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5 StR 304/19 ECLI:DE:BGH:2019:010819B5STR304.19.0 KI-generiert

Concurrence of severe child sexual abuse and enterprise of procuring child pornography: temporal gap precludes unity of offense

Geschäftsnummer 5 StR 304/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant’s appeal, upholding the Berlin Regional Court’s conviction and leaving the sentence in force. The case involved charges of severe sexual abuse of children and the enterprise of procuring child pornography, where the defendant induced a relative to photograph her minor daughter’s intimate areas for sexual stimulation and subsequently distributed these and other images to chat partners over a period of several years. The appellate court had convicted the defendant of severe sexual abuse of children in 24 instances and the enterprise of procuring child pornography in 40 instances, applying the principle of cumulative offense count (Tatmehrheit) rather than unity of offense (Tateinheit). The BGH affirmed this legal qualification, ruling that while severe sexual abuse and the enterprise of procuring child pornography can theoretically be charged in unity of offense, the significant temporal gap between the act of procuring the images and their later distribution precluded such a connection; the subjective element of the abuse statute alone was insufficient to link the distinct acts into a single legal unit for sentencing purposes.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 176a Abs. 3 StGB, § 184b Abs. 1 Nr. 2 StGB; Concurrence of severe child sexual abuse and enterprise of procuring child pornography: temporal gap precludes unity of offense: The case involved charges of severe sexual abuse of children and the enterprise of procuring child pornography, where the defendant induced a relative to photograph her minor daughter’s intimate areas for sexual stimulation and subsequently distributed these and other images to chat partners over a period of several years. The appellate court had convicted the defendant of severe sexual abuse of children in 24 instances and the enterprise of procuring child pornography in 40 instances, applying the principle of cumulative offense count (Tatmehrheit) rather than unity of offense (Tateinheit). The BGH affirmed this legal qualification, ruling that while severe sexual abuse and the enterprise of procuring child pornography can theoretically be charged in unity of offense, the significant temporal gap between the act of procuring the images and their later distribution precluded such a connection; the subjective element of the abuse statute alone was insufficient to link the distinct acts into a single legal unit for sentencing purposes.

Schlagwörter

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Kinderpornografie sexuelle Handlungen E-Justice minderjährige Kinder Strafzumessung geringfügige Übertretung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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3 StR 200/74
November 1974 - 3 StR 200/74, BGHSt 26, 24, 27 f.; Beschluss vom 4.
BGHSt 26, 24
November 1974 - 3 StR 200/74, BGHSt 26, 24, 27 f.; Beschluss vom 4.
3 StR 90/84
April 1984 - 3 StR 90/84, NStZ 1984, 409).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Ground for dismissing the revision as unfounded because no legal error to the detriment of the accused was found during the review.

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Volltext

Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern: Konkurrenzverhältnis zum Besitz kinderpornographischer Schriften

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 21. Januar 2019 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Nach den landgerichtlichen Feststellungen veranlasste der Angeklagte vom 12. Dezember 2013 bis 14. September 2014 und nochmals am 8. Mai 2015 in 24 Fällen eine Bekannte dazu, vom Intimbereich ihrer im Jahr 2011 geborenen Tochter Fotos anzufertigen und ihm zuzusenden, um sich selbst sexuell stimulieren und die Dateien an andere Personen versenden zu können; er erlangte auf diese Weise (mindestens) 52 Bilddateien. Vom 1. Februar 2015 bis 10. Oktober 2016 versandte der Angeklagte in 40 Fällen 161 kinderpornographische Bilder, darunter 115 von , an Chatpartner.

Das Landgericht hat dieses Geschehen zutreffend als schweren sexuellen Missbrauch von Kindern (§ 176a Abs. 3 StGB) in 24 Fällen und als Unternehmen der Besitzverschaffung an kinderpornographischen Schriften in 40 Fällen (§ 184b Abs. 1 Nr. 2 StGB) gewürdigt. Eine tatmehrheitliche Begehungsweise liegt selbst dann vor, wenn sich - was das Urteil nicht mitteilt - unter den versandten Bildern auch solche befunden haben sollten, die der Angeklagte zuvor von seiner Bekannten erhalten hatte.

Zwar können Delikte mit sogenannter überschießender Innentendenz in Tateinheit mit einem Tatbestand stehen, dessen Begehung (nur) beabsichtigt gewesen sein muss, sofern er in der Folge tatsächlich verwirklicht wird (vgl. MüKo-StGB/von Heintschel-Heinegg, 3. Aufl., § 52 Rn. 27). Dementsprechend wird angenommen, dass § 176a Abs. 3 StGB grundsätzlich tateinheitlich mit § 184b Abs. 1 Nr. 2 StGB begangen werden kann (vgl. Schönke/Schröder/Eisele, StGB, 30. Aufl., § 176a Rn. 16 mwN). Die Annahme von Tateinheit setzt jedoch eine Überschneidung mit solchen Handlungen voraus, die zum Zwecke der Absichtsrealisierung vorgenommen werden (vgl. LK-StGB/Rissing-van Saan, 12. Aufl., § 52 Rn. 21 mwN; siehe z. B. BGH, Urteil vom 6. November 1974 - 3 StR 200/74, BGHSt 26, 24, 27 f.; Beschluss vom 4. April 1984 - 3 StR 90/84, NStZ 1984, 409). Hieran fehlt es vorliegend. Die subjektive Komponente des § 176a Abs. 3 StGB allein hat nicht die Kraft, ein - wie hier - erst mit erheblichem zeitlichen Abstand zum Verschaffen der kinderpornographischen Bilder erfolgtes Versenden miteinander zu verknüpfen.

VRiBGH Dr. Mutzbauerist urlaubsbedingt an derUnterschrift gehindert.

Sander

Schneider

Sander

König

Berger