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2 StR 126/23 ECLI:DE:BGH:2023:200623B2STR126.23.0 KI-generiert

Concurrence of aggravated and dangerous bodily injury via dangerous instrument: Tateinheit versus Gesetzeskonkurrenz

Geschäftsnummer 2 StR 126/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Justice (BGH) rejected the defendant's appeal as unfounded, affirming the lower court's conviction and sentence of three years and nine months imprisonment, while ordering the defendant to bear the costs of the appeal. The dispute centered on the correct concourse theory applied to concurrent counts of aggravated bodily injury under § 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB and dangerous bodily injury under § 224 StGB, specifically challenging the trial court's finding that these offenses stood in "Tateinheit" (concurrence) when committed via both a dangerous instrument and life-endangering treatment. The BGH initially noted that traditional jurisprudence treats the use of a dangerous instrument under § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB as a legal competition (Gesetzeskonkurrenz) with § 226, rather than Tateinheit, but determined that this error did not affect the outcome because the aggravating factor of weapon use remains permissible in sentencing under legal competition and the principle of non-aggravation (verschlechterungsverbot) was applied due to a prior trial. In an obiter dictum, the court signaled a doctrinal shift toward accepting Tateinheit between these offenses, aligning with recent academic literature, yet the operative judgment remains the dismissal of the appeal.

Legislator-Regeste

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§ 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB, § 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB, § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB, § 226 Abs. 1 StGB, § 226 StGB, § 52 Abs. 1 StGB; Concurrence of aggravated and dangerous bodily injury via dangerous instrument: Tateinheit versus Gesetzeskonkurrenz: The dispute centered on the correct concourse theory applied to concurrent counts of aggravated bodily injury under § 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB and dangerous bodily injury under § 224 StGB, specifically challenging the trial court's finding that these offenses stood in "Tateinheit" (concurrence) when committed via both a dangerous instrument and life-endangering treatment. The BGH initially noted that traditional jurisprudence treats the use of a dangerous instrument under § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB as a legal competition (Gesetzeskonkurrenz) with § 226, rather than Tateinheit, but determined that this error did not affect the outcome because the aggravating factor of weapon use remains permissible in sentencing under legal competition and the principle of non-aggravation (verschlechterungsverbot) was applied due to a prior trial. In an obiter dictum, the court signaled a doctrinal shift toward accepting Tateinheit between these offenses, aligning with recent academic literature, yet the operative judgment remains the dismissal of the appeal.

Schlagwörter

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Realkonkurrenz von Straftaten Rechtstheorie qualifizierte einfache Körperverletzung fehlerhafte Strafzumessung Gefängnisstrafe Folgeschäden

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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3 StR 408/08
Oktober 2008 – 3 StR 408/08, NJW 2009, 863).
1 StR 450/66
November 1966 – 1 StR 450/66, NJW 1967, 297, 298; vom 7.
1 StR 640/66
Februar 1967 – 1 StR 640/66, BGHSt 21, 194, 195).
BGHSt 21, 194
Februar 1967 – 1 StR 640/66, BGHSt 21, 194, 195).
4 StR 646/16
Aggravating sentencing for weapon use in concurrent dangerous and serious bodily harm offenses
3 StR 382/20
Competitive relationship between serious bodily injury and dangerous bodily injury by use of a weapon
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Volltext

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Köln vom 24. November 2022 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die Strafkammer hat im Ausgangspunkt zunächst zutreffend gesehen, dass die vom Angeklagten verwirklichten Tatbestände der schweren Körperverletzung gemäß § 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB und der gefährlichen Körperverletzung − verwirklicht mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung (§ 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB) − in Tateinheit stehen (vgl. hierzu BGH, Beschluss vom 21. Oktober 2008 – 3 StR 408/08, NJW 2009, 863). Hingegen stehen ihre weitere Wertung, auch die gleichzeitige Begehung mittels eines gefährlichen Werkzeugs gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB stehe hierzu in Tateinheit sowie ihre hieran anknüpfende strafschärfende Erwägung, der Angeklagte habe „tateinheitlich mehrere Straftatbestände verwirklicht, eine schwere Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung mit den Tatbestandsalternativen des Einsatzes eines gefährlichen Werkzeugs und einer das Leben gefährdenden Behandlung (§ 224 Nr. 2 und Nr. 5 StGB),“ nicht im Einklang mit der bisherigen Rechtsprechung, die insoweit von Gesetzeskonkurrenz zwischen § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB und § 226 Abs. 1 StGB ausgeht (vgl. BGH, Urteile vom 8. November 1966 – 1 StR 450/66, NJW 1967, 297, 298; vom 7. Februar 1967 – 1 StR 640/66, BGHSt 21, 194, 195).

Darauf beruht das Urteil indes nicht. Der Senat kann ausschließen, dass die Strafkammer bei einer anderen konkurrenzrechtlichen Bewertung zu einer milderen Bestrafung des Angeklagten gelangt wäre. Zum einen darf auch bei der Annahme von Gesetzeskonkurrenz die konkrete Ausführung der Tat mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs – hier Schläge mit einer Glasflasche auf den Kopf des Nebenklägers – strafschärfend berücksichtigt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 14. März 2017 – 4 StR 646/16, NStZ-RR 2017, 173). Zum anderen hat die Strafkammer betont, sich aufgrund des Verschlechterungsverbots − der Angeklagte war in einem ersten Rechtsgang wegen vorsätzlichen Vollrauschs ebenfalls zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden − gehindert zu sehen, diesen mit einer höheren Freiheitsstrafe zu belegen.

Ungeachtet dessen neigt der Senat im Anschluss an den 3. Strafsenat (nicht tragende Erwägungen im Beschluss vom 9. Februar 2021 – 3 StR 382/20, NStZ-RR 2021, 138) sowie weiten Teilen der Literatur (vgl. BeckOK StGB/Eschelbach, 57. Ed., § 224 Rn. 54; MüKo-StGB/Hartung, 4. Aufl., § 224 Rn. 59; NK-StGB/Paeffgen/Böse/Eidam, 6. Aufl., § 224 Rn. 42; SSW-StGB/Momsen-Pflanz/Momsen, 5. Aufl., § 224 Rn. 40; LK-StGB/Grünewald, 12. Aufl., § 224 Rn. 43, a.A. Zöller in: Leipold/Tsambikakis/Zöller, Anwaltskommentar, 3. Aufl., § 224 Rn. 20; SK-StGB/Wolters, 9. Aufl., § 226 StGB Rn. 30) zu der Auffassung, dass aufgrund des spezifischen Tatunrechts, das mit dem wissentlichen und willentlichen Einsatz einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs verbunden ist, zwischen einer gefährlichen Körperverletzung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB und einer (vollendeten) schweren Körperverletzung nach § 226 Abs. 1 StGB Tateinheit (§ 52 Abs. 1 StGB) anzunehmen ist (offen gelassen BGH, Beschluss vom 14. März 2017 – 4 StR 646/16, NStZ-RR 2017, 173).

Franke

Krehl

Meyberg

RiBGH Dr. Grube ist erkranktund daher gehindert zuunterschreiben.

Schmidt

Franke