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5 StR 185/19 ECLI:DE:BGH:2019:010819B5STR185.19.0 KI-generiert

Criminal: Drilling door frame and failed access via additional lock constitutes conspiracy, not attempted residential burglary under § 22 StGB

Geschäftsnummer 5 StR 185/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant's appeal with a modification to the operative finding of guilt, upholding the lower court's conviction and sentence for a series of residential burglary offenses while recharacterizing one specific incident from attempted burglary to mere conspiracy; the appellant failed to prevail in overturning the general conviction and sentence, but the court ordered the amendment of the legal classification for one act. The case involved a challenge to the Landgericht Braunschweig's verdict regarding ten counts of residential burglary (one attempted) and one count of document forgery, specifically disputing whether the act of drilling through a terrace door frame to operate a lever constituted an attempt when the perpetrators were thwarted by a locked additional lock. The decisive legal basis was the doctrine under § 22 StGB that the perpetrators had not yet crossed the threshold into criminal attempt because the failure to defeat the additional lock meant they had not directly commenced the theft, which instead satisfied the elements of a conspiracy to residential burglary under § 244 para. 4 and § 30 para. 2 StGB, without affecting the individual sentences as the applicable statutory penalty range remained unchanged.

Legislator-Regeste

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§ 357 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 22 StGB, § 30 Abs. 2 StGB, § 31 StGB, § 265 StPO; Criminal: Drilling door frame and failed access via additional lock constitutes conspiracy, not attempted residential burglary under § 22 StGB: The case involved a challenge to the Landgericht Braunschweig's verdict regarding ten counts of residential burglary (one attempted) and one count of document forgery, specifically disputing whether the act of drilling through a terrace door frame to operate a lever constituted an attempt when the perpetrators were thwarted by a locked additional lock. The decisive legal basis was the doctrine under § 22 StGB that the perpetrators had not yet crossed the threshold into criminal attempt because the failure to defeat the additional lock meant they had not directly commenced the theft, which instead satisfied the elements of a conspiracy to residential burglary under § 244 para. 4 and § 30 para. 2 StGB, without affecting the individual sentences as the applicable statutory penalty range remained unchanged.

Schlagwörter

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versuchter Diebstahl Strafurteil Urkundenfälschung Strafänderung gesetzliche Grundlage verbotene Eigenmacht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Procedural basis for dismissing the appeal with a modification to the verdict.

§ 357 StPO

Basis for the ruling to benefit the non-appellant through the modification of the conviction.

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Volltext

Verabredung zum Wohnungseinbruchdiebstahls bei Scheitern des Aufhebelns der Terrassentür

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Braunschweig vom 9. Oktober 2018 wird mit der Maßgabe verworfen, dass der Angeklagte V. und der Nichtrevident M. sich durch die Tat 1 der Urteilsgründe der Verabredung zum Wohnungseinbruchdiebstahl schuldig gemacht haben.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat die Angeklagten wegen Wohnungseinbruchdiebstahls in zehn Fällen, davon in einem Fall versucht, sowie den Revidenten V. zudem wegen Urkundenfälschung zu Gesamtfreiheitsstrafen von fünf Jahren und drei Monaten (V. ) bzw. vier Jahren und drei Monaten (M. ) verurteilt und Einziehungsentscheidungen getroffen. Die auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten V. führt - gemäß § 357 StPO auch zu-gunsten des Nichtrevidenten M. - lediglich zur bezeichneten Änderung des Schuldspruchs und bleibt im Übrigen aus den vom Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift genannten Gründen erfolglos (§ 349 Abs. 2 StPO).

1. Die rechtliche Würdigung des Landgerichts, durch die Tat 1 hätten die Angeklagten einen versuchten Wohnungseinbruchdiebstahl begangen, wird durch die Feststellungen nicht getragen. Danach hatten die Angeklagten zwar den Holzrahmen einer Terrassentür durchbohrt, um den Türöffnungshebel bedienen und aus der betroffenen Wohnung Bargeld oder Wertgegenstände entwenden zu können. Weil die Tür mit einem verschlossenen Zusatzschloss versehen war, scheiterten sie jedoch mit ihrem Vorhaben. Zur Umsetzung des geplanten Diebstahls haben sie somit nicht im Sinne des § 22 StGB unmittelbar angesetzt und die Grenze zum Versuch noch nicht überschritten (vgl. BGH, Beschlüsse vom 20. September 2016 - 2 StR 43/16, NStZ 2017, 86, 87; vom 4. Juli 2019 - 5 StR 274/19).

Die Angeklagten haben sich aber der Verabredung eines Wohnungseinbruchdiebstahls (§ 244 Abs. 4, § 30 Abs. 2 StGB) schuldig gemacht, von der sie nicht im Sinne des § 31 StGB freiwillig zurückgetreten sind. Der Senat hat daher die Schuldsprüche neu gefasst. § 265 StPO steht dem nicht entgegen, da sich die hinsichtlich der Tat 1 geständigen Angeklagten nicht wirksamer als geschehen hätten verteidigen können.

2. Die genannte Änderung zieht nicht die Aufhebung der zugehörigen Einzelstrafen nach sich. Der Senat kann angesichts des Tatbildes und der Begehung einer Serie weiterer gewichtiger Taten ausschließen (§ 337 Abs. 1 StPO), dass das Landgericht die jeweils auf sechs Monate bestimmten Freiheitsstrafen bei rechtlich zutreffender Würdigung niedriger bemessen hätte.

Denn es hat diese Strafen dem gemäß § 23 Abs. 2, § 49 Abs. 1 StGB gemilderten Strafrahmen des § 244 Abs. 4 StGB entnommen, der auch über § 30 Abs. 1 Satz 2 StGB anzuwenden gewesen wäre.

VRiBGH Dr. Mutzbauerist urlaubsbedingt an derUnterschrift gehindert.

Sander

Schneider

Sander

König

Berger