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5 StR 51/23 ECLI:DE:BGH:2023:200623B5STR51.23.0 KI-generiert

Admissibility of criminal appeal challenging partial absence of expert witness: mandatory disclosure objection under § 244(2) StPO required

Geschäftsnummer 5 StR 51/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Criminal Justice (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the lower court's conviction and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The dispute concerned whether the defendant's right to a fair trial was violated by the partial absence of a forensic psychiatrist during witness testimonies in the main hearing; the defendant argued this constituted a procedural violation under §§ 72 et seq. Code of Criminal Procedure (StPO). The court ruled that the challenge was inadmissible because the extent of a court-appointed expert's attendance at evidence collection is within the trial judge's discretionary authority, and a complaint regarding their absence requires a specific "disclosure objection" under § 244 Abs. 2 StPO. The defendant failed to meet the requirements for a valid disclosure objection under § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO by not specifying which witness examinations the expert missed, the subjects of those testimonies, or whether the court informed the expert of the evidence collected in their absence, rendering the appellate court unable to verify if the trial court had a duty to ensure the expert's presence.

Legislator-Regeste

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§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 244 Abs. 2 StPO; Admissibility of criminal appeal challenging partial absence of expert witness: mandatory disclosure objection under § 244(2) StPO required: Die Verfahrensbeanstandung, mit der die Revision einen „Verstoß gegen §§ 72 ff. StPO“ rügt, ist schon unzulässig, weil sie nicht den Anforderungen des § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO entspricht.

Schlagwörter

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sachverständiger Zeuge Prozessvoraussetzung gesetzliche Auskunftspflicht Anhörung oder Verhör Strafanzeige Anspruch auf ein faires Verfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 530/51
Dezember 1951 – 1 StR 530/51, BGHSt 2, 25, 27 f.; vom 22.
BGHSt 2, 25
Dezember 1951 – 1 StR 530/51, BGHSt 2, 25, 27 f.; vom 22.
2 StR 247/64
Juli 1964 – 2 StR 247/64, BGHSt 19, 367, 370 f.; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 66.
BGHSt 19, 367
Juli 1964 – 2 StR 247/64, BGHSt 19, 367, 370 f.; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 66.
6 StR 338/22
Scope of comprehensive refusal to testify in narcotics case and requirements for formal evidentiary motions
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Volltext

Aufklärungsrüge bei Beanstandung der teilweisen Nichtanwesenheit eines Sachverständigen in Hauptverhandlung

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 4. Oktober 2022 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Der Senat bemerkt ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts:

Die Verfahrensbeanstandung, mit der die Revision einen „Verstoß gegen §§ 72 ff. StPO“ rügt, ist schon unzulässig, weil sie nicht den Anforderungen des § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO entspricht.

Der Beschwerdeführer hat beanstandet, dass der vom Gericht zur Frage der Schuldfähigkeit herangezogene psychiatrische Sachverständige nicht bei sämtlichen Zeugenvernehmungen in der Hauptverhandlung anwesend gewesen sei. In welchem Umfang ein Sachverständiger der Beweisaufnahme beiwohnt, steht indes im pflichtgemäßen Ermessen des Gerichts. Will der Beschwerdeführer rügen, dass der Sachverständige nur bei einem Teil der Beweisaufnahme anwesend war, muss er daher eine zulässige Aufklärungsrüge nach § 244 Abs. 2 StPO erheben (vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 1951 – 1 StR 530/51, BGHSt 2, 25, 27 f.; vom 22. Juli 1964 – 2 StR 247/64, BGHSt 19, 367, 370 f.; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 66. Aufl., § 80 Rn. 5 f.; MüKo-StPO/Trück, 2. Aufl., § 80 Rn. 14, 16).

Den an die Zulässigkeit einer Rüge der Verletzung des § 244 Abs. 2 StPO zu stellenden Anforderungen (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 14. Dezember 2022 – 6 StR 338/22, NSt-RR 2023, 81 mwN) ist der Beschwerdeführer nicht gerecht geworden. Er hat weder vorgetragen, welchen Vernehmungen der Sachverständige beigewohnt, noch an welchen er nicht teilgenommen hat. Zudem hat er nicht mitgeteilt, zu welchen Themen die betreffenden Zeugen ausgesagt haben. Darüber hinaus hätte der Beschwerdeführer vortragen müssen, ob das Gericht den Sachverständigen vom Inhalt in seiner Abwesenheit erhobener Beweise unterrichtet hat. Ohne diese Informationen kann der Senat aber nicht überprüfen, ob sich das Gericht dazu gedrängt hätte sehen müssen, für die Anwesenheit des Sachverständigen bei weiteren Zeugenvernehmungen Sorge zu tragen.

Cirener

Mosbacher

Köhler

RiBGH von Häfenist im Urlaub und kannnicht unterschreiben.

Cirener

Werner