliche Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz auf eine geringere Strafe erkannt hätte. Auf den für die Bemessung herangezogenen Strafrahmen des § 267 Abs. 1 StGB wirkt sich die Beschränkung nicht aus. Die zu Lasten des Angeklagten herangezogenen Umstände einer Vielzahl von, auch einschlägigen, Vorstrafen und der tateinheitlichen Verwirklichung verschiedener Strafvorschriften bestehen fort, wenngleich nunmehr lediglich zwei statt der berücksichtigten drei Delikte in Rede stehen.

Angesichts des geringen Teilerfolgs ist es nicht unbillig, den Angeklagten mit den gesamten Kosten seines Rechtsmittels zu belasten (§ 473 Abs. 4 StPO).

Schäfer

Berg

Anstötz

Kreicker

Voigt