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4 StR 132/20 ECLI:DE:BGH:2020:260820B4STR132.20.0 KI-generiert

Exclusion of defendant during multiple witness examinations and timing of mandatory notification under § 247 StPO in child sexual abuse proceedings

Geschäftsnummer 4 StR 132/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the Landgericht Detmold's conviction for serious child sexual abuse and ordering the defendant to bear the costs of the legal proceedings and the necessary expenses of the co-plaintiffs. The dispute centered on whether the trial court violated § 247 StPO and fair trial principles by excluding the defendant from the courtroom for the consecutive examinations of two co-plaintiffs and informing him of their testimonies only after both proceedings concluded, rather than immediately after the first. The court declined to resolve the open question of whether the delayed notification breached § 247 StPO, ruling instead that the error was immaterial as the defendant did not exercise his right to cross-examine or challenge the evidence upon re-entry, thereby negating any violation of his defense rights.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 247 Satz 4 StPO, § 247 Satz 1 StPO; Exclusion of defendant during multiple witness examinations and timing of mandatory notification under § 247 StPO in child sexual abuse proceedings: The dispute centered on whether the trial court violated § 247 StPO and fair trial principles by excluding the defendant from the courtroom for the consecutive examinations of two co-plaintiffs and informing him of their testimonies only after both proceedings concluded, rather than immediately after the first. The court declined to resolve the open question of whether the delayed notification breached § 247 StPO, ruling instead that the error was immaterial as the defendant did not exercise his right to cross-examine or challenge the evidence upon re-entry, thereby negating any violation of his defense rights.

Schlagwörter

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Ausschluss eines Zeugen sexueller Missbrauch Anspruch auf ein faires Verfahren notwendige Verteidigung Kindesschutzverfahren E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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5 StR 543/17
Failure to inform excluded defendant of prior witness testimony before subsequent evidentiary hearing violates § 247(4) StPO
4 StR 490/96
November 1996 - 4 StR 490/96, insoweit in NStZ 1997, 123 nicht abgedruckt; Beschluss vom 20.
3 StR 345/01
Februar 2002 - 3 StR 345/01, BeckRS 2002, 02448; in diesem Sinne Becker, aaO, Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited as the legal basis for dismissing the revision as unfounded because the re-examination of the judgment did not reveal a legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern: Vernehmung von Zeugen in Abwesenheit des Angeklagten; Zeitpunkt der Unterrichtungspflicht

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Detmold vom 28. Oktober 2019 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägerinnen im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Der Senat kann offen lassen, ob - wie die Revision meint - eine Verletzung des § 247 Satz 4 StPO darin liegen könnte, dass der gemäß § 247 Satz 1 StPO für die Dauer der Vernehmung beider Nebenklägerinnen aus dem Sitzungszimmer entfernte Angeklagte zwar nach seinem Wiedereintritt in die Hauptverhandlung unmittelbar über den Inhalt beider Aussagen unterrichtet wurde (zum Zeitpunkt der Unterrichtungspflicht vgl. BGH, Beschluss vom 25. Januar 2018 - 5 StR 543/17, NStZ-RR 2018, 117; LR StPO/Becker, 27. Aufl., § 247 Rn. 45), er jedoch nicht bereits nach der ersten Zeugenvernehmung wieder zur Hauptverhandlung zugelassen und unverzüglich über den Inhalt der Zeugenvernehmung unterrichtet wurde, bevor die zweite Zeugin in seiner erneuten Abwesenheit vernommen worden ist. Der Senat neigt der Auffassung zu, dass die vom Landgericht gewählte Verfahrensweise, den Angeklagten erst nach Abschluss beider Vernehmungen zu unterrichten, nicht gegen § 247 Satz 4 StPO verstößt (offen gelassen von BGH, Beschluss vom 5. November 1996 - 4 StR 490/96, insoweit in NStZ 1997, 123 nicht abgedruckt; Beschluss vom 20. Februar 2002 - 3 StR 345/01, BeckRS 2002, 02448; in diesem Sinne Becker, aaO, Rn. 46; aA KMR/Hiebl, 88. EL Stand November 2018, § 247 Rn. 144; SK StPO/Frister, 5. Aufl., § 247 Rn. 70; Metz, NStZ 2017, 446, 449). Einer Entscheidung der Rechtsfrage bedarf es nicht, da der Senat unter den gegebenen Umständen jedenfalls ein Beruhen des Urteils auf einem möglichen Verstoß gegen § 247 Satz 4 StPO oder den Grundsatz des fairen Verfahrens ausschließen kann. Es ist nicht ersichtlich, dass der Angeklagte durch die gewählte Verfahrensweise in seinen Verteidigungsrechten beeinträchtigt wurde, zumal er im Anschluss an seine Wiederzulassung und seine Unterrichtung über den Inhalt der Zeugenvernehmungen von seinem Fragerecht keinen Gebrauch gemacht hat.

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